Robert Jon & The Wreck, 20.05.2016, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Schon wenige Stunden nach Fertigstellung des CD-Reviews zur neuen Scheibe „Good Life Pie“, ging’s dann auf den Highway Richtung Krefeld, um das, schon mit viel Vorfreude und Spannung erwartete Konzert von Robert Jon & The Wreck zu besuchen und zu reflektieren. Das zweite Werk der Jungs hat ja, wie im Album-Bericht bereits erwähnt, eine spürbare Weiterentwicklung erkennen lassen, so war hier die Frage, ob auch ihre Live-Qualitäten ein noch höheres Level (z. B. im Vergleich zu ihrem ersten Auftritt vor etwas über einem Jahr an gleicher Stelle) erreicht haben.

Zunächst muss erst mal eine Beileidsbekundung ausgesprochen werden. Pille Peerlings, der in liebe- und mühevoller Arbeit die Kulturrampe zu einer der Locations gemacht hat, in der tolle Musik quasi zum Anfassen ‚gelebt‘ wird, musste gerade bei einem Gig, auf den er so richtig heiß war, wegen Krankheit passen. Bitter! Auf diesem Weg schon mal schnelle und beste Genesungswünsche.

Manny von Teenage Head Music führte den SoS-Fotokünstler Gernot und mich dann direkt in die Katakomben der Rampe, wo ein Interview mit Robert anstand. Die komplette Band war im kleinen Kämmerlein versammelt und schnell entwickelte sich nach den ersten zwei Fragen an Robert ein unterhaltsames Gespräch, bei dem dann auch Gitarrist Kristopher Butcher und Drummer Andrew Espantman manche Frage übernahmen. Hierzu in einem separaten Bericht demnächst mehr.

Die Kulturrampe war an diesem Abend wieder rappelvoll. Zurecht, und die Anwesenden sollten ihr Kommen nicht bereuen. Die Burschen ließen es richtig krachen. Das war Southern Rock, wie man ihn kaum besser und, vor allem, so hautnah erleben kann. Schon der relativ unbekannte Opener des Quintetts „Breaking Down The Road“ rockte direkt Slide-durchzogen (sowohl Robert als auch Christopher) los. Das nachfolgende „Blame It On The Whiskey“ offerierte dann frühzeitig auch die Groove-Qualitäten des Fünfers. Mit „Good Lovin’“ gab es das erste Stück vom neuen Longplayer.

Der nicht nur Fußball-kundige RWE-Kumpel Däddy (es ist ja hinreichend bekannt, dass Rot-Weiss Essen-Fans nicht nur den besten Fußball-Geschmack haben, sondern auch musikalisch höchst versierte Personen in ihren Reihen haben…) hatte sofort das Wort ‚Doors‘ im Mund, ausgelöst natürlich durch die kühlen, hypnotisch wirkenden Keyboard-Klänge vom ansonsten bestechend klimpernden Lockenschopf Steve Maggiora.

Das shufflige „Hey Hey Mama“ versetzte auch den letzten bewegungsfaulen Typen in rhythmisches Mitgrooven, manche Dame sogar in dezent ekstatische Tanzbewegungen. Der neue Longplayer wurde natürlich im weiteren Verlauf ausgiebig ‚beackert‘. „Rollin'“, das schön atmosphärische „Death Of Me“ und der leicht Countryrock-/Skynyrd-mäßige Titeltrack „Good Life Pie“ waren weitere schöne Exempel.

„Cold Night“ dazwischen liegend, bestach durch ein herrliches E-Solo von dem auch insgesamt furios aufspielenden Kristopher Butcher (dazu mit guten Lead vocals-Kurzeinsätzen). Über das psychedelisch angehauchte „Bad For You“ ging’s dann zum großartigen Instrumentalstück Allmanscher Gattung „Tightrope“, bei dem nach Herzenslust gejammt und improvisiert wurde. Klasse der ‚Dialog‘ von Maggioras Keyboard und Butchers E-Gitarre. Auch die tolle Rhythmusfraktion mit dem satt pumpenden Basser Dave Pelusi und dem kräftig trommelnden Drummer Andrew Espantman hatte Gelegenheit, sich etwas aus dem sonstigen Mannschaftsdienst herauszuheben.

Ach ja und der charismatische Frontmann Robert Jon Burrison sang hingebungsvoll in allen Lagen (übrigens auch ein dickes Kompliment für den guten Sound in der Kulturrampe) und führte seine Truppe sicher durch das Programm, das mit einem starken „Gypsy Of Love“ sein Finale im Hauptteil fand. Als Bedienung der stürmisch eingeforderten Zugaben servierten Robert und seine Wrecks dann noch den glorreichen Southern-Schwofer „Glory Bound“ (mt typischer Twin-Einlage und großartigen Slide-Soli) und „Steppin’“ aus ihrem Debüt.

Fazit: Eine immens starke junge Southern Rock-Band aus Kalifornien, die meines Erachtens den Branchenprimus der Newcomer-Riege, Blackberry Smoke, qualitativ bereits arg ins Wanken gebracht hat. Für mich persönlich war es das bisherige Konzert-Highlight des ersten Halbjahres. Hat mal wieder richtig ‚Bock auf Southern Rock‘ gemacht, so dass ein weiterer Besuch in Dortmund Anfang Juni bereits eingeplant ist. Weiter so, Jungs!

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Little Caesar, 15.05.2016, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Novum im Sounds Of South: Die erste gemeinsame Arbeit mit meinem früheren Schulkollegen Gernot Mangold, der sich für die tollen Bilder verantwortlich zeigt, sowie das erste Live-Interview. Und zwar mit Ron Young, denn an diesem Abend hatten sich zum wiederholten Male, Little Caesar in der ausverkauften Krefelder Kulturrampe angesagt.

Ron hatte im Gespräch vor dem Gig bereits angedeutet, dass er gesundheitlich angeschlagen ist, biss aber bis zum Ende des Konzertes inkl. zweier Zugaben (u. a. „Thick & Tired“) auf die Zähne. Mit dabei hatte er und seine Truppe, die gerade veröffentlichte Live-CD „Brutally Honest: Live From Holland“.

Rollen wir aber das Feld von vorne auf. ‚Mr. Kulturrampe‘ Pille Peerlings hatte diesmal als nette Geste, den Part der Bandansage, an einen seiner Stammkunden, Mario Scholten, abgetreten, der sich in dieser als großer Fan der Kalifornier outete. Er besitzt ebenfalls wie Ron Young, auch einen Faible für reichhaltige Tattooverzierungen auf den Armen. Wenn man von der Seite nicht ganz so genau hinsah, hatte er mit seiner Schlägerkappe auf dem Kopf sogar ein wenig Ähnlichkeit mit ihm (wenn Ron sich einen etwas üppigeren Bartwuchs leisten würde).

Little Caesar, spielten im gewohnten 5er-Line-up – übrigens neben dem jetzt schon etablierten Basser Pharoah Barrett, mit dem neuem Gitarristen Alex Kane (Life, Sex& Death), der sich mit einigen quirligen Soli und schönen Posen sofort als belebendes Element erwies.

Was mir persönlich sehr zusagte, war der gute Sound. Bei den letzten Veranstaltungen von Little Caesar in der Rampe hatte man doch arg auf übertriebene Lautstärke gesetzt, was dieser kleinen Location einfach nicht zuträglich ist, und dann phasenweise in breiiges Getöse mündete. Diesmal passte es richtig gut.

Das Quintett eröffnete mit „God’s Creation“ von ihrer damaligen EP, bevor es dann mit ihrem brillanten Major-Debütalbum in die Geffen-Jahre ging. Ron Young vermerkte, dass es, auf den Tag genau, jetzt 26 Jahre her sind, seit dieses ‚Immer-Noch-Paradewerk‘ der Band, das Licht der Welt erblickte. Es folgte natürlich „Down’N’Dirty“.

Im weiteren Verlauf gab es eine bunte Mischung aus den bisherigen Longplayern. Stücke wie u. a. „Rock’N’Roll State Of Mind“, „Hard Times“, „Hard Rock Hell“, „Is Your Crazy, Gettin‘ Lazy?“ „American Dream“ und „Rum & Coke“ offerierten, was alle an Little Caesar schätzen: Launiger, gut abgehender Hard Rock, bei dem das Gespür für tolle Melodien trotzdem erhalten und erkennbar bleibt. Als Durchatmer dienten die balladesk-umwehten „I Wish It Would Rain“ und „Redemption“.

Gegen Ende merkte man Ron Young doch ein wenig die schwindenden Kräfte an und der – wieder agile – Spaßvogel und Irrwisch Loren Molinare entlaste ihn mit einigen Songansagen. Vermutlich auch ein Grund, warum ihr größter Hit „Chain Of Fools“ nicht gebracht wurde. Insgesamt ein sehr kurzweiliges, stimmungsvolles Little Caesar-Konzert bei voller Hütte inkl. begeisterter Zuschauer, das Spaß gemacht hat. Was will man mehr?

Danke an Gernot, Ron & Band, Pille und Teenage Head Music für die gewohnt reibungslose Abwicklung und Unterstützung.

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Sweetkiss Momma, 24.03.2016, Kulturrampe, Krefeld, Konzertbericht

Die Southern Roots Rocker Sweetkiss Momma im Rahmen ihrer Europatournee zum zweiten Mal in Krefeld in der Kulturrampe! Das Quintett brachte ihre brandneue EP „What You’ve Got“ mit, leider aber nicht die bei uns auch hoch angesehenen und besprochenen Moss Brothers, die ja bei der Einspielung des Werkes tatkräftig mitgewirkt hatten. Bandleader Jeff Hamel (lead vocals, guitar, harp) hatte aber mit Paul Beadry (bass), Kevin ‚Kubby‘ White (drums), Skylar Mehal (lead guitar) und Keyboarder Ray Hayden, noch rechtzeitig zur Tour, adäquaten Ersatz gefunden.

So gerne, wie ich immer wieder in die Kulturrampe gehe, als Rezensent und Fotograf in einer Person, sind gerade bei ausverkaufter Hütte, die beengten Gegebenheiten und schwierig abzubildenden Lichtverhältnisse (dazu kommt dann noch immer auch noch schöner Dampf aus einer Rauchmaschine…), bei Bands, die man eher nur oberflächlich kennt, Stress pur. So richtig vom Konzert hat man da leider als Berichterstatter eher weniger was. Von Sweetkiss Momma besitze ich nur das Erstwerk, in die Soundfiles ihrer neuen EP hatte ich zur Vorbereitung zumindest mal reingeschnuppert.

Als sie um ca. 21:15 Uhr mit dem krachenden „Hot Mess“ aus diesem Werk loslegten, wurde auch schon klar die musikalische Richtung des Abends vorgegeben. Es wurde eher Seattle-mäßig abgerockt, als zu den Temperaturen im Raume passend, schwülen Südstaaten-Groove mit seinen musikalischen Facetten in den Fokus zu rücken. Lead-Gitarrist Skylar Mehal gab sich zwar mit einigen quirligen Soli ordentlich Mühe, aber das typische Südstaaten-Flair, wie es die Moss Brothers sicher eingeflochten hätten, wurde eher nur marginal verbreitet. Auch die typischen Twin-Einlagen waren eher rar gesät. Es ging doch recht konstant in die Vollen, Zeit zum Durchatmen gab es, soweit ich mich erinnere, kaum. Die Leute, hatten zur Freude der Band, aber viel Spaß am Gebotenen. Die Stimmung war von vorne bis hinten prächtig.

Aufgrund o. a. Gegebenheiten, hatten für mich persönlich natürlich Stücke wie „Ready To Go“, „Son Of The Mountain“ und „Rocket Ride“
den höchsten Wiedererkennungswert. Wenn mich nicht alles täuscht, wurde aber auch das neue Werk (besteht ja auch nur aus fünf Titeln) komplett ‚abgearbeitet‘, „Like You Mean It“ inklusiv einer Basseinlage von Beadry. Frontmann Hamel ist mit seinem Rauschebart, der kräftigen Statur, seinem barschen Stimmorgan und Art zu Performen, durchaus ein gewisses Charisma zu attestieren. Er steuerte sein frisch aufgestelltes Quintett bis zum, den Hauptteil abschließenden „Mercy Love“, sicher durch den Abend. Ach ja eine „Another Brick In The Wall“-Einlage gab es kurz zuvor auch noch, muss ich bei solchen Bands aber eigentlich nicht haben. Den Leuten gefiel es.

Die stürmischen Zugabeforderungen wurden dann aufgrund der guten Stimmung nochmal mit vollem Einsatz befriedigt. „Dirty Uncle Deezer“, ein instrumentales „La Grange“-Intermezzo (damit Hamel noch schnell an der Theke hinten ein Bierchen trinken konnte), das endlich mal ruhige „Same Old Stories“ und eine recht gelungene Version vom Stones-Klassiker „Gimme Shelter“ (mit schönem Slide Solo von Mehal) machten dann satte zwei Stunden mit Sweetkiss Momma-Musik ‚voll‘.
Fazit: Ein launiger Abend mit einer sympathischen Truppe, bei dem der Southern Rock, wie ich ihn liebe, aufgrund der kurzfristigen Personal-Rochaden, verständlicherweise etwas zu kurz kam. Trotzdem eine Band, die man bei Auftritten hier in unserem Land immer unterstützen sollte.

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Mark Selby – 04.06.2010, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

»Am Tag als FC Schalke starb, und alle Essener sangen, was für eine schöner Tag«, hallte es jahrzehntelang durch das alt ehrwürdige Georg-Melches-Stadion, einst Deutschlands modernste Fußball-Arena, heute dank der Stadt Essen und seiner oberen Belegschaft eine marode, teilabgerissene Ruine, in Anspielung auf den Bundesliga-Bestechungsskandal, dessen Leidtragender damals Rot-Weiss Essen war und aus der 1. Bundesliga absteigen musste, ohne zu wissen, wie ihm geschah.

Der Verein, dessen Spieler Helmut Rahn mit seinem Siegtor im Endspiel bei der WM in Bern dafür sorgte, dass Deutschland und sein DFB (die Frankfurter Mafia) wieder eine angesehene Adresse im internationalen Fußballsport und gemeinen Leben wurde. Der Verein, der einzigartige Stürmer wie Willi ‚Ente‘ Lippens, Manfred Burgsmüller, Frank Mill, die ‚Cobra‘ Jürgen Wegmann oder das ‚Kopfball-Ungeheuer‘ Horst Hrubesch (Schütze des Siegtores im Endspiel der EM 1980) herausbrachte und salonfähig machte.

Der Arbeiterverein der sechst-größten Stadt Deutschlands, der nun von der angeblichen Arbeiterpartei SPD mittels ihres Oberbürgermeisters und ihrem medialen Sprachrohr, der WAZ, in einer, wie es scheint, schon lang geplanten Schmierenposse (vermutlich sogar noch mit dem Vorstand zusammen) fallengelassen und von seinen milliardenschweren, ansässigen Firmen sträflich im Stich gelassen wurde, heute Insolvenz anmeldete und endgültig in die sportliche Bedeutungslosigkeit abstürzen wird, am Tag, an dem ich mir Mark Selby zum ersten Mal in meinem Leben live anschaute.

Was für Gegensätze! Auf der einen Seite fast vier Dekaden Stümperhaftigkeit und Dilettantismus in allen Bereichen, die ihres Gleichen sucht; wobei natürlich auch die Frage im Raume steht, was es bringt, dem heute bestehenden, ausnahmslos profitorientierten Sport-Söldnertum auch nur eine Träne nachzuweinen. Trotzdem wird hier ohne Zweifel zigtausenden, einfachen Menschen ein Lebensinhalt weggerissen, während andere ebenfalls hoch-defizitäre Bereiche in dieser Stadt zum Wohle seiner besser Betuchten weiter millionschwer subventioniert werden. Auch der Autor dieses Berichtes, seinerzeit viele Jahre ein recht erfolgreicher Leistungsballsportler, kann sich trotz aller Wenns und Abers eine kleine Träne der Trauer nicht verdrücken. Zu viele mitreißende Partien in südländischer Gänsehautatmosphäre hat er dort erlebt und viele nette Menschen kennengelernt, die nicht dem üblichen Klischee des Fußballproletenfans entsprechen.

Auf der anderen Seite dann abends ein Weltklasse-Könner wie Mark ‚Otis‘ Selby (erstmal sorry, dich in einen Kontext mit solchen Versagern zu setzen), der zu moderaten Eintrittspreisen, hautnah mit seinen beiden sympathischen Mitstreitern Charles ‚Chopper‘ Anderson und Darryl ‚DB‘ Burgess eine grandiose Blues Rock-Show ablieferte, obwohl er noch tags zuvor in Kassel durch eine Erkältung ziemlich stark angeschlagen war. Ein super-sympathischer Profi ohne Allüren und einer Einstellung halt und vor allem mit einem Gespür für seine Fans (gab z.B. nach dem Konzert viele Autogramme und war für jeden ansprechbereit). Er gibt, so hat man direkt den Eindruck, immer alles.

Die Kulturrampe in Krefeld, sehr gut versteckt liegend, ließ in der Überschaubarkeit seiner Räumlichkeit, mit seiner notgedrungen dreieckig verlaufenden Bühne an diesem ersten heißen Sommerabend angesichts der zu erwartenden schweißtreibenden Selby-Musik saunaartige Verhältnisse befürchten, was sich aber bei gut gekühltem Bier als Trugschluss erweisen sollte. Die eingesetzten Ventilatoren leisteten zudem einen zufriedenstellenden Dienst.

Das Trio eröffnete mit einem starken „Don’t Throw That Mojo On Me“, wobei Mark die Finger über seine schon recht abgenutzte Stratocaster fliegen ließ. Herrlich rockige Stücke wie „Unforgiven“, der Hit „Blue Or Black“, „Leveler, Reveler“ oder das überragende, stoneske „She’s Like Mercury“ gaben sich die Klinke mit einigen Balladen wie „Guitar In The Rain“, „Baby I Do“ oder dem herrlichen „You’re So Beautiful“ in die Hand, das auch die Gesangskünste des glänzend aufgelegten Drummers Darryl Burgess (von Selby zurecht als der »Groover from Vancouver« angepriesen, ansonsten auch ein brillanter Singer/Songwriter) offerierte. Phänomenal bei diesem Stück auch Marks gefühlvolle Slideeinlagen.

Mark Selby Dazu gesellten sich einige Coversongs wie das berühmte „The Beat Goes On“, bei dem das gut aufgelegte Krefelder Publikum auch einer durch Mark eingeforderten Finger-Mitschnipperei ohne zu Zögern mit Bravour nachkam. Das in Blues Rock-Kreisen scheinbar unverzichtbare „Crossroads“ wurde mit viel Drive und viel Improvisationsfreude abgewickelt.

Grandios im Zugabenteil der Band-Klassiker „The Weight“, bei dem dann alle Beteiligten des Trios noch mal am Mikro wirkten, vor allem die whiskeygetränkte Röhre von Chopper kam da klasse. Den letzten Song des Abends, „Sometimes I Feel Like I’m Goin‘ Home“, absolvierte Mark dann mit seiner Stratocaster solo und ließ einen über die gesamte Spieldauer frenetisch umjubelten Gig recht melancholisch ausklingen, der dann bei mir wieder unweigerlich diesen Kloß in den Hals beförderte, an diesem lauen Sommertag, als Rot-Weiss Essen starb…

Bilder: Gudi Bodenstein

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Kulturrampe Krefeld

The Freeway Revival – 12.12.2015, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Manchmal hat man halt so seine Eingebungen. Eigentlich hatte ich nur mal auf der Homepage der Kulturrampe geschaut, was so läuft und wurde auf die mir bis dato unbekannte Band The Freeway Revival aus North Carolina aufmerksam. Als ‚Cool Organic Hippie Rock‘ mit Bezügen zum Southern Rock wurde ihr Stil beschrieben, also live zumindest für mich durchaus interessant. Ich hörte dann mal kurz in Soundfiles ihrer beiden bisher veröffentlichten CDs „Songs From Home“ und „Over The Mountain“ hinein und war mir immer noch unsicher, da mir die Stimme ihres Sängers Adam Clayton doch etwas zu dünn ausfiel. Der Umstand meiner positiven Entscheidung ihres Besuchs wurde jedoch durch mein neues Auto beeinflusst, das mich so ein wenig in die musikalische Neuzeit hineinkatapultiert hat.  The Freeway Revival – 12.12.2015, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht weiterlesen