
Bei Davy Knowles stand für mich schon lange fest, dass, sofern sich ein Konzertbesuch in unseren Sphären terminlich für mich realisieren lässt, dieser auch wahrgenommen wird.
Ich verfolge den von der Isle of Man stammenden Briten schon seit seiner Back Door Slam-Zeit und besitze auch etliche Alben von ihm. Besonders das in Zusammenarbeit mit Peter Frampton und Bob Clearmountain erstellte Werk „Coming Up For Air“ hatte es mir dabei besonders angetan. Aus diesem Longplayer wurde an diesem Abend „Riverbed“ performt.
Knowles war in Vorzeit bereits zweimal als Fronter der Bands Of Friends im Gdanska vorstellig geworden, jetzt zum ersten Mal eigenständig zusammen mit Todd Bowers am Bass und Mike Hansen am Schlagzeug als Davy Knowles Band.
Um 20:15 Uhr bat Gitarissimo-Macher Jürgen Reinke das Trio auf die Bühne. Mit dem shuffligen Opener „Good To Know Ya“ ließ er direkt die Frühlingsgefühle des Southern Rock-Fans erwachen.
Davy hat ja sehr viel Zeit im Rahmen seiner Karriere in den Staaten verbracht. Diese ‚Amerikanisierung‘ merkte man auch in der Wahl seines Arbeitsgeräts. Hier hatte die stark beansprucht aussehende Telecaster auch den klaren Vorzug gegenüber einer kurzen Phase mit der Gibson SG und der Strat (nur bei „One & The Same“).
Die drei Musiker spielten in zwei Sets (mit einer kurzen Bierhol- und Pinkelpause dazwischen) und boten mit das Beste, was ich in den letzten Jahren in Sachen modernem Blues Rock vorgespielt bekommen habe. Was haben die teilweise für einen Drive entfacht! Allein der „Outside Woman Blues“ inklusive eines fulminanten Drum-Solos von Mike Hansen, war schon allein den Besuch des Gigs wert.
Aber dem nicht genug. Knowles & Co. setzten nach der Pause mit Tracks wie „Nadine“ (herrlicher R’n’R), „Catch The Moon“ (mit einem Hauch von Bakersfield-Flair), „Come Home“ (dezente ZZ Top-Note) und dem sensationellen Slowblues „Gotta Leave“ (was für ein E-Gitarrenspektakel!) noch einen Oben drauf.
Am Ende besann sich der Protagonist dann doch noch auf seine britischen Wurzeln zurück. Eine traumhafte Version des Dire Straits-Klassikers „Sultans Of Swing“, wo Davy ein weiteres Mal seine außerordentliche Fingerfertigkeit in den ausgedehnten Soli bewies und das auch von Rory Gallagher damals gern gespielte „I Take What I Want“ als finale Zugabe, gossen Wasser auf die Mühlen der Fans aus der guten alten Rockmusik-Zeit.
Davy Knowles, Mike Hansen und Todd Bowers, alias Davy Knowles Band, ließen ein restlos begeistertes Gdanska-Publikum zurück und auch ich persönlich war heilfroh, dieses Mal endlich die Gelegenheit am Schopf gepackt zu haben. Am 20. März haben Blues Rock-Liebhaber in Dortmund nochmals die Gelegenheit, das tolle Trio zu besuchen. Vielen Dank an Jürgen Reinke für die herzliche Gastfreundschaft und die unkomplizierte Akkreditierung!
Line-up:
Davy Knowles – lead vocals, electric guitar
Todd Bowers – bass
Mike Hansen – drums
Text und Bilder: Daniel Daus








































































