Muddy What? – 27.03.2026, topos, Leverkusen – Konzertbericht

Auf einen Besuch im urigen topos hatte ich mich schon seit längerem gefreut (nicht zuletzt auch wegen der rheinischen Frohnaturen, die man dort immer wieder trifft). Jetzt ergab sich endlich die Gelegenheit, beim Gig der aufstrebenden und sehr umtriebigen deutschen Blues Rock Band Muddy What? dort aufzulaufen.

Die trat diesmal im kleinen Leverkusener Kult-Club als Trio auf. Voranstehend natürlich das Geschwister-Paar Ina und Fabian Spang als Masterminds, an diesem Abend ergänzt durch den Drummer Domi Back.

Muddy What? hat kürzlich ihr neustes Studiowerk „Neon Soul“ auf den Markt gebracht, das es natürlich diesmal schwerpunktmäßig zu bewerben galt. Das swamprockig stampfende  Titelstück wurde dann auch direkt nach einem instrumentellen Opener im ersten Set in den Vordergrund gestellt.

Beim folgenden atmosphärischen „Spider Legs“ gab es für Ina Spangs filigranes Mandolinensolo den ersten verdienten Szenenapplaus. Apropos Mandoline: Mit diesem Instrument bringt die Band natürlich frischen Wind in die doch oft ein wenig  verkrustet erscheinende Blues Rock-Szene, für mich als Country-Liebhaber  eine äußerst willkommene Begleiterscheinung.

Das mit ein wenig Marshall Tucker-Flair durchzogene „Lost Symphony“ und eine sehr eigenwillige, aber auch sehr gelungene Version von „Jumping Jack Flash“ bildeten weitere Highlights in Set 1.

Set 2, das etwas mehr im Zeichen von Covermusik stand, wurde direkt mit einem weiteren Stones-Klassiker eingeleitet. „Sympathy For The Devil“ heizte sofort wieder ein und animierte das topos-Publikum, die berühmten „Woo-Woo“-Harmonies mitzusingen.

Mit dem „Lonesome Road Blues“  huldigte das Trio den wohl namensgebenden Inspirator, Das funkige „Uncontainable“ vom neuen Album, bestach wieder mit Mandolinengezupfe, der starke Slowblues „Letters On A Line“ (auch vom neuen Longplayer), löste nochmals Szenenapplaus aus.

„Voodoo Chile“ in einer kurzen knackigen Version und „Shine A Light“ von den Stones bildeten den Abschluss des Hauptteils. Und wer noch nicht genug Stones-Adaptionen gehört hatte, bekam mit „Honky Tonk Women“ als Zugabe einen oben drauf gesetzt. Hier begaben sich die Drei von der Bühne aus ins dicht gedrängte Publikum. Klasse das integrierte Ticker-Intermezzo von Domi Back mit seinen Drum-Sticks an den absichernden Metallstützen des Denkmal-geschützten topos.

Ein launiges Konzert von Muddy What?, das den Blues Rock mit seiner frischen unverbrauchten Note auch für jüngere Publikumsschichten öffnen könnte. Nach dem Gig stand das sympathische Trio für unser obligatorisches VIP-Bild zur Verfügung. Wer Lust hat, kann Spang & Co. in unseren Sphären morgen nochmal in Recklinghausen sehen, bitte die Zeitumstellung beachten!

Line-up:
Fabian Spang – lead vocals, electric guitar
Ina Spang – electric guitar, mandolin
Domi Back – drums

Text und Bilder: Daniel Daus
Fotografische Unterstützung: Andreas Braun, Gerwin Jakubowski (VIP-Bild)

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Muddy What? – Neon Soul – CD-Review

Schönes Wortspiel, dieser Bandname! Muddy What? ist zwar immer mal wieder vor meinen Augen aufgetaucht, aber irgendwie ist die Band des Geschwisterpaars Ina Spang und Fabian Spang bis dato an mir vorüber gegangen.

Dabei zählen die aus Süddeutschland stammenden Protagonisten zu den fleißigsten Live-Acts in diesem Lande und bringen jetzt mit „Neon Soul“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt. Das soll sich aber nun mit dieser Besprechung ändern und entweder am 27. März werde ich im urigen Leverkusener topos oder sonntags darauf im Backyard Club in Recklinghausen bei ihren anstehenden Gigs vorstellig werden.

Fabian Spang ist mit seinem kauzigen englischen Lead-Gesang, der die deutsche Abstammung sehr gut verschleiert und an der Rhythmus-Gitarre präsent, während Schwester Ina die saitentechnischen Fäden (Mandoline, Gitarren) in der Hand hält. Unterstützt werden sie von Michi Lang am Bass und Manfred Mildenberger am Schlagzeug.

Sechs durchgängig hörenswerte Eigenkompositionen (besonders stark hier der swampig country-rockig stampfende Titeltrack „Neon Soul“, das mit einem Hauch von „Can’t You See“, gedrückte Atmosphäre verbreitende „Letters On A Line“ und der heimelige Schwofer „Tales Unveiled And Secrets Sealed“) werden durchzogen von drei Fremdadaptionen („The Lonesome Death of Hattie Carroll“ und „Blind Willie McTell, jeweils von Bob Dylan, und „Voodoo Chile“ von Jimi Hendrix).

Das funkig groovende „The Lonesome Death of Hattie Carroll “ ist mit seinen drei quirligen Mandolinenpassagen aus meiner Sicht das absolute Highlight des Werkes, auch die Version des Rassismus, Sklaverei und Leid anprangernden   „Blind Willie McTell „von Dylan wird hier musikalisch sensibel in Szene gesetzt.

Ob die hundertste Fassung von „Voodoo Chile“ sein muss, darüber kann man streiten. Fakt ist, dass Muddy What? auch Psychedelic Rock können. Da der Song auch in der notorisch alternden Blues Rock-Gemeinde immer noch hohes Ansehen besitzt, ist es sicherlich zumindest taktisch nicht unklug, ihn mit ins Portfolio aufzunehmen.

Am Ende lässt das Quartett mit dem Instrumentalstück „Ina’s Lullaby“  samt Akustk- und E-Gitarrenklängen einen insgesamt frisch und unverbraucht klingenden Silberling melancholisch ‚auspendeln‘.

Sehr gefallen hat mir hier auf „Neon Soul“, dass Muddy What? mit den vielen  integrierten Mandolinenpassagen ein nicht alltägliches Merkmal aufweisen kann, welches die Band in der Blues Rock-Szene zu etwas Besonderem macht. Man sieht sich Ende März!

Howlin‘ Who Records (2026)
Stil: Blues Rock

01. Neon Soul
02. The Lonesome Death of Hattie Carroll 
03. Letters On A Line
04. Tales Unveiled And Secrets Sealed
05. Lost Symphony
06. Uncontainable
07. Blind Willie McTell 
08. Voodoo Chile 
09. Ina’s Lullaby

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