Mike Dangeroux – 15 Shades Of Blue – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Mike Dangeroux, geboren in Chicago, Illinois, aufgewachsen in der bunten Blues-Szene, ist in diesem Jahr schon zum zweiten Mal bei uns in SoS zu Gast. Seine EP “Empty Chair”, die im Frühjahr erfolgreich vorgestellt wurde, war ’nur‘ ein kleiner Vorgeschmack auf das damals noch nicht fertiggestellte, neue Album. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter hat nun “15 Shades Of Blue” veröffentlicht.

Die 15 Tracks aus unterschiedlichen Stilrichtungen des Blues-Genres kommen insgesamt auf unterhaltsame 70 Minuten Spielzeit. Eigentlich muss Mike Dangeroux es nicht mehr betonen, dass diese Musik tief in seiner Seele lebt und doch beginnt die Scheibe nach dem Intro mit “Blues Deep In My Soul”, einem typisch Chicago Blues-soundigen Titel aus eigener Feder – wie sämtliche Songs des Longplayers. Unbedingt ebenso radiotauglich und Soul-deep folgt “Palm In My Hand”, einfühlsame Spielfreude entfaltet ihre Wirkung von Beginn an und begeistert mit Ausrufezeichen!

Die bluesige “Farbenpalette” führt souverän durch balladenartige Slow-Songs, die von “Ghosts Of The Past” über “Tides Of Your Love” bis zum zeitgenössischen “Where Are My Friends Tonight?” ihre natürliche Nonchalance vermitteln. und dies alles mit ausreichend Platz für Storytelling-Lyrics, angenehmen Guitar-Passagen, eingebettet in melodische Arrangements. Mit entspannter Virtuosität absolviert Mike Dangeroux gleichermaßen swingende, rhythmus-getriebene Tanznummern (so u.a. “Walking Out That Door”, “Day And Night Lover” oder mit etwas Stones-Appeal “She Can’t Stop Rocking“), temporeich und blues-infiltriert.

Ausgelassenheit setzt ihre Notenzeichen und Stimme und Instrument folgen einem talentierten, am Berklee College of Music ausgebildeten Ideenreichtum. Ob Delta oder Chicago Blues, Shuffle, Soul oder funkige Varianten, das Blues-Spektrum seiner Heimatstadt hat Mike Dangeroux – auch in moderner Ausgestaltung von “Midnight Sky” und “(Hope) You Feel The Same” – liebevoll interpretiert.

Der Longplayer “15 Shades Of Blue” von Mike Dangeroux ist eine Art von Konzeptalbum über Stilrichtungen des Chicago-Blues und der zeitlosen, emotionalen Ausdruckskraft dieser Musik, die über Generationen hinweg ihre authentischen Wurzeln immer wieder neu belebt. In diesem Kontext präsentiert Dangeroux seine Tracks in einer Form, die sowohl Kenner als auch neue Hörer anspricht.

RD Records (2025)
Stil: Blues

Tracks:
01. Intro Blues Deep In My Soul
02. Blues Deep In My Soul
03. Palm Of My Hand
04. Walking Out That Door
05. Ghosts Of The Past
06. Heart Of Stone
07. Never Be Lonely
08. Day And Night Lover
09. No More Bad News
10. Tides Of Your Love
11. She Can’t Stop Rocking
12. Where Are My Friends Tonight?
13. Midnight Skies
14. Doing To Me
15. (Hope) You Feel The Same

Mike Dangeroux
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Mike Dangeroux – Empty Chair – EP-Review

Um es vorwegzunehmen, so richtig gefährlich geht es auf der neuen EP des Protagonisten, wie der Name des Protagonisten es vielleicht suggeriert, auch wenn er ja am Ende mit ‚x‘ statt einem ’s‘ geschrieben wird, nicht zu.

Mike Dangeroux ist ein in Chicago angesehener Blues-Gitarrist und hat die Bühne schon mit diversen Größen der Zunft wie u. a. Koko Taylor, Mississipi Heat oder Buddy Guy geteilt.

Seit Ende Februar ist seine neu EP „Empty Chair“ auf dem Markt. Mike hat alle Stücke selbst geschrieben und produziert, er singt und bedient natürlich die E-Gitarre, als auch den Bass. Begleitet wird er vom Keys-Player und Co-Producer Vincent Varco und Drummer Daron Casper Walker.

Keine für die Stadt typischen Bläser und Harpspieler sind bei den insgesamt sechs Stücken mit dabei, stört mich auch eher nicht. Die erste Hälfte mit den drei Tracks „End Like This“ (humorvoller Text mit schönen Reimen), „Money Back“ und „Play My Cards Right“ steht im Rahmen von schunkelnder Blues (-Rock) Musik, die für eine Gute-Laune-Atmosphäre in entsprechenden Blues Clubs recht gut geeignet ist.

Das E-Gitarrenspiel auf „Money Back“ hat ein wenig unterwelliges ZZ-Top-Appeal. Im zweiten Teil überwiegen die ruhigeren Momente. Mit dem tollen Slow Blues „No Good For Me“ gibt es das intensiv und gefühlvoll besungene und mit tollen E-Gitarrenparts ausgestattete Highlight des Albums.

Der Titelsong „Empty Chair“ kommt mit psychedelischer Note daher, beim Abschluss mit „What’s Talking So Long“ geht es wieder in die ruhigeren und traditionelleren Gefilde des Genres.

Am Ende offenbart die durchaus hörenswerte Scheibe, dass wir es  in Mike Dangeroux mit einem weiteren guten Gitarristen und Songschreiber zu tun haben, der sich aus meiner Sicht aber eher auf Insider-Status bewegen wird. Deshalb wird sein Fokus vermutlich weiter auf Spielen bei Hochzeiten (wie man es auf seiner Webseite angeboten bekommt) und in den Clubs der amerikanischen Großstadt (mit hoffentlich gut gefüllten Stühlen)  bewegen.

Keine gefährliche Musik für die arrivierte Konkurrenz auf dem Gebiet, aber solide und angenehm!

Eigenproduktion (2025)
Stil: Blues Rock

01. End Like This
02. Money Back
03. Play My Cards Right
04. No Good For Me
05. Empty Chair
06. What’s Talking So Long

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