Stacy Mitchhart – No Rhyme Or Reason – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Wenn man nicht wüsste, dass Stacy Mitchhart aus den USA stammt, wüsste man es spätestens auf der Innenseite der CD, wenn es da im ersten Satz heißt: „Zuallererst möchte ich meinen Glauben und mein Vertrauen in GOTT und all seine Segnungen zum Ausdruck bringen.“ Offen gesagt: Auf die Idee kann wohl nur ein Amerikaner kommen.

Das Zweite, das auffällt, ist der Satz: „Produced by Tom Hambridge“. Wer einen Mann wie Hambridge (65) als Produzent, Songwriter, Drummer und bei den Background Vocals an Bord hat, kann kein Neuling sein. In der Tat hat Mitchhart, 2003 Gewinner des Albert King Most Promising Guitarist Award, bereits 1993 sein erstes Album vorgelegt, dem bis heute 16 weitere folgten.

Hambridge hat unter anderem schon mit Chuck Berry, Lynyrd Skynyrd, Johnny Winter, Buddy Guy, George Thorogood, Susan Tedeschi, Joe Bonamassa oder Billy Gibbons zusammengearbeitet. Bei mir hat er einen besonders dicken Stein im Brett, als er sich 2023 auf seiner Solo-CD „Blu Ja Vu“ lautstark darüber beklagte, dass Johnny Winter immer noch nicht in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen worden sei. Wenn man bedenkt, welch musikalischen Zwergen, die nichts, aber auch gar nichts mit Rock ’n‘ Roll z u tun haben, schon Einlass gewährt wurde und zum Beispiel auch die Country-Rock-Pioniere Poco, ohne die es die Eagles nicht gegeben hätte, hartnäckig ignoriert werden…

Aber nun hurtig zum neuen Werk von Stacy Mitchhart, um das es hier ja schließlich in erster Linie geht. „Ich glaube, dieses Album verleiht meiner Musik eine neue Note und echte Energie. Es unterstreicht meine Vielseitigkeit, bleibt dabei aber dem Blues treu“, beschreibt der 67-jährige Gitarrist, Sänger und Songwriter aus Nashville die 13 Songs.

Nehmen wir exemplarisch für diese Vielseitigkeit und Abwechslung mal ein paar Titel unter die Lupe. So ist das Eröffnungsstück „Good One Time“ ein Blues-Rock-Gebräu aus Gitarre, Orgel und Bläsern. Das rhythmisch-gitarrenorientierte „Bad As You“ lässt die Füße wippen. Zu den Glanzlichtern gehört der schwungvolle Country-Rock „You Sure Look Good To Me“, ein Duett mit Grammy-Gewinnerin Gretchen Wilson. Poco lässt grüßen…

„Once You Leave“ ist ein astreiner Memphis Soul, während Mundharmonika-Altmeister Charlie Musselwhite das geschmeidige „Flip It To The Other Side“ veredelt. „Mean Bad Wrong“ hat einen leichten New-Orleans-Touch, bei dem Kenny Neal die zweite Gitarre beisteuert. Den Abschluss bildet der Slow-Blues „On My Dying Day“ mit ausgiebigem Gitarren-Solo. Durchaus hörenswert, das Ganze.

Dr. Sam Records (2026)
Stil: Blues/Soul

Tracks:
01 Good OneTtime
02 Bad As You
03 You Sure Look Good To Me (featuring Gretchen Wilson)
04 Once You Leave
05 Flip It To The Others Side (featuring Charlie Musselwhite)
06 We Blew It
07 It’s A Long Way Down
08 Ain’t No Rhyme Or Reason
09 Mean Bad Wrong (featuring Kenny Neal)
10 Never Gonna Get Me Back
12 She’s Just Right For Me
13 On My Dying Day

Stacy Mitchhart
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