Beth Hart – War In My Mind – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Beth Hart hat nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Eine schwierige Kindheit, ein spielsüchtiger Vater, Drogenprobleme und ihre, wie sie offen zugibt, manisch-depressive Erkrankung sowie der frühe Verlust ihrer Schwester haben sie über die Jahrzehnte geformt.

Inzwischen ist die Sängerin gereift und präsentiert nun mit 47 Jahren ihr wohl persönlichstes Album. Auf „War In My Mind“ verarbeitet sie die Berg- und Talfahrten ihres Lebens. In den Songs gibt sich Beth Hart roh und ungeschminkt, die Tracks wirken deshalb auch sehr kraftvoll und authentisch.

Fast alle Songs kommen in ihrer Grundtendenz einerseits eher nachdenklich daher, reißen aber andererseits den Zuhörer dank ihrem virtuosem Klavierspiel und einfühlsamen Gesang auch immer mit. Auf jeden Fall besticht das Album nicht nur musikalisch, sich mit den Lyrics auseinander zu setzen lohnt sich ebenfalls. Insofern ist es schade, dass, zumindest der für das Review vorliegenden Demoversion des Albums, kein Booklet mit den Songtexten beiliegt.

Hier eine kurze Beschreibung einiger Songs auf dem Album:

Der Opener „Bad Woman Blues“ – er handelt von einer durchtriebenen Frau, die sich dessen aber nicht schämt – bietet ein gospelartiges Intro, welches sich zu einem rhythmisch groovenden Track entwickelt.

In der sich zu einer epischen Hymne entwickelnden Klavierballade „War In My Mind“ verarbeitet Beth Hart ihre jahrelange Alkoholsucht und das Gefühl mit dem Leben nicht mehr klar kommen zu können.

Um Schmerz, Kampf und Liebeskummer geht es auch in dem leicht jazzig beginnenden Song „Without Words In The Way“, während „Let It Grow“ davon handelt, in Zeiten der Hoffnungslosigkeit diese zu überwinden, ein froh stimmendes Stück mit einem tollem Gospelchor im Background. Auch „Try A Little Harder“ kommt flott und lebensbejahend daher. Das Stück versucht ein Bild der Spielhöllen in Las Vegas zu zeichnen und spielt auf die Glücksspielsucht ihres Vaters an.

Ihrer früh verstorbenen Schwester Sharon hat Beth Hart mit dem Midtempostück „Sister Dear“ ein Denkmal gesetzt, welches entfernt an Marty Webbs „Tell Me On A Sunday“ erinnert. Ganz andere Einflüsse treten in „Spanish Lullabies“ zutage. Wie der Titel vermuten lässt, spielen hier spanische Gitarrenklänge und leichte Flamenco Rhythmen eine tragende Rolle.

Geradezu aus einem James-Bond-Film entstammen könnte hingegen der Slowblues „Rub Me For Luck“, während das gut tanzbare „Sugar Shack“ mit seinem Discotouch eine Reminiszenz an die 70’er Jahre des letzten Jahrhunderts ist.

Ihre jahrelange Drogensucht hatte Beth Hart nicht zuletzt durch ihren christlichen Glauben überwunden, in der Ballade „Thankful“ bringt sie nun ihre Dankbarkeit und ihren Glauben sehr gefühlvoll zum Ausdruck.

Über ihr Album sagt Beth Hart selbst, dass sie auf keinem anderen ihrer Werke sie so sehr sie selbst war. Diese Aussage stimmt absolut. Mit „War In My Mind“ liefert die Sängerin ein großartiges Album ab, welches für sie selbst offenbar ein Stück weit Therapie, auf jeden Fall aber Befreiung ist und für den Hörer zwölf abwechslungsreiche Songs bereit hält.

Mascot Label Group (2018)
Stil: Blues, Singer/Songwriter

01. Bad Woman Blues
02. War In My Mind
03. Without Words In The Way
04. Let It Grow
05. Try A Little Harder
06. Sister Dear
07. Spanisch Lullabies
08. Rub Me For Luck
09. Sugar Shack
10. Woman Down
11. Thankful
12. I Need A Hero

Beth Hart
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