Danny Bryant – 23.01.2026, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Wenn Danny Bryant mit seiner Band dem Schwarzen Adler in Rheinberg einen Besuch abstattet, ist in der Regel ein volles Haus garantiert. Und so durfte sich Ernst Barten auch diesmal wieder über eine dementsprechende Kulisse erfreuen.

Der mittlerweile 45-jährige Brite hat bedingt durch gesundheitliche Probleme (u. a. Folgen einer Alkoholsucht), seine Lebensgewohnheiten drastisch geändert, besonders gut erkennbar durch den, zu seinem Vorteil statt gefundenen erheblichen Gewichtsverlust.

Diese Phase hat er mit seinem neuen hervorragenden Album „Nothing Left Behind“ aufgearbeitet und ab sofort gilt der Blick nur noch nach Vorne. Wie an diesem Abend überaus deutlich vernehmbar, wirkt er viel agiler und auch irgendwie gelöster und lockerer. „I’m tougher now“ singt er selbstbewusst im Opener des Albums, der dann auch gegen Ende des zweiten Sets, wie auch viele andere Stücke des Werkes, in der Setlist der gerade begonnenen Tour seine Berücksichtigung findet, was mir persönlich ungemein gut gefiel.

Dies positive Energie ist sicherlich auch ein Verdienst seiner ihn umgebenden Mitstreiter Marc Rahner, Jamie Pipe, Ardjom Feldster und ‚Strahlemann‘ Alexander Hinz, die ihm mit viel Spaß und musikalischer Klasse, auf der Bühne den Rücken stärkten.

Gespielt wurde, wie üblich im Adler, in zwei Hälften, wobei schon der erste Teil mit u. a,  dem satten „Swagger“ zum Auftakt, dem Aufheizer „Temperature Rising“, dem furiosen Southern Rock-Slowblues „Guntown“, „Lover Like You“, dem atmosphärisch proggigen „Enemy Inside“ und der Killerballade „Just For You“ (alle drei vom neuen Longplayer), ein extrem hohes Level geboten wurde.

Auch der Auftakt zu Teil 2 stand mit „Three Times As Hard“ und dem eingängigen „Missing You“ (Heartland-Note) sofort wieder im Zeichen des aktuellen Silberlings. Wie so oft, vergeht bei Bryant-Gigs die Zeit wie im Fluge.

Über „The Rage To Survive“, „Unchained“, wo sich alle einzelnen Beteiligten nacheinander mit anspruchsvollen Soli an ihren Instrumenten in den Fokus rückten, „Not Like The Others“, „Tougher Now“, „Redemption“ (alle drei wieder von „Nothing Left Behind“) und dem knackigen Instrumental „Looking Good“ war das Ende des offiziellen Hauptteils schon erreicht, der natürlich von den unzähligen, quirligen und glänzenden E-Gitarren-Soli des Protagonisten auf seiner gold-weißen Stratocaster maßgeblich geprägt wurde.

Das begeisterte Adlerpublikum ‚kitzelte‘ den Quintett noch satte drei Zugaben heraus  (u. a. das Endorphine freisetzende „Painkiller“ und der satte Stampfer „Rise“), sodass am Ende ausnahmslos strahlende Gesichter zu vernehmen waren. Nur wenige Minuten später standen die Musiker schon wieder für die üblichen Merchandising-Aktivitäten (Signieren, Smalltalk, etc.) zur Verfügung.

Wer den ’neuen‘ toughen Danny Bryant mit seinen Jungs noch öfter erleben möchte, kann dies in naher Zukunft bei diesen Terminen in die Tat umsetzen:

25.01.26           Berlin, Frannz Club
27.01.26            Hamburg, Nica Jazz Club (Bigband Show)
28.01.26            Bonn, Harmonie (Bigband Show)
29.01.26            Dortmund, Musiktheater Piano (Bigband Show)
30.01.26            Freudenburg, Ducsaal
31.01.26            AT – Rankweil, Altes Kino
01.02.26            München, Backstage
03.02.26            CH – Lyss, Kufa (Bigband Show)
05.02.26            CH – Aarburg, Musigburg
06.02.26            Burglengenfeld, VAZ
07.02.26            Freiburg, Jazzhaus (Bigband Show)
20.03.26            Siegen, Vortex Surfer Musikclub
21.03.26            Seelow, 13. Bluesrock Fest (Bigband Show)
26.03.26            CH – Rorschach, Industrie 36 (Bigband Show)
27.03.26            Bad Reichenhall, Magazin 3
28.03.26            Neustadt/Orla, Wotufa-Saal (Bigband Show)

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Marc Rahner (electric & acoustic guitar)
Ardjom Feldster (bass, bgv)
Alexander Hinz (drums)
Jamie Pipe (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Danny Bryant
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Schwarzer Adler

Danny Bryant – Nothing Left Behind – CD-Review

Das erste CD-Review des neuen Jahres kommt bei mir, obwohl ich eigentlich normaler Weise nicht abergläubisch bin, immer einem Omen für den weiteren Verlauf der nächsten zwölf Monate gleich. Glücklicherweise begann eigentlich jedes der nunmehr zehn Jahre Sounds Of South mit einem starken Werk und es hagelte ganz viel gute Musik hinterher.

Auch diesmal brauche ich mir wohl keine Sorgen zu machen, denn mit Danny Bryant, bestreitet ein bewährter Qualitätsgarant den Auftakt in 2026. Erstaunt muss ich zunächst feststellen, dass ich, review-technisch gesehen, bis dato nur bei Konzerten mit ihm in Berührung gekommen bin. Ich habe in meiner langen ‚Karriere‘ tatsächlich noch nie ein Album von ihm unter die Lupe genommen.

Das ändert sich jetzt jedoch, sein neues Werk „Nothing Left Behind“, das am 23.01.2026 veröffentlicht wird, steht zur Besprechung an. 

„Das Album handelt von meiner Rehabilitation und davon, wie ich mein Leben in positiver Weise verändert habe“, so Bryant, äußerlich allein schon seit geraumer Zeit auch durch seinen erheblichen Gewichtsverlust erkennbar.

Rein Stimmlich, spielerisch und kreativ, sind keine Einbußen zu vermerken, ganz im Gegenteil, das Album strotzt nur so vor Vitalität und auch neuer Ideen. „Tougher Now“ ist nicht nur eine schlagkräftige Zustandsbeschreibung, der shufflige kräftige Opener des neuen Albums (mit herrlich wummernder Orgel) ist aus meiner Sicht auch ein idealer Beginn bei seinen anstehenden Gigs der aktuellen Tour. 

Ähnliches gilt für das treibende, stadiontaugliche „Not Like The Others„, das einen fast in die 90er Jahre der Rockmusik zurückbeamt. Nach soviel Energie und Dynamik zu Beginn ist es folgerichtig, dass Bryant mit der progressiv angehauchten, pianogetränkten Ballade „The Enemy Inside“ (es schimmert sogar ein wenig Genesis-Ambiente durch) erstmal auf das Bremspedal tritt. Herrlich das integrierte hymnische E-Gitarrensolo. Ein Highlight der CD!

Das polternde, texas-blues-rockige „Swagger“ (mit Kuhglockendrums und „Smoke On The Water-verdächtiger Rhythmusgitarre) lässt dann die Southern Rock-Vorliebe des Protagonisten aufblitzen. Atmosphärisch und ruhiger wird es wieder bei „Redemption“, klassischer Stampf-Blues Rock kennzeichnet „Three Times As Hard“.

Dass Danny durchaus auch ‚radiotauglich‘ kann, beweisen die eingängigen und melodischen Songs wie „Nothing Man“ (mit Akustikgitarre und Harmoniegesängen) und „Missing You“ (Bob Seger-Flair).

Stevie Ray Vaughan-Fans werden sich am E-gitarren-lastigen „Lover Like You“ (mit gurgelndem Orgel-Solo) laben. Die Schlussphase des Longplayers wird mit der wunderbaren Killer-Ballade „Just For You“ eingeläutet, Gänsehautmomente garantiert.

Das endgültige Finale wird dann nochmals in progressiver Manier zelebriert. „Heatwave Heartbreak“ ist ein Instrumentalstück irgendwo zwischen Pink Floyd, Santana, Peter Green & Co., bei dem Bryants brillantes E-Gitarrenspiel im Mittelpunkt steht.

„Wir wollten ein Album machen, das wir live spielen können. Mit fünf Leuten auf der Bühne können wir die ganze Klangwelt, die wir im Studio geschaffen haben, tatsächlich reproduzieren und ohne Einbußen live präsentieren.

Ich hoffe, dass das Album neue Hörerinnen und Hörer erreicht und gleichzeitig diejenigen anspricht, die mich schon lange begleiten, wir haben unser Herz hineingelegt – und ich hoffe, man hört das.“

Diesem Statement kann ich am Ende nur voll und ganz zustimmen. Ein tolles, abwechslungsreiches und kurzweiliges Werk, das Danny Bryants internationales Renommee im Blues Rock weiter festigen wird.

Möge „Nothing Left Behind“ sowas wie eine Zäsur, mit reinem Blick auf die Zukunft symbolisieren, meine ich, dass Bryant, trotz aller früherer Umstände, auch stolz auf das bis dato Geleistete zurückblicken kann.

Wir hoffen, dass der Brite, wie oben angedeutet, viele der neuen Tracks live in ‚tougher‘ Manier präsentieren wird. Gelegenheit dies zu überprüfen erhalten wir schon am 23.01.2026, dem Veröffentlichungstag, wenn wir seinen Gig im Schwarzen Adler in Rheinberg besuchen und darüber natürlich berichten werden.

Jazzhaus Records (2026)
Stil: Blues Rock

01. Tougher Now
02. Not Like The Others
03. Enemy Inside
04. Swagger
05. Redemption
06. Three Times As Hard
07. Nothing Man
08. Missing You
09. Lover Like You
10. Just For You
11. Heatwave Heartbreak

Danny Bryant
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