Steve Cropper – Fire It Up – CD-Review

Steve Cropper Fire It Up Albumcover

Review: Jörg Schneider

Steve Cropper dürfte wahrscheinlich nur einem sehr kleinen Kreis interessierter Leute als Musiker bekannt sein. Gleichwohl hat er sich in den mehr als letzten 60 Jahren als Soulgitarrist und auch als Produzent und Songschreiber einen Namen gemacht. Bei Booker T. & The MG’s spielte er in deren Evergreen „Green Onions“ die Gitarre und war später auch Gründungsmitglied der Blues Brothers. Auch die Hits „Midnight Hour“ (Wilson Pickett), „Sitting On The Dock Of The Bay“ (Otis Redding) oder „Soul Man“ (Sam and Dave) und andere Soul Hits gehen auf sein Mitwirken als Komponist zurück und vom Rolling Stone Magazin wurde er in die Top 40 der größten Gitarristen aller Zeiten aufgenommen.

Mit „Fire It Up“ bringt Steve Cropper nun tatsächlich sein erstes Soloalbum seit 1967 auf den Markt. Und natürlich enthält es lauter Soul-Titel, insgesamt dreizehn Stück. Das 2011 erschienene Album „Dedicated: A Salute To The 5 Royales Songs“ war eher ein gemeinsames Werk mit BB King, Steve Winwood, Brian May u. v. a.

Es startet und endet mit „Bush Hog“, ein soulig-funkiges Instrumentalstück, genau so frisch und ganz im Stil der MG’s, wie er auch – für die Älteren unter uns – auf seinem erstem Soloalbum „With A Little Help From My Friends“ aus dem Jahr 1967 zu hören ist. Der Titelsong „Fire It Up“ mit seinem typischen R&B-Rhythmus, zündenden Bläsersätzen und dem, ein wenig an den bereits erwähnten Kulthit „Soul Man“ erinnernden Intro, ist ein Energielieferant ersten Grades mit einem grandiosen Robert C. Reale als Sänger.

Beruhigend hingegen ist „One Good Turn“, der Song fließt mit einer 60’er Jahre- Attitude gemächlich von Note zu Note dahin mit einem warmen Gitarrensolo in der Songmitte, gefolgt von „I’m Not Havin’ It“, einem kraftvollen Midtempostück. Auch „Out Of Love“ kommt ganz im Stil des Soul der 60’er Jahre daher. Mit dem am klassischen R&B orientierten, aber etwas ungeschliffener klingenden “Far Away“ hatte Cropper die Veröffentlichung seines neuen Albums angekündigt. Es wird getragen von souligen Bläser-Riffs und schwingenden Keyboardeinlagen.

Auch die nachfolgenden Songs „Say You Don’t Know Me“, “She’s So Fine“ (etwas flotter und treibender), „Two Wrongs“ (bluesiger) und „Heartbreak Street“ bleiben dem bekannten Soulstil treu. Gleiches gilt für „The Go-Getter Is Gone“, es klingt aber durch die stakkatohaften Pianoeinlagen etwas mehr nach Rock ’n’ Roll.

Schließlich endet das Album mit einem Doule-Feature des bereits eingangs gespielten „Bush Hog“. Unwillkürlich fragt man sich nun, ob Cropper hier nach elf durchaus schwungvollen, groovenden und tanzbaren Nummern das Material oder die Ideen ausgegangen sind. Schade an sich. Da hätte mehr kommen können.

Steve Cropper war und ist ein Meister des Soul und sein Album ist insgesamt eine tolle Reminiszenz an diese Zeit. Von daher dürfte die Scheibe aber eher für die Junggebliebenen unter uns interessant sein, deren musikalische Prägephase in den 60’ger Jahren des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat. Freunde des Southern Rock oder reinen Blues werden hier also nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.

An alle Soulfreaks: Das Album ist ab heute, den 23. April 2021, im Handel erhältlich.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Soul

Tracks:
01. Bush Hog Part 1
02. Fire It Up
03. One Good Turn
04. I’m Not Havin’ It
05. Out Of Love
06. Far Away
07. Say You Don’t Know Me
08. She’s So Fine
09. Two Wrongs
10. Heartbreak Street
11. The Go-Getter Is Gone
12. Bush Hog Part 2
13. Bush Hog

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