{"id":922,"date":"2015-12-14T08:29:00","date_gmt":"2015-12-14T07:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=922"},"modified":"2020-07-08T16:25:44","modified_gmt":"2020-07-08T14:25:44","slug":"lynyrd-skynyrd-god-guns-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/lynyrd-skynyrd-god-guns-cd-review\/","title":{"rendered":"Lynyrd Skynyrd &#8211; God &#038; Guns &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/LS_God.jpg\" \/><\/p>\n<p>Auch ich muss es zugeben. Das gro\u00dfe Kribbeln im Bauch bei einer Album-Neuver\u00f6ffentlichung von Lynyrd Skynyrd, in diesem Fall bei &#8222;God &amp; Guns&#8220;, wie es fr\u00fcher immer \u00fcblich war, ist schon lange nicht mehr da. Das hat in erster Linie gar nicht mal mit den Leistungen der Band zu tun. Der Hauptgrund liegt, was meine Person betrifft, sicher in der extremen Reiz\u00fcberflutung, der man heutzutage als Musik-Redakteur ausgesetzt ist, in Sachen Skynyrd speziell an dem immensen Grad an Identifikationsverlust, den die hohe, bandinterne Sterblichkeitsrate nun mal zwangsweise mit sich brachte.<\/p>\n<p>Mit dem Ableben von Hughie Thomasson und Billy Powell sind zwei weitere Pfeiler und Sympathietr\u00e4ger des Fundaments der einstigen Rockmusik-Institution, mit der ich gro\u00df geworden bin (Ean Evans m\u00f6ge mir bitte verzeihen, dass er von mir bereits als einer der beliebig austauschbaren Musiker eingestuft wird) gewichen, das verbliebene Trio <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Van+Zant\">Van Zant<\/a><\/span>, <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Gary+Rossington\">Rossington<\/a>, Medlocke, verspr\u00fcht l\u00e4ngst nicht mehr die Aura des einstigen Kollektivs. Die Alben der posthumen Ronnie Van Zant-\u00c4ra fand ich eigentlich im Gro\u00dfen und Ganzen, mit leichten Schwankungen nach oben (&#8222;Twenty&#8220;, &#8222;Edge Of Forever&#8220;) oder unten (Vicious Cycle) immer recht gut, es gibt ohne Zweifel zahlreiche, tolle St\u00fccke auch mit Johnny Van Zant-Beteiligung.<\/p>\n<p>Ihren gro\u00dfen Kredit hat die Truppe eigentlich mit ihren Konzerten bei mir verspielt. Statt sich zu einer eigenen Identit\u00e4t zu bekennen und schwerpunktm\u00e4\u00dfig das eigens erarbeitete Material zu pr\u00e4sentieren, wurde bis zum heutigen Tage immer wieder das \u00fcbliche &#8222;Greatest Hits&#8220;-Programm runtergedudelt. Was Anfang der neunziger Jahre vielleicht noch ok war, ist f\u00fcr den m\u00fcndigen Skynyrd-Freund, Ronnie Van Zant-Kult hin oder her, einfach nur noch nervig. Das Weltbild, was die Band in ihren Texten zum Teil dank seines j\u00fcngsten Bruders verk\u00f6rpert, kommt mittlerweile erschwerend hinzu (schlimme Beispiele sind leider auch wieder auf diesem Werk zu beklagen).<br \/>\nAber egal, kommen wir zu dem, wof\u00fcr wir Lynyrd Skynyrd lieben gelernt haben, der Musik. Entgegen den entr\u00fcsteten und teilweise recht unsachlich erscheinenden Kritiken anderer Magazine, bin ich der Meinung, dass man bei &#8222;God &amp; Guns&#8220; den Ball etwas flacher halten sollte. Das Album bietet bis auf eine uns\u00e4gliche Phase von drei aufeinander folgenden St\u00fccken (&#8222;Unwrite That Song&#8220;, &#8222;Floyd&#8220;, &#8222;That Ain&#8217;t My America&#8220;), die allerdings das Gesamtgef\u00fcge des Werkes sichtlich st\u00f6ren, eigentlich vom \u00fcbrigen Rest her gute Southern Rock-Kost, mit jeder Menge sch\u00f6ner Melodien, guter instrumenteller Umsetzung (gewohnt starke, southern-typische E-Gitarrenarbeit) und eine von Bob Marlette (Ozzy Osbourne, Nickelback) modern ausgef\u00fchrte Produktion.<\/p>\n<p>Das bereits im Vorfeld im Net ver\u00f6ffentlichte rockige &#8222;Still Unbroken&#8220;, das swampige &#8222;A Little Thing Called You&#8220;, das melodische an &#8222;Sweet Home Alabama&#8220; angelehnte &#8222;Southern Ways&#8220;, das gro\u00dfartige Van Zant-Medlocke-Duett &#8222;Skynyrd Nation&#8220;, die fetten Gitarrenpassagen bei &#8222;God &amp; Guns&#8220; (den Text bitte ignorieren, echt \u00fcbel) und das vermutlich Billy Powell gewidmete &#8222;Gifted Hands&#8220; (mit einem Hauch von &#8222;Free Bird&#8220;-Flair) machen richtig Spa\u00df und lassen das Southern-Herz kurz wieder auf h\u00f6heren Frequenzen schlagen. Ob die integrierten Strings in letztgenanntem Song in Zusammenarbeit mit dem K\u00f6lner G\u00fcrzenich-Orchester erarbeitet wurden (wir erinnern uns an unseren Artikel vom 1. April dieses Jahres&#8230;) gaben die Infos der Promo-CD leider nicht her&#8230;<\/p>\n<p>Fazit. Das neue Album &#8222;God &amp; Guns&#8220; ist keinesfalls so schlecht, wie es bisher dargestellt worden ist. Wenn man den extremen personellen Aderlass der letzten Zeit ber\u00fccksichtigt, ist den Skynyrd-\u00dcberbleibseln insgesamt ein akzeptables Werk gelungen, das eben auch den Wandel der Zeit repr\u00e4sentiert. Wer die heutigen Skynyrd politisch als ewig Gestrige (zu Recht) abstempelt, sollte nicht in gleichem Zuge auch auf Gedeih und Verderb nach den guten alten Rockmusik-Zeiten schreien. Die sind n\u00e4mlich seit fast drei Dekaden pass\u00e9. Die Entwicklung einer den Bandstrukturen angepassten musikalischen Identit\u00e4t halte ich f\u00fcr richtig, solange das Niveau noch \u00fcberwiegend in Ordnung ist. Die sollte dann allerdings auch live dementsprechend verk\u00f6rpert werden. Bei &#8222;God &amp; Guns&#8220; stehen insgesamt drei kapitale B\u00f6cke neun ganz guten Songs gegen\u00fcber. Mit den genannten Abstrichen von daher ein durchaus empfehlenswerter Longplayer!<\/p>\n<p><strong>Roadrunner Records (2009)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 Southern Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Still Unbroken<br \/>\n02. Simple Life<br \/>\n03. Little Thing Called You<br \/>\n04. Southern Ways<br \/>\n05. Skynyrd Nation<br \/>\n06. Unwrite That Song<br \/>\n07. Floyd<br \/>\n08. That Ain&#8217;t My America<br \/>\n09. Comin&#8216; Back For More<br \/>\n10. God &amp; Guns<br \/>\n11. Storm<br \/>\n12. Gifted Hands<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lynyrdskynyrd.com\">Lynyrd Skynyrd<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/lynyrdskynyrd\">Lynyrd Skynyrd bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch ich muss es zugeben. Das gro\u00dfe Kribbeln im Bauch bei einer Album-Neuver\u00f6ffentlichung von Lynyrd Skynyrd, in diesem Fall bei &#8222;God &amp; Guns&#8220;, wie es fr\u00fcher immer \u00fcblich war, ist schon lange nicht mehr da. Das hat in erster Linie gar nicht mal mit den Leistungen der Band zu tun. 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