Rachelle Coba – Blink – CD-Review

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In der Blues-Szene sind weibliche Singer/Songwriter seit jeher eine Ausnahmeerscheinung, die nach wie vor im breiten Spektrum dieser traditionell von Männern besetzten Domäne oft viel zu wenig Beachtung finden.

Rachelle Coba gehört zu den wenigen, die den schwierigen Schritt in dieses Genre gewagt haben. Nach ihrer ersten Platte „Mother Blues“ (2014) und einer Nominierung für das beste Debüt bei den Blues Bast Music Awards, hat sie sich für den Nachfolger Zeit gelassen und diese Phase kreativ-schöpferisch genutzt. Die Folge daraus war schließlich, dass sie alle Songs auf „Blink“ eigenhändig geschrieben hat und damit ihr ausgereiftes Songwriter-Talent unter Beweis stellt.

Der Blitz-Start durch den blues-rockigen Opener „High and Dry“ fesselt sofort mit Rachelles Gitarrenspiel und den riff-artigen Keyboardakkorden von John Ginty und kommt überhaupt nicht so trocken rüber, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Das Delta Blues Stück „River of Blood“ ist hingegen minimal instrumentalisiert und legt den Fokus auf Rachelles vielseitiges Stimmvermögen. Im melodischen Titelstück „Blink“ gibt es im schönen Refrain angenehme Ausflüge in Pop-Sphären und den Wechsel in eine eher feinere Stimmlage.

Die ruhigeren und verspielten Stücke „Dance These Blues Away“, „You Stole My Heart“ oder “Maybe“ aber auch die impulsiveren Songs „No Deals“ und „Bad Reputation“ leben von Rachelle Cobas wandelbarem Gesangsstil, der perfekt auf das Blues-Rock Genre zugeschnitten scheint. Sowohl den Slow-Blues beherrscht sie („Blame It On The Blues“), als auch das Zusammenspiel mit der schroffen Gitarre („Shuffle Ya“).

Rachelle Coba gelingt es stets in brillanter Art und Weise zum einen mit ihren souveränen Vocal-Parts zu glänzen und zum anderen ihre Gitarre stilsicher ’sprechen‘ zu lassen – was sie z. B. von einer anderen Power-Blues-Frau, wie Beth Hart unterscheidet, die vorwiegend über ihre Stimme das Publikum erreicht. Am nächsten kommt Rachelle Coba noch der Texanerin Dede Priest, die ihre Stimme und ihren Gitarrenstil ebenso gut kombiniert.

Rachelle Coba ist ein beeindruckende Blues-Musikerin, die stimmgewaltig eine berauschende Langzeitwirkung entstehen lässt und mit ihrer zweiten Platte eine Bestätigung ihres Könnens demonstriert. „Blink“ ist nicht nur ein kurzes Blinzeln und eine Momentaufnahme der Bluesgeschichte, sondern eine spannende Reise durch die Landschaft der Bluesmusik.

American Showplace Music (2018)
Stil: Blues

Tracklist:
01. High and Dry
02. Dance These Blues Away
03. Good Ole Heartbreak
04. No Deals
05. River of Blood
06. Blink
07. Bad Reputation
08. You Stole My Heart
09. Shuffle Ya
10. Maybe
11. Blame It On the Blues

Rachelle Coba
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