pez – Groundtrippin‘ – CD-Review

Wow, New Country aus unseren Landen, und dazu richtig guter! Bis dato sind mir da nur zwei nennenswerte Scheiben von The Cumberland River Project in diesem Magazin unter die Fittiche gekommen. Eine gute, als sich der englische Gesang bei den Tracks auf viele Nativ-Singer verteilte, bei der zweiten, als der Mastermind Frank Renfordt die Sache selbst in die Hand nahm, ging es böse ‚in die Hose‘.

Beim aktuell zu besprechenden Debüt-Werk von pez, bürgerlicher Name Peter Geyer, aus der nördlichen Oberpfalz stammend, kann in dieser Hinsicht sofort Entwarnung gegeben werden. Hier ist in allen Belangen (Songwriting, Musik, Gesang, Texte, Produktion) merklich sofort ein professioneller internationaler Anspruch erkennbar, von deutschem Stallgeruch so gut wie keine Spur!

Peter Geyer hat bereits seit frühster Kindheit/Jugend viel musikalische Erfahrung (u. a. bei den Regensburger Domspatzen und in professionellen Coverbands gesammelt, jetzt hat er scheinbar die richtige und zu ihm passende Musik für seine anstehende Solo-Karriere entdeckt.

Man erkennt schon so sofort bei den ersten drei überaus eingängigen Stücken, die sich alle in ihrer Melodik und instrumentellen Umsetzung radiotauglich präsentieren, die hohe Detailverliebtheit des Protagonisten. Rock, Pop und Country verschmelzen perfekt zu einer Einheit, wobei die countrytypischen Ingredenzien mittels u. a. E- und A-Gitarren, Banjo, Fiddle, Dobro, Steel oder Mandoline (später bei „Nice And Slow“ auch eine Mundharmonika) immer klar heraushörbar sind.

Nicht zuletzt auch ein Verdienst eingebundener Musiker wie Kyle May (Drums), Tyler Slawson (Gitarre, bekannt u.a. durch Cort Carpenter Band), Kelby Ray Caldwell (The Cadillac Three, Lap Steel) und Aaron Thompson (Bass, bekannt u. a. durch seine Arbeit mit Tyler Braden) bei „Without Superman“ oder bei weiteren Tracks Sasha Ostrovsky aus der Band von Darius Rucker, Nashville-Session-Musiker Jake Clayton sowie Schlagzeuger und Percussionist Alex Höffken, der bereits mit Michael Patrick Kelly, Ronan Keating, Nico Santos und Mark Forster gearbeitet hat.

Insgesamt geben etablierte Nashville Stars wie Morgan Wallen oder Luke Combs stilistisch die Richtung vor, die zehn Lieder lassen in dieser Hinsicht und Qualität nichts zu wünschen über. Mutig ist, ausgerechnet den rockigsten Track am Ende, das bereits o. a. „Without Superman“ (eine Hommage an seinen verstorbenen Großvater) als Single auszukoppeln. Die hier lesende Southern Rock-Fraktion wird dem sicher nicht abgeneigt sein.

pez und sein Erstling „Groundtrippin'“(erhältlich als Stream und CD) entpuppt sich für mich als eine der großen Überraschungen dieses Jahres und ich kann mir vorstellen, dass auch die Entscheider der großen Nashville-Labels, sofern sie diese Scheibe zu hören bekommen würden, sich verwundert, die Augen, beziehungsweise in hiesigem Sinne, die Ohren reiben würden… Herrlich frischer New-Country in allen Facetten, der großen Spaß bereitet!

Eigenproduktion (2026)
Stil: New Country

Tracks:
01. Where The Highway Ends
02. Lynchburg TN
03. By Nine
04. Never Seen Tennessee
05. Late Night Talks
06. Lost Me for Country
07. Nine To Five
08. Nice And Slow
09. Three Chords And The Truth
10. Without Superman

pez
pez bei Facebook
***superlifepromo***

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.