{"id":76166,"date":"2026-05-26T19:35:53","date_gmt":"2026-05-26T17:35:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=76166"},"modified":"2026-05-26T19:35:54","modified_gmt":"2026-05-26T17:35:54","slug":"jp-soars-feat-anne-harris-gypsy-blue-revue-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2026\/05\/26\/jp-soars-feat-anne-harris-gypsy-blue-revue-cd-review\/","title":{"rendered":"JP Soars feat. Anne Harris &#8211; Gypsy Blue Revue &#8211; CD Review"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"306\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Soars_300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-76167\" srcset=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Soars_300.jpg 306w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Soars_300-300x294.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Falsche Zeit, falscher Ort, m\u00f6ge vielleicht so mancher konstatieren, als ich auf der R\u00fcckfahrt nach der Arbeit von Essen nach Rheinberg die CD von JP Soars und Anne Harris in den Player meines Autos schob, um mich dann durch den \u00fcblichen Wahnsinn von Baustellen, katastrophalen Stra\u00dfen, unendlichen 30er-Zonen, Blitzern und so manch anderen Erschwernissen zu k\u00e4mpfen. Man hat immer das Gef\u00fchl, dass in diesem Lande auch den letzten produktiv wirkenden und Wachstum erzeugenden Menschen, der Weg zur Arbeit vergrault werden soll.<\/p>\n<p>Ich habe mir bedingt durch mein schon lange w\u00e4hrendes Leben und dank meiner Leistungssportkarriere sowie meiner Schw\u00e4che f\u00fcr einen Fu\u00dfballverein namens Rot-Weiss Essen eigentlich einen gutes Nervenkost\u00fcm, beziehungsweise &#8218;dickes Fell&#8216;\u00a0 angeeignet. Dieses wird mit der vorliegenden CD tats\u00e4chlich bis an die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert.<\/p>\n<p>Dabei hatte ich zu fr\u00fcheren Zeiten hier in diesem Magazin von JP Soars im Rahmen der Besprechung seines Albums &#8222;<a href=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2018\/06\/21\/j-p-soars-southbound-i-95-cd-review\/\">Southbound I-95<\/a>&#8220; eigentlich gar keinen schlechten Eindruck gehabt. Den gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftigen Gesang hatte ich allerdings damals schon angemerkt.<\/p>\n<p>Jetzt hat der umtriebige Musiker ein ziemlich altbackenes Konglomerat aus Blues-, Jazz-, Karibik- und Tex-Mex-Einfl\u00fcssen im Barroom-Stil zusammengebraut, wobei auch der Name Django Reinhardt, der Vorreiter des Gypsy Jazz, ins Spiel kommt und von dem mit &#8222;Minor Blues&#8220; ein Track gecovert wird.<\/p>\n<p>Dazu hat er die klassisch ausgebildete Violinistin Anne Harris mit ins Boot genommen, die hier zudem noch dezent Mandolinenkl\u00e4nge als auch Harmonieges\u00e4nge einbringt. Ihr Violinenspiel steht aber eindeutig im Vordergrund. Sie hat eine Gabe, mit diesem Instrument, an den Nerven zehrende Kl\u00e4nge zu erzeugen, die nach Wurzelbehandlung ohne Bet\u00e4ubung beim Zahnarzt anmuten.<\/p>\n<p>Beim Opener &#8222;Jessie Mae&#8220; dachte ich noch, naja nix Besonderes, beim folgenden &#8222;Go With The Flow&#8220; schwante mir schon nichts Gutes. Mit etwas Tom Waits-Espirit kommt &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mtR7RzdFhZA\">The Viper<\/a>&#8222;, sp\u00e4testens bei &#8222;Paradise&#8220; dachte ich, wen das das Paradies ist, m\u00f6chte ich gerne in der H\u00f6lle schmoren.<\/p>\n<p>Der eing\u00e4ngigste Song ist noch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bPoSQi94pVM&amp;list=RDbPoSQi94pVM&amp;start_radio=1\">Goin&#8216; To South Carolina<\/a>&#8222;, ein entspannter Retro-Southern Country Blues. Die drei folgenden St\u00fccke inklusiv des Reinhardt-Covers lie\u00dfen eine gewisse Aggression (nicht empfehlenswert beim Fahren) aufkommen. Gut, noch ein St\u00fcck, dann hast du es geschafft, war der Gedanke, nachdem der Reinhardt-Song \u00fcberstanden war.<\/p>\n<p>Dann erfolgte der Blick nach rechts auf den Beifahrersitz, wo die CD mit der R\u00fcckseite lag, auf der, wie immer \u00fcblich, die Tracklist platziert ist. St\u00fcck 9, &#8222;Cigar Box Jam&#8220; 18:25 Minuten. Es geht dann wohl ans Eingemachte. Da meine Reviewer-Ehre es mir vorschreibt, ein Werk, das ich bespreche, auch komplett durchzuh\u00f6ren, war jetzt bitteres Stehverm\u00f6gen angesagt, denn das Instrumentalst\u00fcck verlangt wirklich alles von einem ab. Beruhigungsmittel waren nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Es geht vom Aufbau her in Richtung der typischen Allman Brothers-Jams, allerdings auf W\u00fchltischniveau.\u00a0 Die sph\u00e4rischen E-Gitarren, die zerm\u00fcrbenden Violineneinlagen, und das mit Trillerpfeifen erg\u00e4nzte bollernde Drumsolo lie\u00dfen mich an ein perfektes Folterwerkzeug f\u00fcr die CIA denken, um Staatsfeinde gef\u00fcgig zu machen und jederlei Gest\u00e4ndnisse abzuringen. Bei der Androhung, diesen Track ein zweites Mal hintereinander zu spielen, wird sicherlich jeder, auch der hartn\u00e4ckigste Kandidat, sofort sein Schweigen brechen und reden wie ein Wasserfall&#8230;<\/p>\n<p>Nach dieser &#8222;Gypsy Blue Revue&#8220; von JP Soars und Anne Harris fragte ich mich, ob man dieser ethnischen Gruppe, die \u00f6ffentlich ja eh von einem Negativbild und Ausgrenzung gepr\u00e4gt ist, mit diesem Werk wirklich einen Gefallen tut.<\/p>\n<p>JP Soars sieht das nat\u00fcrlich anders: \u201cThis is a music lover\u2019s record, There\u2019s everything from Caribbean grooves to country songs to Django Reinhardt influences. If music moves me, I don\u2019t care about the genre \u2014 and I think our audiences love that diversity.\u201d Tut mir leid, aber ich z\u00e4hle ganz sicher nicht zu diesen &#8218;audiences&#8216;.<\/p>\n<p>Um dem Tag noch etwas Positives abzugewinnen, als auch zur Ehrenrettung dieser Volksgruppe, haute ich mir abends ein paniertes St\u00fcck Fleisch und ein paar Kartoffelspalten in die Pfanne, mischte mir eine Tomaten-Paprika-Zwiebel-So\u00dfe und lie\u00df das einst so beliebte Schnitzel aus der Kindheit\/Jugend nochmal aufleben&#8230;<\/p>\n<p><strong>Forty Below Records (2026)<\/strong><br \/><strong> Stil: Blues, Gypsy Jazz, Tex-Mex<\/strong><\/p>\n<p>01. Jessie Mae<br \/>02. Go With The Flow<br \/>03. Viper<br \/>04. Paradise<br \/>05. Goin&#8216; To South Carolina<br \/>06. May Mountain Waltz<br \/>07. Old Silver Bridge<br \/>08. Minor Blues<br \/>09. Cigar Box Jam<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/jpsoars.com\/\">JP Soars<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/jpsoars\/\">JP Soars bei Facebook<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/anne.harris.music\/\">Anne Harris bei Facebook<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Falsche Zeit, falscher Ort, m\u00f6ge vielleicht so mancher konstatieren, als ich auf der R\u00fcckfahrt nach der Arbeit von Essen nach Rheinberg die CD von JP Soars und Anne Harris in den Player meines Autos schob, um mich dann durch den \u00fcblichen Wahnsinn von Baustellen, katastrophalen Stra\u00dfen, unendlichen 30er-Zonen, Blitzern und so manch anderen Erschwernissen zu &hellip; <a href=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2026\/05\/26\/jp-soars-feat-anne-harris-gypsy-blue-revue-cd-review\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">JP Soars feat. 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