Ben Granfelt Band – 17.02.2017, Blues, Rhede – Konzertbericht

Granfelt Haupt

Big Ben Time im Sounds Of South! An diesem Wochenende haben wir uns mit der Ben Granfelt Band sowie Ben Poole gleich zwei ‚Benjamine‘ vorgenommen, wobei die Finnen um ihren Chef Ben Granfelt im schönen Blues in Rhede den Anfang machten.

Ben Granfelt hat als Musiker und Mitglied von Bands wie Gringos Locos, den berühmten Lenningrad Cowboys, Guitar Slingers und der Kultband Wishbone Ash schon einige interessante Stationen in seiner Karriere durchlaufen. Mein einziger Berührungspunkt mit ihm war bisher sein Doppelalbum, das er mit den Guitar Slingers kurz vor der Jahrtausendwende eingespielt hat und ihn zumindest ansatzweise mit dem Southern Rock einte.

Nebenher hatte Ben auch immer sein Solo-Projekt gepflegt. Diesmal ist er mit seinen finnischen Kumpanen Miri Miettinen und John „Groovemeister“ Vihervä im Rahmen seines neuen Albums „Another Day“ auf Europa-Tournee unterwegs. Schmunzeln musste ich sofort, als ich bei Vihervä, der in seinen bunt verzierten Klamotten wie ein Überbleibsel aus der Hippie-Generation-Ära anmutete, ein Motiv auf seinem T-Shirt erblickte (siehe Bildergalerie), das ich mal vor einigen Jahren in stattlicher Größe für mein Wohnzimmer gemalt hatte. Zufälle gibt es!

Aber kommen wir zum Wesentlichen. Die drei Finnen legten pünktlich um 21:00 Uhr mit einem Instrumental los, bei dem Ben die Drähte seiner blau-weißen Stratocaster erstmals mit filigranem Spiel anwärmte. Im ersten von zwei Sets präsentierten die Drei mit dem unter Wah-Wah-Klängen dahinstampfenden „Too Many Gods“ und dem ordentlich groovenden „Confession Time“ zunächst zwei Stücke aus Granfelts 2006er Werk „The Sum Of Memories“.

„Another Day“ (mit teilweise Fusion-mäßiger E-Gitarrenarbeit), das atmosphärische  „Shine Like The Sun Over Me“ und das – nomen est omen – rockige „Rocking The Boat“ (ZZ Top-Flair) rückten dann sein aktuelles Werk stark in den Fokus. Mit dem Melodic Blues „Falling For You Again“ von 2001 (zwei sehr schöne E-Soli von Ben – am Ende mit kurzem Pink Floyd-Intermezzo) wurde nach der Länge einer Fußballhälfte die Pause eingeläutet.

Im zweiten Set ging es mit „Hangman’s Tree“, „Wayward Child“ (grandioses E-Solo am Ende), dem psychedelisch angehauchten „Open Road, Open Book“ von der neuen CD weiter, Granfelt wechselte bei diesen Tracks zur Gibson Les Paul. „Endless“ widmete Ben einem seiner Heroes, Jeff Beck, mit „Breathe“ (Pink Floyd) wurde dann die große Cover-Phase eingeläutet.

Hier wurden bekannte Stücke, wie u. a. Deep Purples „Space Truckin'“, „Woman From Tokyo“ und „Hush“ (mit kurzem Gesang), Creams „White Room“, Hendrix‘ „Third Stone From The Sun“ und Derek And The Dominos‘ berühmtes „Layla“ in anspruchsvoll gestaltete Intrumentalversionen als Medley gekleidet. Zwischendrin konnten sich Vihervä und Miettinen noch mit Soli kurz austoben.

Mein Highlight war das schon fast in Melodic Rock-Manier performte „Going Home“ als erste Zugabe, bei dem Ben nochmals alles aus seiner Strat herausholte. Herrlicher Song! Der tollen Stimmung im Blues geschuldet, ließen sich die drei Musiker, die der anstrengenden Tour, kräftemäßig gegen Ende, doch ein wenig Tribut zollen mussten, noch zu einem weiteren Nachschlag bewegen. Hier verwandelte  Granfelt „Little Wing“ instrumentell in ein eigenwilliges Konglomerat aus Hendrix-, Beck- und Black Sabbath-Ingredienzien und ließ ein weiteres Mal seine technische Brillanz in Sachen E-Gitarrenspiel aufblitzen.

Ben Granfelt kehrte an an diesem Abend mit seinen Leuten ins Blues zurück, wo mit seinem Auftritt 2009, die Geschichte dieser ansprechenden Location im westlichen Münsterland begann und diese hoffentlich noch lange mit solchem Engagement weitergeführt wird. Sounds Of South bedankt sich für die unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Ben Granfelt (lead vocals, guitars)
John „Groovemeister“ Vihervä (bass, bgv)
Miri Miettinen (drums, bgv)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ben Granfelt Band
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Blues Rhede

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