Warren Zeiders – Support: Bellah Mae – 25.10.2026, E-Werk, Köln – Konzertbericht

Ich habe schon so einige Konzerte im schönen Kölner E-Werk erlebt, in Sachen New Country muss ich jedoch tief in meinen Erinnerungen graben. Da war es tatsächlich vor knapp 20 Jahren, als Keith Urban seine absolute Hype-Zeit hatte (auch im Rahmen seiner noch frischen Liason mit Nicole Kidman) und vor ausverkauftem Haus, ähm Werk, seine aktuelle Scheibe „Love, Pain & The Whole Crazy Thing“ supportete.

Mittlerweile ticken die Uhren in Nashville anders, jüngere Künstler (Ella Langley, Morgan Wallen, Luke Combs) übernehmen das Zepter mehr und mehr. Einer dieser aufstrebenden Burschen ist auch Warren Zeiders, der sich in der Gunst der New Country-Fans auch bei uns weit nach oben gearbeitet hat. Lohn war ein so gut wie volles E-Werk, Im Schlepptau hatte er passender Weise die hübsche britische Singer-/Songwriterin Bellah Mae, die auf seinem letzten Studio-Album bei „Overrated“ als Duettpartnerin mitwirkte.

Die hatte mit ihrem Begleiter Joel Peat an der Akustikgitarre natürlich, wie bei Acts im Vorprogramm in dieser Sparte, den großen Nachteil sich zeitlich, aber vor allem musikalisch mit ein paar wenigen Songs aus ihrem Portfolio nur sehr eingeschränkt präsentieren zu können. Dass sie noch keine Melissa Etheridge ist, die eine ganze Halle nur mit einer Akustikgitarre behangen, in Grund und Boden singen kann, versteht sich angesichts ihres noch jungen Alters von selbst.
So konnte sie am Ende nur mit ihrer angenehmen Stimme als auch sympathischen Ausstrahlung punkten, mehr war in den 27 Minuten nicht drin.

Line-up Bellah Mae:
Bellah Mae – – Lead Vocals, Acoustic Guitar
Joel Peat – Acoustic Guitar

Um 20:00 Uhr schritten dann Warren Zeiders und seine Mannen nach dem wohl nicht rein zufällig gewählten Nickelback-„Rockstar“-Einspieler mit dem Opener „Intoxicated“ zur Tat. Im Großen und Ganzen entsprach die Setlist (auch in der Reihenfolge) dem Gig zuvor in der Münchener Tonhalle.

Warren Zeiders erfüllte die visuellen Wünsche seiner weiblichen Kundschaft mit eng anliegendem, seinen gestählten Oberkörper stark betonendes Unterhemd, von der ersten Sekunde an. Aber auch mit seiner energiegeladenen Präsenz und guten Stimme, die tatsächlich partiell Reminiszenzen an Fronter Chad Kroeger aufkommen lässt, verströmte er und seine Band viel ‚Nickelback goes Country‘-Flair.

Der Rest der Tracks bewegte sich irgendwo in einer Schnittmenge zwischen Morgan Wallen und Brantley Gilbert, auch keine schlechten Referenzen. Highlight aus meiner Sicht waren Titel wie „Weeping Willow“, „Souvenirs“, „Relapse“ und natürlich sein Paradesong „Pretty Little Poison“.

Als nette Geste an Bellah Mae, durfte diese dann, wie nicht anders zu erwarten, bei „Overrated“ nochmal auf der Bühne zum Duett auflaufen. Und damit die anwesenden Mädels in vollkommener Glückseligkeit die Heimreise antreten konnten, gab es als finalen Rausschmeißer „Ride The Lightning“ in der Zeiders-Oberkörperfrei-Version. Ich persönlich empfand übrigens Bellah Mae als deutlich attraktiver, höhö.

Am Ende war es ein überwiegend launiger und kurzweiliger New Country-Gig. Auch wenn ich da sicherlich schon bessere Kaliber gesehen habe (u. a. Eric Church, Darius Rucker, Old Dominion, Scotty McCreery, Carly Pearce), ließ Warren Zeiders an diesem Abend keinen Zweifel daran, dass sein Weg steil nach oben gerichtet ist.

Line-up Warren Zeiders:
Warren Zeiders – Lead Vocals, Acoustic Guitar
Joe Giaimo – Electric Guitar, Acoustic Guitar
Matt Klevorn – Electric Guitar, Acoustic Guitar, Steel Guitar
Sean Carroll – Bass, Synthesizer, Programming
Dan Snyder – Keyboards
Tyler Hester – Drums

Text und Bilder: Daniel Daus

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E-Werk, Köln