American Aquarium – Live At Red Rocks – Digital-Album-Review

Review: Michael Segets

Da wäre mir doch fast die neuen Lebenszeichen von BJ Barham und seiner Band American Aquarium durchgegangen. Zum einen haben sie das Album „Antique Hearts“ zu dessen zwanzigjährigen Jubiläum neu eingespielt und auf Vinyl veröffentlicht. Zum anderen gibt es ein relativ aktuelles Live-Album, auf das ich beim Durchstöbern der Website von BlueRose Records gestoßen bin. Die CD ist eigentlich nur über die Band selbst zu erhalten, als Downloads ist „Live At Red Rocks“ aber allgemein verfügbar. Die Titel werden teilweise ineinander übergehend gespielt, sodass die Pause bei der digitalen Tracktrennung etwas stört. Da es keine Ausfälle auf der Setlist gibt und die Empfehlung gegeben werden kann, den Konzertmitschnitt in Gänze zu genießen, bietet sich also der Kauf der CD an, solange sie noch erhältlich ist.

Der dritte offizielle Konzertalbum nach „Live In Raleigh“ (2012) und „Live At Terminal West“ (2016) besticht mit einer durchweg gelungenen Liedauswahl, die die rockigen Seite American Aquariums betont. Nach dem eher ruhigen „Chicamacomico“ (2022) schlug Barham auf „The Fear Of Standing Still“ (2024) tendenziell wieder kräftigere Töne an. Da die Band kein Americana-, sondern ein Rockkonzert abliefert, ist es zwar nachvollziehbar, warum die Wahl vom 2022er Album auf „All I Need“ fiel, aber warum es nur ein Track („Crier“) vom letzten Studiowerk auf die Setlist geschafft hat, ist überraschend.

Insgesamt stellt American Aquarium wenig Titel vor, die seit dem letzten Livealbum entstanden sind. Von „Lamentations“ (2020) spielt die Band meinen Favoriten „The Luckier You Get“ sowie „Before The Dogwood Blooms“. „Things Change“ (2018) bleibt völlig unberücksichtigt. Hier hätte ich mir zumindest „Tough Folks“ gewünscht, das sich gut in das Programm eingefügt hätte.

Stattdessen gibt es das sehr starke „Losing Side Of 25“ und „Wichita Falls“, die von „Wolves“ (2015) stammen, aber bereits auf „Live At Terminal West“ vertreten sind. Der älteste Song „I Hope He Breaks Your Heart“ findet sich schon auf „Live In Raleigh“. Mehr als ein Drittel der Stücke – in Summe vier – wurden ursprünglich auf „Burn. Flicker. Die.“ (2012) veröffentlicht. „Saint Mary’s“ und „Lonely Ain’t Easy“ sind zwei herausragende Titel aus dem Backkatalog von American Aquarium, sodass es schön ist, sie nun in Live-Versionen zu hören. Während auch „Casualities“ seine offizielle Live-Premiere feiert, gibt es nun von „Burn. Flicker. Die.“ eine weitere, achtminütige Variante. Die Spielzeit erklärt sich durch die integrierte Vorstellung der Band. Mit dem Song verbinde ich ein intensives Konzerterlebnis, als Barham ihn seinerzeit solo in der Krefelder Kulturrampe performte.

Für November kündigt die Band auf ihrer Homepage einen Gig in den Niederlanden an. Sie scheint also auf Europa-Tour zu gehen und kommt hoffentlich auch in die SoS-Region. Mit „Live At Red Rocks” beweist American Aquarium erneut ihre Livequalitäten in Sachen Roots Rock. Ob nun ihre Klassiker oder neuere Titel gespielt werden, ist dabei nebensächlich: Ein Konzertbesuch ist quasi Pflichtprogramm.

Losing Side Records (2025)
Stil: Roots Rock/

Tracks:
01. Crier 03:42
02. All I Needed 02:57
03. Casualties 04:30
04. Saint Mary’s 03:00
05. Before The Dogwood Blooms 02:54
06. Lonely Ain’t Easy 04:21
07. Losing Side of Twenty Five 03:37
08. The Luckier You Get 02:50
09. Wichita Falls 03:28
10. I Hope He Breaks Your Heart 05:39
11. Burn.Flicker.Die. 08:29

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