Kevin Fowler – How Country Are Ya? – CD-Review

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Der Albumtitel „How Country Are Ya?“ verrät es schon. Hier geht’s um echte Countrymusic – authentisch, ehrlich, knackig, jung, ungemein frisch, vollgepackt mit herausragendem Songmaterial! Kevin Fowlers 7. Studioalbum serviert eine richtig „pfiffige“, jede Menge blendende Laune verbreitende, von tollen Musikern in Szene gesetzte Texas Traditional Country-Show vom Feinsten.

Auf den Punkt bringt es direkt das Alter-Ego von Texas Musik-Kumpel Granger Smith, Earl Dibbles jr., beim Intro. “This ain’t some old tard sitting on the front porch with your grandpa drinking unsweetened sweet tea kinda music. It’s Kevin Fowler, Y’ALL! It’s country that’s rockin’. The kinda music that makes you crack a cold one and put a good dip in. You see, it’s beer drinkin’, hell raisin’, even lovin’ up on country girl kinda music. Yup, he’s got it all.”

Es folgt auf dem Fuße der launige, großartige Titelsong des Albums (rockiger, purer Country-Rhythmus, wiehernde Fiddle, Mandolinen-Tupfer, tolles E-Gitarren-Picking), der Ende letzten Jahres prompt auch Platz 1 der Texas Music Charts eroberte. Das folgende „Guns And Guitars“ lässt kein Zweifel daran, wie in Texas die Uhren ticken. Tolle, knackige Uptempo Country-Nummer, die Fowler zusammen mit seinem Freund Cody Johnson komponiert hat, der nicht nur bei diesem Song mit von der Partie ist, sondern auch als Solist gerade in Texas, im übrigen völlig zu Recht (macht tollen Country), mächtig für Furore sorgt.

Der erste etwas mainstreamigere, Steelguitar-durchtränkte Track „Before Somebody Gets Hurt“ besticht durch seine schöne Melodie und die bezaubernden Co-Vocals von Amy Rankin (von den Rankin Twins). Ganz starken, gitarrenbetonten Red Dirt-Countryrock bietet „The Weekend“. Mit John Carroll und David Grissom hat Kevin Fowler zwei absolute Paradegitarristen dafür mit an Bord. Songs wie „If I Could Make A Livin’ Drinkin’“, „Love Song“ oder „Beer Me“ verbreiten mit ihren humorvollen Texten, dem tanzbaren musikalischen Honky Tonk-Drive (zuweilen sogar mit einem Hauch von Bakersfield-Anleihen) einfach nur gute Laune und dürften in entsprechender Trinkatmosphäre für reichlich Stimmung bei Fowlers Konzerten sorgen.

Die ruhigere Schiene bedient Kevin dann mit dem autobiografischen „Panhandle Poorboy“, der Marshall Tucker-umwehten (mit reichlich Steel) Countryballade „Habit I Can’t Break“ oder „Whiskey And I“ (Fiddle, Steel, dezente Mandoline). Dass Fowler seine Songs auch immer mit einem kleinen Augenzwinkern sowie einer gewisser Selbstironie kreiert, beweist das verrückte Tex-Mex-Lied „Borracho Grande“ (Übersetzung. Großer Trunkenbold), das dank der Gastmusiker Maz Baca und den Los Texmaniacs samt Mariachi-Trompeten und Akkordeon den passenden Rahmen verliehen bekommt. Ein herrlich durchgeknallter Track!

Eine kleine Kostprobe ihres Könnens dürfen dann seine Tourbegleitmusiker in Form des Instrumentals „Mousturdonus“ abliefern. Hier geben sich die country-typischen Instrumente mit aufeinanderfolgenden Soli die Klinke in die Hand. So launig wie schon der Beginn endet das Album mit dem lustigen „Chicken Wing“, wo sich Kevin und Davin James zu Akustkslide-Klängen textlich die Bälle zuspielen und sich gegenseitig aufs Korn nehmen. Bei allem Klamauk hier, trotzdem ein klasse gespielter und von beiden toll gesprochen und gesungenes Lied.

Insgesamt ein prall gefülltes Album und einer Spielwiese vor allem für Leute, die es gerne zwar knackig mögen, dabei aber auf absolut trditionelle Wurzeln stehen. Herrlich dazu auch die passende, ländliche und klischeebehaftete Covergestaltung der Dodd-Sisters. Kevin Fowler mit einer absoluten Bravourleistung! Der Mann aus Amarillo/Texas zeigt eindrucksvoll, wie man zündenden Texas-Country, New Country und Honky Tonk heute spielt. Macht das Laune! Bärenstarke Vorstellung! Jetzt heißt es nur noch. Wie viel Country steckt in Euch?

Kevin Fowler Records (2014)
Stil: Country

01. Intro
02. How Country Are Ya?
03. Guitars And Guns
04. Before Somebody Gets Hurt
05. The Weekend
06. If I Could Make A Livin‘ Drinkin‘
07. Panhandle Poorboy
08. Borracho Grande
09. Love Song
10. Habit I Can’t Break
11. The Girls I Go With
12. Beer Me
13. Mousturdonus
14. Whiskey And I
15. Chicken Wing

Kevin Fowler
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