
Die Allen Forrester Band, bestehend aus den beiden Namensgebern Josh Allen und Ben Forrester im Verbund mit Bassist Hendrik Herder und Schlagzeuger Matze Böhm, hat sich mit vielen schönen Gigs, ihrer publikumsnahen und sympathischen Art, sowie diversen Tonträgern, peu à peu ein immer mehr wachsendes Standing in der Southern Rock-Gemeinde erarbeitet.
Mit „Red Dirt Town“ folgt jetzt nach ihrem Debüt 2023 der zweite Longplayer mit zehn neuen Stücken. Einige der Lieder, das wurde mir beim heiteren „Sweet Marie“ mit seiner Acapella-Mitsing-Passage am Ende des Songs schon beim ersten Hördurchgang bewusst, hatte die Band bei ihrem Konzert im März in der Krefelder Kulturrampe schon vorab live präsentiert.
Eine kluge Entscheidung war es, erneut Simon Oslender als Gast mit einzubinden, der entwickelt sich mit seinen immer perfekt passenden Keys- und Orgeleinlagen fast schon zum heimlichen Star des Albums. Ein echter Gewinn!
Der Beginn mit „Skin Deep“ und „Misery Likes Company“ startet im Skynyrd-Ambiente, ein Schelm, der beim letztgenannten Song nicht an den Rossington Collins Band-Klassiker „Misery Loves Company“ denkt.
Im Prinzip bleibt man sich der Linie des Debüts treu, Southern Rock aus dem Dunstkreis von Acts wie den Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, The Black Crowes oder Blackberry Smoke, bei „Under Her Spell“ und „From The Ashes“ auch mit dezent progressiven Zutaten.
Nach dem famosen Orgelintro von Oslender bei „Here’s To The Good Times“ möchte man förmlich „What would you think if I sang out of tune?“ („With a little Help From My Frienda“) los singen, das stellt sich allerdings dann schnell als schöne Finte heraus, die Hommage an die guten Zeiten ist dann ein eigenständig entwickelter Track.
Neu ist, dass das Werk mit „White Picket Fences“ auch einen echt radiotauglichen Ohrwurm enthält, der durch das empathische Fiddle-Spiel von „Gustavo Strauß (d’Artagnan), eine noch bis dato eher unbekannte countryeske Seite des Quartetts offeriert. Ganz klar mein Lieblingssong der CD!
Auch die Einbindung des externen Songwriters Cedric Cherney entpuppt sich als Gewinn, der zeichnet sich für die Texte von „Fifty“ als auch des Titelsongs „Red Dirt Town“ verantwortlich. Dieser ist im Stile von Charlie Daniels‚ „The Legend Of Wooley Swamp“ konzipiert. Ben Forrester, der hier natürlich wieder durch seine meisterhaften Les Paul-Soli glänzt, wechselt sich mit pathetischen Sprechpassagen mit dem Gesang von Josh Allen ab. Ebenfalls ein Highlight des Silberlings!
Die Allen Forrester Band überzeugt mit ihrem zweiten Album „Red Dirt Town auf ganzer Linie, man darf, ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster zu lehnen, durchaus das Wort ‚Weiterentwicklung‘ in den Mund nehmen.
Zu gefallen weiß aus meiner Sicht auch die Covergestaltung in Form eines Briefumschlags mit den zurück geblieben Kaffeetassenrückständen, wie es jeder vermutlich schön aus dem eigenen Leben wiedererkennen wird.
Das fränkisch/amerikanische Ensemble wird am 18. Oktober im schönen Backyard Club in Recklinghausen zugegen sein und ich sehe mich und die restlichen Besucher schon jetzt, ihnen begeistert und lautstark in der Interaktionsphase „My, my, my – Sweet Marie“ entgegenschmettern.
EBF Music / Timezone Records (2026)
Stil: Southern Rock
Tracks:
01. Skin Deep
02. Misery Likes Company
03. White Picket Fences
04. Sweet Marit
05. Fifty
06. Here’s To The Good Times
07. Under Her Spell
08. Red Dirt Town
09. Little Breathin‘ Reason
10. From The Ashes
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