Dudley Taft – Cosmic Radio – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Seine produktionstechnische Unabhängigkeit hat der US-amerikanische Gitarrist und Sänger Dudley Taft bereits 2013 vorausschauend gefestigt, als er das Tonstudio von Peter Frampton übernahm. Im Muchmore Studio, Cincinnati, Ohio, sind seit dem sechs Alben entstanden, wobei innerhalb eines Jahres nach „Simple Life“ der zweite neue Longplayer „Cosmic Radio“ eingespielt wurde.

Eine fleißige Energieleistung muss man dem 1966 geborenen Taft dabei allemal unterstellen, denn auch die Produktion der aktuellen, selbst verfassten Tracks ist einschließlich Engineering und Mixing wesentlich in Eigenregie erfolgt.

Für die oft als Seattle- oder Grunge Blues beschriebene Stilrichtung steht exemplarisch der Opener und zugleich das Titel-Stück „Cosmic Radio“, ein radiotauglicher Hard-Rock-Song, der durchaus als gutes Beispiel für die beständigen Songwriter-Qualitäten Tafts gewertet werden kann.

Der gelungene Einstiegs-Track wird verfolgt von „Left In The Dust“, das eigentlich wie bei einer treibenden Rhythmus-Nummer mit ausdrucksstarken Riffs üblich, an die erste Stelle einer Set-Liste gehören sollte und durch die „sprudelnde Kraft“ eines Fuzz-Pedals – wie Taft anmerkt – entscheidend beeinflusst wird. Die treibenden Drums und die intensive Gitarren-Arbeit besorgen bei „The Devil“ die ausgesprochene Eleganz eines spielerisch wirkenden Blues-Stücks, dessen Ausdrucksstärke genauso gut zu Aerosmith oder den Black Crowes passen würde.

Mit „Goin‘ Away Baby“ schließt sich ein gradliniger Blues-Klassiker an, der 1950 von Jimmy Rodgers eingespielt wurde – aber nach anderen Quellen vielleicht ursprünglich aus der Feder von Sonny Boy Williamson stammt – und hier von Dudley Taft auch solomäßig exzellent gecovert wird.

Die „etwas“ ruhigere Phase des Albums beginnt mit „One In A Billion“, einer 8-minütigen Slow-Blues-Rock-Nummer inklusive der eindrucksvollen Taft-Guitar-Work, die auch hohe Erwartungen erfüllt und in ihrer Form über „The End Of The Blues“ in den Lyrics nur vordergründig resümiert.

Eine familiäre Co-Produktion von Dudley Taft und Tochter Ashley Charmae, die ihr Debut an den Lead-Vocals als Fan von Etta James einfühlsam meistert, bietet das sanfte Blues-Highlight „Relentless“, und eröffnet damit praktisch die zweite Hälfte des Albums, das neben weiteren stimmungsvollen und langsamen Passagen ebenso Southern-Country-Rock und Texas-Blues mit einbezieht.

Diese starken Elemente kennzeichnen die Tracks „Fly With Me“, „Hey, Hey, Hey“ und das Heavy-Rock-mäßige „All For One“ im schweren Fuzz-Gitarren-Sound, der die heftigen Lyrics zur gesellschaftlichen und politischen Situation in Cincinnati unterstreicht.

Seinen Frust über die Covid-19 Pandemie entlädt Taft danach bei „I’m A Believer“ , um abschließend nahezu versöhnlich – mit seiner Tochter im Background – die Piano-Ballade „I Will Always Love You“ anzustimmen und das Finale des neuen Albums ein wenig in „kosmische Sphären“ überzuleiten.

Mit „Cosmic Radio“ hat Dudley Taft ein anspruchsvolles Blues- und Rock-Album abgeliefert, das seine musikalische Präsenz als Songwriter und Musiker energiegeladen hervorhebt. Der Produktions-Rhythmus des US-Amerikaners entwickelt sich allmählich zu einem „Marathon“, den er hoffentlich noch weiter durchhält.

American Blues Artist Group (2020)
Stil: Blues Rock, Southern Rock

Tracklist:
01. Cosmic Radio
02. Left In The Dust
03. The Devil
04. Goin’ Away Baby
05. One In A Billion
06. The End Of The Blues
07. Relentless
08. Fly With Me
09. Hey Hey Hey
10. All For One
11. I’m A Believer
12. I Will Always Love You

Dudley Taft
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