
Review: Hans-Joachim Kästle
Tja, was macht man, wenn einem der kalte Wind in einer dunklen schwarzen Nacht um die Ohren pfeift? Keine schlechte Idee ist sicherlich, einfach zu Hause zu bleiben – und die neue CD von Andreas Diehlmann und seinen Mitstreitern Jörg Sebald (Bass) und Martin Gunkel (Drums) aufzulegen.
Wäre der Gitarrist, Sänger und Songschreiber jenseits des Atlantiks geboren statt in Kassel, wäre er wohl Stammgast in den Billboard Blues Charts, was sein neues Album nachdrücklich unterstreicht, das vor kräftigem Blues Rock in allen Facetten und darüber hinaus nur so strotzt.
Los geht’s volle Kraft voraus mit „Hey Man“, wobei die Gitarre sämtliche „Aufräumarbeiten“ übernimmt. Bei „On The Road Again“, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hit von Canned Heat aus dem Jahr 1968, dominiert ein treibender Boogie-Rhythmus.
„Thunderbolt“, der Titelsong über eine verflossene Liebe, die einen nicht loslässt, „Miss Fortune“ oder „Long Way Home“ sind dann genau die dynamischen Blues Rocker, wofür Adreas Diehlmann 2022 und 2025 bei den German Blues Awards die Auszeichnung als beste Band abgeräumt hat.
Bei der Rock-Ballade „Alone“, die an Gary Moore erinnert, wird einen Gang runtergeschaltet. Richtig bluesig wird’s bei „Carol“, bei dem Diehlmanns markant-rauchige Stimme besonders gut zum Ausdruck kommt, während „The Blues“ leicht funkig durch die Gehörgänge groovt.
Einzige Fremdkomposition ist „Help me“, das von Sonny Boy Williamson II, Willie Dixon und Ralp Bass, einem renommierten Produzenten und Förderer von James Brown, geschrieben wurde. Ach so: Nach diesem Stück nicht gleich die Repeat-Taste drücken. Als Hidden Track gibt es noch ein kurzes akustisches Instrumentalstück.
Mountain Meadow Studio (mms) (2026)
Stil: Blues Rock
Tracks:
1. Hey Man
2. On The Road Again
3. Thunderbolt
4. Alone
5. Cold Wind On A Dark Black Night
6. Miss Fortune
7. Long Way Home
8. Carol
9. The Blues
10. Help Me
11. Hidden Track
Andreas Diehlmann Band
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