J Houston Band – Milestone – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Die J Houston Band – das sind der Gitarrist und Songwriter Jim Houston, die Bassistin Carolyn Saini und der Drummer John Chapman. Mit „Milestone“ liefert das Trio nun nach „The Hunter“ und „New World Order“ sein neuestes Werk ab, welches allerdings über weite Strecken wesentlich blueslastiger und melodiöser ist als das Vorgängeralbum, aber dennoch den typischen Blues-Rock-Sound der Band beibehält.

Es umfasst zehn Eigenkompositionen, jede für sich ein musikalisches Kleinod. Mit Bluesharp, Resonatorgitarre, Slidegitarre und Geige ist die Scheibe nicht nur sehr abwechslungsreich instrumentiert, sondern überzeugt auch mit eingestreuten Versatzstücken aus den Bereichen Rock ’n‘ Roll, Funk und Country.

Ein Beispiel für den gelungenen Sound liefert gleich zu Beginn das fröhliche und durch die Fiddle (gespielt von Gastmusiker Peter Cliche) leicht countrymässig anmutende „Big John“ und überrascht zudem mit ein paar unerwarteten Stil- und Tempiwechseln.

Ebenso flott und absolut tanzbar ist der im Chicagostil arrangierte Rock ’n‘ Roller „Drivin“. Etwas aus der Rolle fällt hingegen das Stück „Shadfly Shuffle“. Es beginnt mit einem bluestypischen Harpintro, zu dem sich dann ein lakonischer Sprechgesang von Jim Houston hinzugesellt. Eine schöne, eigenartige Mischung.

Mit „Sugar Is Not Honey“ folgt dann eine kleine Ruhephase. Der klebrig-süße Song fließt ganz gemächlich und äußerst relaxt dahin, bevor dann eine volle Dröhnung in Form des rockig, aggressiven „Starving Dog Blues“ den Pulsschlag wieder in die Höhe schnellen lässt.

Seinem Namen macht der Track „Stomping Ground“ alle Ehre. Er stampft sich mit viel Slidegitarre und Tempiwechseln sehr rhythmisch in die Gehörgänge des Zuhörers, während „Twenty Cents“, ein schöner Chicagoblues ist, der mit einer einprägsamen Gitarren-Hookline aufwartet, aus der sich dann ein melodiöser Mittelteil entwickelt, um anschließend wieder zum musikalischen Eingangsmotiv zurückzukehren.

So richtig ins Träumen geraten kann man mit „The Muse“. Ein leicht mit Slidegitarre angereicherter Slowblues mit unverkennbaren Countryeinflüssen. Teilweise ein wenig funkig mutet das Gitarrenspiel in dem sparsam instrumentierten „Legs So Fine“ an. In „Whats On My Plate“ beherrscht das Keyboard die ersten Takte und hinterlässt etwas Retrofeeling. Auch hier wieder der für eine Bluesscheibe untypische Sprechgesang des Bandleaders, mitunter eingebettet in einen leise-harmonischen Chorgesang im Hintergrund.

Unter dem Strich ist den drei Musikern der J Houston Band ein absolut abwechslungsreiches Album gelungen, das man sicherlich immer wieder gern hören wird. Dazu trägt auch bei, dass die Lieder oftmals einige musikalische Überraschungen beinhalten. Zudem präsentiert sich Jim Houston als durchaus humorvoller Geschichtenerzähler mit politischen Akzenten. Aus meiner Sicht verdient das Album eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, im Handel ist es ja bereits.

Label: Train Records (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Big John
02. Drivin’
03. Shadfly Shuffle
04. Sugar Is Not Honey
05. Starving Dog Blues
06. Stomping Ground
07. Twenty Cents
08. The Muse
09. Legs So Fine
10. What’s On My Plate

J Houston Band
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