Shadow & The Thrill – Sugarbowl – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als „Two Men Band“ mitten in der Pandemie-Zeit das Debüt-Album zu veröffentlichen ist sicher kein leichtes Unterfangen. Shadow & The Thrill haben sich diesen Schritt aber offenbar gut überlegt und mit „Sugarbowl“ neun hervorragende Songs eingespielt.

Hinter dem Bandnamen stecken die beiden US-Amerikaner Tony Cardenas-Montana (Guitars, Bass, Harmonika und Vocals) aus Los Angeles und Brentt James Arcement (Drums, Keys, B3 Organ und Vocals) aus New Orleans, die langjährige Studio- und Tournee-Erfahrungen vorweisen können.

Ob Great White, Slash oder Fiona Apple, die professionellen Collaborations der beiden sind über die letzten Jahre stetig angewachsen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis ihre musikalischen Gemeinsamkeiten die Pläne für ein eigenes Studio-Album ebneten. Die Aufnahmen in New Orleans wurden im Mixing von Toningenieurin Sylvia Massy (Grammy-Award) bearbeitet, die ein bluesiges Rock- and Roll-Werk auf den Weg brachte.

„This music isn’t perfect, but it’s all heart and soul“, so Tony Cardenas-Montana und verbindet damit sicherlich rockgroovende, melodische Songs, die als moderne, Blues- beeinflusste Stücke ihre Ursprünge u.a. in den Sounds von Aerosmith, Gary Moore oder Chris Cornell finden. Beispiele hierfür sind der Einsteiger-Titel „Lovesong“ – durchaus ein Hit in Wartestellung – und das folgende „Misery“, die mit schönen Guitar-Riffs und intensiven Gesangsparts und sowohl schnellen als auch bluesigen Rock in „Old-school“ Tracks bereits zu Beginn des Albums auf sich aufmerksam machen.

Diese Wirkung geht auch auf „The Grind“ über, ein Cover (im Original von Ex-Deep Purple-Gitarrist Tommy Bolin), das hier in seiner Pop-Blues-basierten Version etwas Billy Joel-Verwandtschaft besitzt. Der nachfolgende Rock- und Titelsong „Sugarbowl“ markiert durch die starke E-Gitarre einen Hauch von Jimi Hendrix und im Gesang starken Heavy-Blues.

Mit „Ready To Roll“ kommt eine Rhythmus- und Keyboard-betonte Nummer, die in Anklängen – wie insbesondere der ansehnliche Accoustic-Track „Mississippi“ – eine Reminiszenz an den Blues-Stil von R. L. Burnside darstellt. Als Gegenstück folgt „Just Enough“, ein aggressiver Rocksong, der mit angriffslustigen Riffs zu den besten Tracks des Longplayers gerechnet werden sollte.

Die breite Aussagekraft von „Shadow & The Thrill“ zeigt sich definitiv ebenfalls bei der geradlinigen Blues-Version des Gnarls Barkley-Klassikers „Crazy“ von 2006, die in ihrer episch-meisterlichen Cover-Variante leicht hartgesottene Bonamassa-Fans überzeugen dürfte. Kein Wunder, dass „Crazy“ als Vorab-Single für die Band bereits zum Erfolg wurde. Der ausgeprägte Blues-Rock-Sound wird beim letzten Stück, dem leidenschaftlichen und kraftvollen „Unaware“, noch einmal unterstrichen und bildet einen bemerkenswerten Abschluss der Scheibe.

Die erst seit 2018 gemeinsam auftretenden „Shadow & The Thrill“ haben mit ihrem Erstling „Sugarbowl“ ein Top-Album im Angebot, das durch seine Kombination aus Groove-, Rock- und Blues-Bestandteilen eine beachtliche Studio Performance abgeliefert. Trotz der beschwerlichen Umstände haben sie die Bewährungsprobe gemeistert und für eine gelungene Überraschung gesorgt.

Deko Entertainment (2020)
Stil: Blues/Rock

Tracklist:
01. Lovesong
02. Misery
03. The Grind
04. Sugarbowl
05. Ready To Roll
06. Just Enough
07. Mississippi
08. Crazy
09. Unaware

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