Ben Brandt – Solid Ground – CD-Review

Im Moment werden wir wieder von unseren Freunden Devious Planet aus Amerika mit vielen neuen Namen (zumindest für mich) geflutet, Ben Brandt, der jetzt mit seiner neuen CD „Solid Ground“ vorstellig wird, ist einer davon.

Wenn man seiner Biografie Glauben schenken darf, hat er fast direkt nach Verlassen der Säuglingsstation, sein Interesse am Gitarrenspiel entdeckt. Die ersten Riffs spielte er auf der Gitarre seines Großvaters mit 3 Jahren, mit 10 gründete er 1999 schon seine erste eigene Band.

Seither begleitet das Instrument sein Leben und er hat bis dato mit vielen bekannten Interpreten wie Shemekia Copeland, Albert Cummings, Los Lonely Boys, Gary Hoey, Eric Steckel, The Record Company, King Solomon Hicks, Billy Price, Coco Montoya, Jared James Nichols, Davy Knowles oder Blackberry Smoke zusammengearbeitet.

Schon nach den ersten Hördurchgängen wird einem klar, dass Ben sich wenig um die üblichen Konventionen im Blues Rock scherrt, der testest die Grenzen aus, wobei Spielfreude im Kontext zu seinen Mitspielern (starke Vorstellung von Ted Pecchio am Bass) klar im Vordergrund steht. Produziert und ebenfalls gitarrentechnisch und mit BGVs unterwegs ist hier der uns bekannte JD Simo, den ich vom Stil her ähnlich in Erinnerung habe.

Brandt ist nicht der Übersänger, man spürt sofort, dass hier der instrumentelle Teil der wichtigere ist, der Hang zu Improvisationen (u. a. „Burning Bridges“, „Under The Weight Of Us“) ist unverkennbar. Vieles erinnert mich an den Rock der 70er Jahre, wo psychedelische Noten eine gewisse Bedeutung hatten. Die drei jeweils etwas über eine Minute währenden eingestreuten Instrumental-Intermezzi („Matthew’s Tire Part 1-3), bringen dazu eine gewisse Unruhe in das Gesamtwerk.

So richtig warm mit dem Songkonvolut werde ich erst gegen Ende des Silberlings mit den Stücken „The Seeker“ (The Who-Cover) und „Little Something“, die die ein wenig Southern-Esprit Marke The Black Crowes versprühen. Standesgemäß beendet Brandt die neue CD mit einem Psychedelic-Touch bei „Scramblin‘ (The Well)“, das mich weitläufig an Bad Companies „Seagull“ erinnert.

Wer auf rauen, unpoliert und authentisch gespielten Rock mit 70er-Flair steht, der ist bei Ben Brandt und seinem neuen Longplayer „Solid Ground“ in jedem Fall an der richtigen Stelle.

Katalex Records (2026)
Stil: Blues Rock

01. Solid Ground
02. Matthew’s Tire Part 1
03. Burning Bridges
04. Fine Line
05. Parasite Blues
06. Matthew’s Tire Part 2
07. Under The Weight Of Us
08. Matthew’s Tire Part 3
09. The Seeker
10. Little Something
11. Scramblin‘ (The Well)

Ben Brandt
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