The Rolling Stones – Gimme Skynyrd – CD-Review und Gewinnspiel

Man sagt ja, dass mit zunehmender Lebensdauer eine gewisse Altersmilde beim Menschen einkehren würde, und man mit etwas Abstand, eine etwas andere Sicht auf Dinge erlangen würde.

So konstatierte beispielsweise Neil Young nachdem er in „Sweet Home Alabama“ aufgrund seiner harschen Kritik an der Bevölkerung der Südstaaten von Ronnie Van Zant scharf angegangen wurde („I hope Neil Young will remember, a southern man don’t need him around, anyhow“) einige Jahre später: „I’m proud to have my name in a song like theirs.“

Gleiches scheint auch für Mick Jagger zu gelten, der für Ronnie Van Zant der Auslöser war, ein Rock’n’Roll-Sänger zu werden. Auch hier gab es irgendwann Stress zwischen den beiden ‚Alpha-Gesangs-Tieren‘. Dabei war zunächst noch alles ‚in Butter‘, In Michigan 1975 feierte man noch gemeinsam in bester Laune. Einige Monate später begann allerdings ein Kapitel, das beide fortan in herzlicher Abneigung verbinden sollte. Aber wie kam es dazu? Zum einen hatte Jagger aufgrund einiger Eskapaden bandintern und auch mit dem Label der Stones ordentlichen Ärger, Ronnie Van Zant wurde Gerüchten zufolge bereits als sein Nachfolger gehandelt.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, entstand auf dem berühmten Knebworth-Festival, wo beide Bands im Line-up zugegen waren. Die Stones bekamen als Headliner eigens für sich die Bühne in Form ihrer legendären Zunge erweitert. Es gab die klare Ansage, dass dieser Bereich nur von den Stones betreten werden dürfte.

Jagger hatte nachmittags noch Charlie Watts vorgeschickt, der Van Zant und auch den prominenten CCR-Drummer Doug Clifford (auf dem Festival für die Don Harrison Band trommelnd) mit den Gegebenheiten instruieren sollte. Zeitzeugen berichteten, dass Van Zant zu diesem kurz danach „Who the fck are the Rolling Stones?“ gesagt hätte. Es war klar, dass bei dem ohnehin für seine rebellische Art bekannten Skynyrd-Leader, Ärger vorprogrammiert war.

Uns so kam es natürlich, wie es kommen musste: Angestachelt von den gut 200.000 Besuchern, die Skynyrd frenetisch feierten, schritt Van Zant beim furiosen Gitarrenfinale bei „Freebird“ in den ‚Zungenbereich‘ und holte dann nach und nach die vier Gitarristen zu sich an den äußeren Rand der Bühne.

Der bekannte Journalist Ian Fortnam schrieb später: “Thirty-one years on and I’ve never witnessed a crowd react to support a band in the same way that Knebworth did to Lynyrd Skynyrd.”

Jagger soll vor Wut geschäumt haben und wollte den Gig sogar kurzfristig canceln. Was für ein Affront gegenüber vermeintlichen Nr. 1-Band des Rockbusiness! Fakt war, dass Lynyrd Skynyrd ihnen die Show gestohlen hatte und am Ende nur noch Schadensbegrenzung angesagt war. Die Stones verließen unmittelbar nach dem Gig das Festival.

Die CD enthält mit „Honkytonk Southern Man“ einen unveröffentlichten Bonustrack, den Jagger kurze Zeit nach dem Festival geschrieben hatte. Im Refrain heißt es:

„He’s a honkytonk southern man
Gettin‘ drunk all night
Honkytonk southern man
Always lookin‘ for a fight“

Es war natürlich klar, um wen es hier ging. Aufgrund Jaggers damaligem schwierigen Stands und, um die Sache nicht noch weiter hochzuschaukeln, wurde auf eine Veröffentlichung bis heute verzichtet.

Ansonsten haben die verbliebenen Stones nun die elf Skynyrd Stücke in ihrer typischen Art eingespielt, die Reihenfolge entspricht exakt der Setliste des Knebworth-Auftritts. Ein wenig merkt man schon, dass Richards und Wood eher Riff-Gitarristen sind, sie tun sich offenkundig schwer mit dem eher sololastigen Stoff. So klingt es allerdings sehr authentisch.

Mick Jagger macht einen tollen Gesangsjob, am Ende kommt dann aber doch noch die späte Retourkutsche. Die Textpassagen von „Freebird“ sollen ja eigentlich von keinem anderen Sänger performt werden als Ronnie Van Zant. Selbst Bruder Johnny hängt meistens bei den Gigs den Hi-Roller-Hut ans Mikro und Ronnies Stimme wird in der Regel zum Song eingespielt.

Jagger hält sich hier nicht an dieses ungeschriebene Gesetz und singt das Stück ganz normal wie alle anderen auch. Da darf man mal gespannt sein, wie die Southern-Gemeinde reagiert. Ansonsten kann man dieses ‚Experiment‘ mit kleinen Abstrichen, als gelungen bezeichnen.

Über einen Bekannten, der einen guten Draht zu Ronnie Wood hat, ist es uns gelungen, drei Promo-Exemplare zu ergattern, die wir allerdings erst wenige Tage vor  VÖ der Scheibe (15. Mai) herausgeben dürfen.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wann fand das damalige besagte Festival in Knebworth statt?
a) 1980
b) 1977
c) 1976

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 01.04.2026 (vor 24:00 Uhr) an dan@sounds-of-south.de.
Wir losen unter allen richtigen Einsendern drei Gewinner/innen aus, die dann umgehend benachrichtigt mit der CD beliefert werden (* zum VÖ).

Decca Records (2026)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Workin‘ For MCA
02. I Ain’t The One
03. Saturday Night Special
04. Whiskey Rock-A-Roller
05. Travelin‘ Many
06. Searching
07. Gimme Three Steps
08. Call Me The Breeze
09. T For Texas
10. Sweet Home Alabama
11. Free Bird
Bonustrack:
12. Honkytonk Southern Man

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