Basement Saints – Bohemian Boogie – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die Gestaltung des Digipacks von „Bohemian Boogie” ist für ein Rockalbum ungewöhnlich: Ein naiv gemaltes Bild zeigt die drei Bandmitglieder chillend an einem Vorgebirgsfluss. Ein mittelalterlicher Ochsenwagen, eine idyllische Wassermühle, grüne mit Blumen übersäte Wiesen und eine Bergkette im Hintergrund lassen nicht vermuten, dass sich auf der Scheibe Musik verbirgt, die eher in die staubigen Weiten des amerikanischen Südwestens passt als in Schweiz, dem Herkunftsland der Basement Saints.

Die Eidgenossen Anton Delen (vocals, rhythm-guitar), Tobias Arn (lead-, slide-guitar. harmonica) und Samuel Jaussi (drums, percussion) gründeten ihre Band 2012 in Solothum. Die passionierten Skateboarder lassen ihre enge Verbindung zu der Sportart nicht nur in dem Opener „Skatopia“, sondern auch in dem Video zu der ersten Singleauskopplung „Rooftop Riddles“ durchscheinen. Sie räumen so mit mehreren Vorurteilen auf: dass Schweitzer nur aus Alphörner Töne herausbringen sowie dass Skateboarding und Rock nicht recht zusammenpassen.

Obwohl sich „Skatopia“ und das Titelstück „Bohemian Boogie“ am klassischen Rock ’n Roll orientieren, weht mit den Basement Saints frischer, aber rauer Wind von den Alpen herab. Bei „Shyness Highness” kommt die rauchige Stimme von Anton Delen voll zur Geltung. Auch auf „That Kind Of Lover” besticht er mit seinem kratzigen Gesang. Vor allem durch das Gitarrenspiel von Tobias Arn erhalten die beiden Songs ebenso wie „Buffalo Bay“, bei dem er auch noch kräftig in die Mundharmonika bläst, einen Southern Rock-Flair. Eine härtere Gangart schlägt „Snow On The Road“ an. Hier überzeugt der Gitarrist ein weiteres Mal mit seinem Solo.

Neben den drauflos rockenden Songs finden sich drei langsamere Nummern auf der CD. „Faith“ wirkt beinah zerbrechlich, wobei das Stück durch den Gesang, der im Kontrast zu der fast meditativen Instrumentalisierung steht, Spannung gewinnt. „Rooftop Riddles“ gefällt mit einem entspannten Refrain und erinnert mit leicht psychodelisch angehauchten Passagen an die siebziger Jahre. Die Single spiegelt allerdings nicht das rockige Grundkonzept des Longplayers wider. So ist „Free Time“ von der Geschwindigkeit ähnlich gelagert, erscheint aber durch das akzentuierte Schlagzeug deutlich kraftvoller.

Das Trio liefert insgesamt ein kurzweiliges Album ab. Dies liegt nicht an der Gesamtspielzeit von dreißig Minuten, sondern an den abwechslungsreichen Songs und der guten Performanz. Die Stärke der Band liegt in den schnellen Nummern, bei denen Gesang, Gitarrensoli und Rhythmus prima passen.

Neben Hank Shizzoe fällt mir spontan kein Schweizer ein, der zuvor den Weg in meine Musiksammlung geschafft hätte. „Bohemian Boogie“ von den Basement Saints ergänzt diese nun gebührend, sodass ich auch nach deren Debüt-EP „Free Souls“ und dem ersten Album „Get Ready“ Ausschau halten werde.

Wanted Men Recordings (2017)
Stil: Rock

01. Skatopia
02. Shyness Highness
03. Free Time
04. Snow On The Road
05. Buffalo Bay
06. Faith
07. Rooftop Riddles
08. That Kind Of Lover
09. Bohemian Boogie

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