Wynonna – What The World Needs Now Is Love – CD-Review

Wynonna

Wynonna is back! Und wie! Nach drei Jahren Abstinenz meldet sich die rothaarige Diva mit einem furiosen Album namens „What The World Needs Now Is Love“ und in absoluter Bestform zurück.

Trotz unzähliger Erfolge (über zwanzig Millionen verkaufter Tonträger mit ihrer Mutter Naomi als Duo The Judds, dutzende Auszeichnungen und Preise, mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren ihres gleichnamigen Debüt-Soloalbums, Rekordhalterin für eine weibliche Künstlerin der Szene, weitere Gold- und Platinalben, etc.) scheint ihr Hunger immer noch nicht gestillt zu sein. Gott sei Dank!

Die CD startet sofort mit einem Killerhit. „What The World Needs“ ist für mich einer der unglaublichsten und perfektesten Rockpop-New-Countrysongs, den ich bisher gehört habe, seitdem ich mich für dieses Genre zu interessieren begonnen habe. Guter Text, Wynonnas klare, frische und angriffslustige Stimme, John Willis glänzend relaxtes Akustik- und Banjospiel, Yonathan Yudkins temperamentvolle Fiddleeinsätze, Paul Franklins dezente Steelgitarre, geile Gitarreneinlagen von Tom Bukovac und Gordon Kennedy, sowie herrliche Tempiwechsel und energiegeladene Backgrounds, machen diesen Titel zu einem Sahneteil. Einfach toll. Hier stimmt wirklich alles.

Nach der stark streicherunterlegten Bombastballade „Heaven Help Me“ schielt Wynonna dann mal kurz bei „It All Comes Down To Love“ zu Kollegin Shania Twain rüber. Ein starker Country-Popsong mit knackigen Drums, tollem Gitarrensolo und leicht karibischem Einschlag; da kriegt man wieder richtig Lust auf Sonne, Strand und kühle Cocktails, ne Gute-Laune-Nummer.

Bei Stück Vier gibt es eine kleine Judds-Reunion, danach schon der nächste Knaller. Das Fundament von „I Will Be“ bildet ein funkig relaxt dahin groovender, halbakustischer Rhythmus, der durch Wynonnas unnachahmliche Stimme, begleitet von klirrenden E-Gitarren beim Refrain vulkanausbruchartig abgelöst wird. Dazu gibt es noch ein Traum-Leadsolo von Dann Huff.

Und wenn sich die exzentrische Lady an echte Rockklassiker wagt, kann man absolut sicher sein, dass da was ganz besonderes herauskommt. Schon auf dem „Skynyrd Frynds“-Sampler bewies sie, wie man so ein mittlerweile angestaubtes Stück wie „Free Bird“ modern aufpeppen kann. Damals sorgte ein bravourös aufspielender Dann Huff für den Farbtupfer im angenehm verkürzten Soloteil des Liedes. Diesmal holte sie sich für Foreigners Welthit „I Want To Know What Love Is“ die britische Gitarrenlegende Jeff Beck mit ins Boot. Auch diese Version stellt das Original um Längen in den Schatten, es klingt einfach frischer und zeitgemäßer. Stark gemacht und mit Gänsehautgarantie!

Ein stampfender Rockrhythmus begleitet „It’s Only Love“, die Halbballade „Sometimes I Feel Like Elvis“ beinhaltet tolle Gitarren- und Steelelemente. Im Eric Clapton-Unplugged-Stil rauscht bedächtig die Nummer „Who Am I Supposed To Love“ an einem vorbei. Ins Schwärmen gerate ich dann wieder beim flockigen Midtempostück „Your Day Will Come“. Herrlich akustische Gitarren, schöne Mandolinenklänge, Super-E-Solo und eine wunderbare Melodie, bei der Wynonnas Stimme wie ein klarer Gebirgsbach in malerischer Umgebung wirkt.

Im Roadhouse-Rockstil einer Eve Selis lässt es die Protagonistin dann noch mal richtig abgehen, bevor zwei ruhigere Lieder ein phantastisches Album ausklingen lassen. Für mich persönlich das Highlight des Jahres!
Dazu gibt es noch ein poppig gestaltetes, umfangreiches Cover mit allen Texten und vielen Bildern der Künstlerin.

Man kann nur hoffen, dass die Gute auch in Zukunft noch weitere Asse dieser Art aus dem Ärmel zaubern wird. Die Welt mag vielleicht mehr Liebe brauchen, die New-Countrymusik braucht Wynonna!

Curb Records (2003)
Stil: New Country

01. What The World Needs
02. Heaven Help Me
03. It All Comes Down To Love
04. Flies On The Butter (You Can’t Go Home Again)
05. I Will Be
06. I Want To Know What Love Is
07. It’s Only Love
08. Sometimes I Feel Like Elvis
09. Burnin‘ Love
10. Who Am I Supposed
11. Your Day Will Come To Love
12. (No One’s Gonna) Break Me Down
13. You Are
14. Rescue Me

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