Pirates Of The Mississippi – Walk The Plank – CD-Review

Pir

Die hier besprochene CD ist eine meiner ganz großen Favoriten im Countrybereich. Im Fahrwasser des Erfolges der Kentucky Headhunters Ende der Achtzigerjahre eigentlich nur des Spaßes wegen gegründet, konnten Bill McCorvey (voc, g), Rich Alves (g), Dean Townson (b), Jimmy Lowe (dr) und Pat Severs (steelg), allesamt bis dato Nashville-Sessionsmusiker, leider kein Kapital aus diesem tollen Album schlagen.

Beinhaltete das Debütalbum noch mit Feed Jake und dem Hank-Williams-Cover „Honky Tonk Blues“ vordere Platzierungen in den Country-Charts sowie für ersteres Stück eine Nominierung bei der ‚Academy of Country Music‘ als Top New Vocal Group, floppten eigentlich sämtliche Nachfolgewerke der Band und führten wieder einmal zum Aus einer hochtalentierten Gruppe.

Die CD beginnt mit einer ironischen Homage an unsere Überflussgesellschaft. Das Stück „Too Much“, verpackt in einen lustigen Text, stellt dann auch sofort den Stil der Band in den Vordergrund: Eigenwilliger Einsatz von Slide und Steelgitarre vermischt mit einem fantastischen Gesang. „I Wouldn’t Have It Any Other Way“ folgt als knackige Up-Temponummer, die einfach nur Spaß bringt.

Für mich als großem Balladenfan kommt dann mit „Til I’m Holding You Again“ der erste Höhepunkt mit Gänsehautgarantie. Bill McCorveys tiefe, angenehme, Ruhe ausstrahlende Stimme scheint für solche Songs regelrecht erschaffen worden zu sein. „Georgia Peaches“ macht dann mit swingendem und wippendem Drive wieder richtig gute Laune. Im Anschluss daran „Fighting For You“, eine erneute Killerballade.

Mit „This Ain’t The Denver I Remember“ folgt eine echte Countryschnulze, die aber im Gesamtkonzept der CD abgefangen wird und deshalb auch nicht sonderlich nervt. „Nashville Nights/Redneck Blues“, ein Medley, das mich im ersten Abschnitt an ein Dickey Betts-Instrumental erinnert, sich im zweiten Teil zu einem relaxten Southern-Blues wandelt. Dann geht’s Schlag auf Schlag, von einem Highlight zum nächsten. „The Storm“, eine Ballade mit interessanten Tempowechseln, die hoffentlich nicht nur bei mir einen Sturm der Begeisterung auslöst. Das sozialkritische „Uncommon Man“ wird von Bill McCorvey einfach ehrlich und mit viel Gefühl rübergebracht.

Den Abschluss eines tollen, stimmigen Albums bildet das Stück „Honky Tonk Highway“, ein Lied über die rastlose Suche nach der Erfüllung des „American Dream“, in dem die Gruppe nochmal die geballte Kraft ihrer Stilelemente in die Waagschale wirft. Ein echter Knaller mit tollem Southern-Gitarrensolo, frei nach dem Motto, wenn’s am schönsten ist, sollte man aufhören.

Ich bin mir sicher, dass jeder, dem die Scheibe gefällt, neugierig nach mehr sein wird, das Niveau bleibt auf der mir bekannten ersten CD (geht noch, enthält eine tolle Ballade „Anything Goes“) und auf „A Street Man Named Desire“, die mir gar nicht gefällt, unerreicht.

Capitol Records (1991)
Stil: Southern Country Rock

01. Too Much
02. I Wouldn’t Have It Any Other Way
03. Til I’m Holding You Again
04. Georgia Peaches
05. Fighting For You
06. This Ain’t The Denver I Remember
07. Nashville Nights/Redneck Blues
08. The Storm
09. Uncommon Man
10. Honky Tonk Highway

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