Thorbjørn Risager & The Black Tornado – Live At Hotel Cecil – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Zu den besonderen Auftritten einer Tournee zählt zweifelsohne immer das Konzert in der Heimatstadt. Diesen Gig der “House Of Sticks”-Tour absolvierten Thorbjørn Risager & The Black Tornado im Herzen von Kopenhagen am 29.11.2025 und produzierten fast ganz nebenbei mit “Live At Hotel Cecil” ein bluesgetränktes Doppel-Album. Die Location ausverkauft, Heimspielatmosphäre, Blues-Rock-Fans in Feierlaune – beste Voraussetzungen also für eine Live-Performance, die es in sich hat! Doch blicken wir kurz zurück: Seit die Band 2014 mit dem Album “Too Many Roads” den Preis der Deutschen Schallplattenkritik abräumte, wurden neben dem “Best Of …” insgesamt 6 Longplayer veröffentlicht. 2025 gab es für “House Of Sticks” nochmals die begehrte Kritikertrophäe. Kein Zufall auch, dass die Bandgeschichte in diesen Jahren von SOS mit einer ganzen Reihe von Gig-Reviews begleitet wurde.

Nun kommt “Live At Hotel Cecil” hinzu und schöpft aus einem umfangreichen Repertoire, einem Reservoir eigener ”Klassiker”. Nur zwei Jahre alt, aber fast schon legendär startet “Already Gone” im Shuffle-Rhythmus den hautnahen Bühnenkontakt mit dem Publikum. Leichtfüßiger Blues-Rock, angesiedelt zwischen J.J. Cale und Chris Rea, bringt mit “Long Time Ago” die pure Spielfreude und den berühmten Funken der ansteckenden Begeisterung. Dabei sind es keineswegs nur die mitreißenden Live-Arrangements der Songs vom “House Of Sticks“-Album, das mit 5 Titeln besonders stark vertreten ist. Vielmehr sind es ebenso “ältere” Stücke mit bleibendem Charme, wie z. B. “Long Forgotten Track” (2014) – in schöner Mark Knopfler Stilrichtung. Zu diesen bisher weniger bekannten Songs gehört der “Insomnia Boogie”, dessen Akustik-Ausgabe (2021) durch die große Band-Version zum unbedingten Anspieltipp avanciert.

Die straight-forward rockende Instrumentierung bei “Headed For The Stars” (2022) gibt einen passenden Vorgeschmack, um den ausdrucksstarken “Train”-Boogie (2017) angemessen als Einleitung in den grandiosen Abschlusstrack und die Zielgerade überzuleiten. Dieser Endspurt kommt mit “All I Want”, 11 Minuten lang, eine opulente und zugleich epische Live-Version in wechselnden Blues, Rock, Soul und teilweise Jazz-Etappen, sowie ausführlichen Solo-Parts (inklusive einer überraschenden Beethoven-“Ode an die Freude”-Reminiszenz).

Die 17 Tracks von “Live At Hotel Cecil” sind eigentlich eine viel zu kurze Premium-Selektion aus dem erstklassigen Gesamtwerk von Thorbjørn Risager & The Black Tornado. Gleichzeitig ist die Formation aber eine groovende Bühnenshow, eine stets sehenswerte und eine der verlässlichsten Live-Bands Europas und im sehr positiven Sinne, ein Blues Brothers Kult-Synonym, mit über 50 Tournee-Terminen in diesem Jahr. Die Release-Party von “Live At Hotel Cecil” findet übrigens am 19.06. beim Blues Garage Open Air in Hannover statt!

Provogue/Artone (2026)
Stil: Blues

Tracks:
01. Already Gone
02. Long Time Ago
03. Said In Was Hurt
04. House Of Sticks
05. Insomnia Boogie
06. Long Forgotten Track
07. Sin City
08. Never Givin‘ In (Intro)
09. Never Givin‘ In
10. Headed For The Stars
11. Inner Light
12. I Used To Love You
13. Come On In
14. Hold My Lover Tight
15. Over The Hill
16. Maybe It’s Alright
17. Train
18. All I Want

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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