Kiefer Sutherland – 09.05.2026, Live Music Hall, Köln – Konzertbericht

Puh, wie die Zeit vergeht. 3 1/2 Jahre ist es schon wieder her, als ich Kiefer Sutherland zuletzt bei einem Konzert in Köln erlebt habe, damals im größeren Carlswerk. Jetzt hatte er sich im Rahmen der Promotion für sein neues Album „Grey“, das am 29. Mai veröffentlicht wird, zu einer Europa-Tour angesagt, bei der Deutschland viermal bedacht wurde.

Der Gig in der Kölner Live Music Hall bildete davon gestern den Abschluss. Zunächst hatte aber der Ire Colin Andrew, aus dem County Kerry stammend, die Gelegenheit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Iren sind ja hier bei uns eine beliebte Spezies. Andrew, der Sutherland auch 2024 schonmal sporadisch supportete, hatte mit seinem Charme und humorvollen Auftreten, keine Probleme, das Publikum auf seine Seite zu ziehen.

Das gelang ihm in der Anfangsphase ganz schnell mit einer guten Coverversion des Prince-Klassikers „Purple Rain“. Aus dem eigenen Portfolio blieb in den insgesamt kurzweiligen 30 Minuten noch das abschließende „Still Waiting“ hängen. Der Bursche kam beim Publikum in der Domstadt gut an.

Eine halbe Stunde später pünktlich um 20:00 Uhr betrat der kanadische Protagonist Kiefer Sutherland, vielen bei uns hier eher als Schauspieler bekannt, als Part seines für die Europa-Tour zusammengestellten Quintetts, unter großem Applaus die Bühne.

Mit den Brüdern Ash und Phil Wilson sowie Roger Inniss hatte er gleich drei Musiker, die ich auch schon entweder in eigener Sache (Ash Wilson Trio) oder in Begleitung von Interpreten wie Sari Schorr, Tasha Taylor oder beim Blues Caravan in kleinerer Umgebung kennengelernt hatte und die zum Teil auch in unserer VIP-Galerie ihren Platz haben.

Für den Country-Touch in seinen Songs sorgte der amerikanische Multi-Instrumentalist CJ Hillman oder auch besser bekannt als Chris Hillman. Sutherland bot den von ihm typisch zelebrierten Americana-Sound in Stile der großen amerikanischen Rock-Poeten a là Springsteen, Petty & Co. mit schönen Ausflügen in Country-, Southern- und Pop-Rock-Gefilde.

Das sympathische an ihm ist sein sehr natürliches Benehmen und Erscheinungsbild, die aufgesetzte und affektierte Art vieler prominenter Persönlichkeiten seines Kalibers liegt ihm offensichtlich fern.

Dem Southern Rock-Passionisten ging natürlich bei der Coverversion des Marshall Tucker-Evergreens „Can’t You See“ das Herz auf, der hier mit 3er-E-Gitarren-Besatz in einer sehr rockigen Version modifiziert wurde.

Das neue Werk „Grey“ wurde mit den Stücken „Down Below“ (Opener), „Goodbye California“, „Come Back Down“, „American Farmer“ (in Protestsong-Manier der Marke Dylan),“Simpler Time“ und „Starlight“ (letzte Zugabe mit epischem E-Gitarren-Solo von Ash Wilson) mehr als ordentlich bemustert. Dazu kam noch mit „Love Will Bring You Home“ (geschrieben von Kiefer zusammen mit Ash Wilson) ein bis dato unveröffentlichter fluffiger und melodischer Track hinzu, der auch als Namensgeber der Tour fungiert.

Shuffliges Bakersfield-Flair verströmte das countryeske „This Is How It’s Done“, „Down In A Hole“ bot heftigen Stampf-Rock. Das southern-soulige „Friday Night“ begeisterte auch an einem Samstag-Abend, ein Highlight. Der Tex-Mex-Schunkler „Agave“ bot einen launigen Abschluss eines durchweg gelungenen und sehr abwechslungsreichen Hauptteils.

Im Zugabenbereich hatten Kiefer & Co. neben dem bereits erwähnten „Starlight“ vom neuen Silberling, mit dem Phil Collins Welthit „In The Air Tonight“ noch ein echtes Überraschungsbonbon in petto, bei dem es Phil Wilson dann im berühmten Drum Bridge krachen lassen durfte.

Für Kiefer Sutherland und seine Truppe geht es jetzt nach einem kurzen Abstecher in Belgien bis Ende Mai weiter nach UK, wo Inniss und die Wilsosn dann Heimspiele haben.

Line-up:
Kiefer Sutherland (lead vocals, electric guitar)
Chris Hillman (electric guitar, pedal steel)
Ashley Wilson (electric guitar)
Roger Inniss (bass)
Phil Wilson (drums)

Text und Bilder: Daniel Daus

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Motion
Live Music Hall, Köln

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