Dallas Burrow – Modern Day Vagabond – CD-Review

 

Wieder mal ein neuer Name in Sounds Of South, mit dem es sich zu beschäftigen gilt. Der texanische Singer/Songwriter Dallas Burrow, wie so oft mit musikalischem Erbgut versehen (sein Vater Mike Burrow ist ebenfalls auf dem Terrain seit langem unterwegs und auf diesem Album mit vertreten), hat schon diverse EPs, CDs und Live-Scheiben herausgebracht.

Jetzt liefert er mit „Modern Day Vagabond“ einen Longplayer ab, der allein schon von den vielen illustren Gastpräsenzen her erahnen lässt, man es hier mit einem aufstrebenden Künstler zu tun bekommt.

Frei nach dem Motto ‚Lustig ist das Vagabundenmusikleben‘ wird Burrow von Leuten wie Grammy Gewinner Adam Odor (The Chicks, Silverada) und The Great Divide’s Mike McClure (Cross Canadian Ragweed, Turnpike Troubadours) in Sachen Produktion begleitet, als Stamm-Musiker sind McClure an der Akustikgitarre und Odor am Bass, Cameron Martin als Drummer, Asleep at the Wheel’s Katie Shore an der Fiddle, sowie  Kullen Fox — lange Zeit Multiinstrumentalist für Charley Crockett am Piano, Organ und Akkordeon mit dabei.

Am Ende waren auch noch weitere klingende Namen wie Mark Tokach (Charlie Robison Band), Larry Chaney (Edwin McCain), Colin Brooks (Band of Heathens), Donny Silverman (Townes Van Zandt), Mitglieder von West Texas Exiles und der legendäre Multiinstrumentalist Lloyd Maines involviert.

Dazu kommen noch die ganzen vokalen Gastpräsenzen von Susan Gibson, Will Sexton, Kelly Willis (die habe ich mal vor über 20 Jahren in Utrecht live gesehen), Kelley Mickwee, Mike McClure und Burrows Vater, Mike Burrow, die dem musikalisch eh schon abwechslungsreich gestalteten Longplayer noch weitere Goodies bescheren.

Dallas Burrow selbst erinnert mich von der Stimme her an Bobby Houck von The Blue Dogs, wie auch an deren Art Musik zu machen (u. a. „Modern Day Vagabond“, „Full Circle“, „Walking Side By Side“, „Time Is Now“, „Old Time Revival“), allerdings ist der Protagonist deutlich traditioneller unterwegs und stilistisch (zumindest hier) auch etwas breiter aufgestellt.

Mutig finde ich ausgerechnet den düstersten und mit etwas Southern Rock-Flair bedachten Song „Underdog“ zur Single auszuwählen. Beim Steel-getränkten, an die Pirates Of The Mississippi erinnernden „Memories“ gibt Dallas‘ Vater Mike mit Harmoniegesängen und kurzer kauziger Lead vocals-Solo-Einlage sein Stelldichein.

‚Mr. Red Dirt‘ Mike McClure verpasst „Whole Different Angle“ sein typisches Flair, „All I Want Is You“ sticht mit seinem souligen Charakter etwas heraus, genauso wie das stark Folk-geprägte Townes Van Zandt-Cover „Rake“ (nur mit Gesang, Mandoline und Flöte) am Ende.

Odor und McClure haben das Gesamtwerk relativ ’natur-belassen‘, man kann schon fast von einem Live-Charakter sprechen. Man kommt sich vor wie als Gast auf einer sommerlichen Musiker-Garten-Party, wo alle, die spielen können, ihre Instrumente mitgenommen haben, sich mit allen, die auch singen können auf einer improvisierten Bühne mit dem Gastgeber zusammenfinden, um gemeinsam geschmackvolle Countrymusik & More zu zelebrieren. Sehr unterhaltsam!

Forty Below Records (2026)
Stil: Country & More

Tracklist:
01. Modern Day Vagabond
02. Let ItShine
03. Miracle
04. No Problem
05. Full Circle
06. Walking Side By Side
07. Oldest Secret
08. Time Is Now
09. Memories
10. Underdog
11. Whole Different Angle
12. Can’t Turn Around
13. All I Want Is You
14. Rake

Dallas Burrow
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