
Schönes Wortspiel, dieser Bandname! Muddy What? ist zwar immer mal wieder vor meinen Augen aufgetaucht, aber irgendwie ist die Band des Geschwisterpaars Ina Spang und Fabian Spang bis dato an mir vorüber gegangen.
Dabei zählen die aus Süddeutschland stammenden Protagonisten zu den fleißigsten Live-Acts in diesem Lande und bringen jetzt mit „Neon Soul“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt. Das soll sich aber nun mit dieser Besprechung ändern und entweder am 27. März werde ich im urigen Leverkusener topos oder sonntags darauf im Backyard Club in Recklinghausen bei ihren anstehenden Gigs vorstellig werden.
Fabian Spang ist mit seinem kauzigen englischen Lead-Gesang, der die deutsche Abstammung sehr gut verschleiert und an der Rhythmus-Gitarre präsent, während Schwester Ina die saitentechnischen Fäden (Mandoline, Gitarren) in der Hand hält. Unterstützt werden sie von Michi Lang am Bass und Manfred Mildenberger am Schlagzeug.
Sechs durchgängig hörenswerte Eigenkompositionen (besonders stark hier der swampig country-rockig stampfende Titeltrack „Neon Soul“, das mit einem Hauch von „Can’t You See“, gedrückte Atmosphäre verbreitende „Letters On A Line“ und der heimelige Schwofer „Tales Unveiled And Secrets Sealed“) werden durchzogen von drei Fremdadaptionen („The Lonesome Death of Hattie Carroll“ und „Blind Willie McTell, jeweils von Bob Dylan, und „Voodoo Chile“ von Jimi Hendrix).
Das funkig groovende „The Lonesome Death of Hattie Carroll “ ist mit seinen drei quirligen Mandolinenpassagen aus meiner Sicht das absolute Highlight des Werkes, auch die Version des Rassismus, Sklaverei und Leid anprangernden „Blind Willie McTell „von Dylan wird hier musikalisch sensibel in Szene gesetzt.
Ob die hundertste Fassung von „Voodoo Chile“ sein muss, darüber kann man streiten. Fakt ist, dass Muddy What? auch Psychedelic Rock können. Da der Song auch in der notorisch alternden Blues Rock-Gemeinde immer noch hohes Ansehen besitzt, ist es sicherlich zumindest taktisch nicht unklug, ihn mit ins Portfolio aufzunehmen.
Am Ende lässt das Quartett mit dem Instrumentalstück „Ina’s Lullaby“ samt Akustk- und E-Gitarrenklängen einen insgesamt frisch und unverbraucht klingenden Silberling melancholisch ‚auspendeln‘.
Sehr gefallen hat mir hier auf „Neon Soul“, dass Muddy What? mit den vielen integrierten Mandolinenpassagen ein nicht alltägliches Merkmal aufweisen kann, welches die Band in der Blues Rock-Szene zu etwas Besonderem macht. Man sieht sich Ende März!
Howlin‘ Who Records (2026)
Stil: Blues Rock
01. Neon Soul
02. The Lonesome Death of Hattie Carroll
03. Letters On A Line
04. Tales Unveiled And Secrets Sealed
05. Lost Symphony
06. Uncontainable
07. Blind Willie McTell
08. Voodoo Chile
09. Ina’s Lullaby
