The Builders & The Butchers – No Tomorrow– CD-Review

Review: Michael Segets

In den ungewöhnlichen Bandname The Builders & The Butchers muss man wohl keinen tieferen Sinn hinein interpretieren. Seine Funktion erfüllte er dennoch, indem er meine Neugierde weckte, welche Musik eine Combo, die sich diesen Namen zulegt, wohl macht. Nach dem Reinhören in ihren Backkatalog kam, ich zu dem Schluss, dass die Beschäftigung mit dem neuen Album „No Tomorrow“ lohnenswert sein könnte. Eine Vermutung, die nicht enttäuscht wurde.

Die Quintett aus Oregon, genauer gesagt aus Portland, macht Indie Music mit einer deutlichen Nähe zum Folk Rock. Es hat in der Vergangenheit schon wilde Sachen abseits des Mainstreams gemacht, die mächtig scheppern. Für den sechsten Longplayer nahmen sich Ryan Sollee und seine Mannen eine Rückkehr zu einer eher akustischen Herangehensweise vor, bei denen die einzelnen Instrumente stärker zur Geltung kommen. Das Konzept ist aufgegangen, denn die Songs bleiben schön angeschrägt, ohne dass der Sound erschlägt.

Mit dem Opener „Worlds On Fire“ gelingt der Band ein richtig rundes Stück, bei dem das Banjo von Harvey Tumbleson die Führung übernimmt. Zum Abschluss gibt es den Folk-Song „A Wall:A Fire“, der genretypisch von Akkorden der akustischen Gitarre bestimmt wird. Dazwischen liegen einige rockige Stücke, die zwar manchmal verhältnismäßig gradlinig verlaufen („Save Me“), meist aber mit deutlichen Spannungsbögen arbeiten wie das vorab herausgegebene, sehr starke „Rise My Son“ oder auch das nur zweiminütige „Devils Wind“. Es beginnt ruhig, nimmt zwischenzeitlich Fahrt auf und endet dann wieder sanft. Da das dunkle, folk-rockige „Blood:Death“ gleichfalls unter den Beiträgen hervorsticht, ist die Entscheidung gut nachvollziehbar, es ebenfalls als Single zu veröffentlichen,

Daneben finden sich mehrere balladesk orientierte Titel auf dem Album. Herausragend unter diesen ist das instrumental reduzierte „Fire In The Sky“. Mit dem Hall des Schlagzeugs bekommt der Titel etwas hymnisches. „Bad Blood“ entwickelt ebenfalls eine beinah hypnotische Intensität. Durch den vollen Sound, bei dem mal elektrische Gitarren dominieren, geht „One Wiged Bird“ in Richtung klassischer Rockballaden. Die langsamer angelegten Stücke sind also durchaus variabel angelegt, ohne dass das Werk seine Linie verliert. Eine Verbindung zwischen den Tracks schafft auch Sollees Gesang, der stellenweise an den von Grant-Lee Phillips erinnert. Sollee legt mehrmals – besonders auffällig auf „Cold Fire Hymn“ – gehörig Vibration in die Stimme, sodass mir Roger Chapman in den Sinn kommt.

Fast schon als traditionell könnte das schunkelige, mehrstimmige „Mother Mary“ angesehen werden, wenn man die Wortwahl in den Lyrics außer Acht lässt. Inhaltlich sind die Texte düster bis tiefschwarz. Trotz der Krisen und Kriege in der Welt will Sollee die Hoffnung nicht verlieren, da er glaubt, dass es mehr gibt, was Menschen verbindet als trennt.

Das Zusammenkommen und gemeinsame Feiern reizen den Frontmann an Live-Auftritten. Gelegenheit The Builders & The Butchers hautnah zu erleben, bieten die acht, für die zweite Maihälfte angekündigten Konzerte in Deutschland. Da sich die Band mit „No Tomorrow“ bestens empfohlen hat, ist der 20.05.2026, an dem die Band ins Kölner Blue Shell kommt, vorgemerkt.

The Instrument Village/Broken Silence (2026)
Stil: Folk Rock

Tracks:
01. Worlds On Fire
02. Bood:Death
03. Mother Mary
04. Save Me
05. Cold Fire Hymn
06. Devil’s Wind
07. Rise My Son
08. One Winged Bird
09. Fire In The Sky
10. Bad Blood
11. A Wall:AFire

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