{"id":51245,"date":"2021-11-04T18:25:53","date_gmt":"2021-11-04T17:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=51245"},"modified":"2021-11-04T18:27:48","modified_gmt":"2021-11-04T17:27:48","slug":"matt-horan-02-11-2021-kulturrampe-krefeld-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2021\/11\/04\/matt-horan-02-11-2021-kulturrampe-krefeld-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Matt Horan \u2013 02.11.2021, Kulturrampe, Krefeld \u2013 Konzertbericht"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"533\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MH_haupt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-51248\" srcset=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MH_haupt.jpg 799w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MH_haupt-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/MH_haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Mein erster Konzertbesuch in der Kulturrampe seit M\u00e4rz 2020 lie\u00df die dazwischenliegende Zeit fast vergessen. Obwohl die Location im neuen Look erstrahlt, f\u00fchlte ich mich direkt wieder in die alten Zeiten zur\u00fcckversetzt. Durch die bekannten Gesichter und Markus Peerlings, der es sich wie gewohnt nicht nehmen lie\u00df, den Musiker anzuk\u00fcndigen, stellte sich sofort die fr\u00fchere Vertrautheit wieder her.<\/p>\n<p>Rampenchef \u201ePille\u201c richtete seine einf\u00fchrenden Worte \u2013 diesmal allerdings auf dem immer noch schr\u00e4gen B\u00fchnenrand sitzend \u2013 an die circa f\u00fcnfundzwanzig Musikbegeisterten und unterstich damit die quasi intime Atmosph\u00e4re der Veranstaltung. Dass so wenige Leute den Weg in die Rampe gefunden hatten, bleibt wie so oft unverst\u00e4ndlich, denn mit Matt Horan trat ein Singer\/Songwriter an, um sein erstklassiges Werk \u201eTears From The Mountain\u201c vorzustellen. Markus Peerlings schw\u00e4rmte dann auch von dem rein vokal vorgetragenen Opener \u201eVillage Churchyard\u201c, das nach seiner Einsch\u00e4tzung zu den besten Albeneinstiegen der gesamten Musikgeschichte geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Horan brachte den Titel an dem Abend nicht zu Geh\u00f6r, sondern startete mit \u201eOld Cold Mountain\u201c und lie\u00df die beiden St\u00fccke seiner aktuelle LP \u201eDreamed About Mama\u201c und das Traditional \u201eHigh On The Mountain\u201c folgen. Zwischen den beiden Highlights des ersten Sets \u201eHills Of Mexiko\u201c sowie \u201eSorry Pretty Shiori\u201c zollte er seinem Vorbild Hank Williams mit \u201eLove Sick Blues\u201c Tribut und schloss den \u201eFright Train Blues\u201c direkt an. Nach \u201eLittle Birdie\u201c performte Horan den starken Titeltrack seines Solowerks und beendete mit \u201eSugar Baby\u201c den ersten Teil des Auftritts.<\/p>\n<p>Horan wechselte h\u00e4ufig zwischen der akustischen Gitarre und dem Banjo, wodurch er Abwechslung in seine f\u00fcnfundvierzigmin\u00fctige Ein-Mann-Show brachte. Vor allem, wenn er das Banjo auspackte, erhielten die St\u00fccke einen Drive, der sich sofort auf das Publikum \u00fcbertrug. Dessen Stimmung war von Anfang an begeistert, steigerte sich aber beinah ins Frenetische im Verlauf des Abends.<\/p>\n<p>Da ich einen Blick auf die Setlist werfen konnte, fiel mir auf, dass mein absoluter Favorit \u201eLed Me To The Wrong\u201c von Horan \u00fcbersprungen wurde. Ich nutzte die Pause daher, um nachzufragen, ob er den Song noch spielt. Horan nahm den Wunsch auf und schob ihn direkt nach der Unterbrechung solo dazwischen, bevor er Alex Atienza f\u00fcr das zweite Set auf die B\u00fchne holte. Atienza begleitete Horan mit akustischer Gitarre oder Mandoline und war f\u00fcr filigrane Zwischent\u00f6ne verantwortlich. Zur\u00fcckhaltend und anf\u00e4nglich introvertiert wirkend, erg\u00e4nzte er Horan perfekt.<\/p>\n<p>Horan leitete die St\u00fccke oft mit einigen Bemerkungen und kurzen Anekdoten ein. Besonders im zweiten Teil lie\u00df er seiner sarkastischen Ader freien Lauf, was das Publikum honorierte. Die Atmosph\u00e4re wurde daher immer ausgelassener.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend im ersten Set die Songs des aktuellen Albums dominierten, unternahm Horan im zweiten einen Streifzug durch sein bisheriges Werk \u2013 erg\u00e4nzt durch einige Coverst\u00fccke. Unter diesen war erneut Hank Williams mit \u201eLong Gone Lonesome Blues\u201c vertreten. Viele Emotionen legte Horan in \u201eYou Never Called Me By My Name\u201c. Nach einer Serie eher getragener und wehm\u00fctiger Songs (\u201eMy Love Is Gone\u201c, \u201eDrinking Alone\u201c) offenbarte Horan augenzwinkernd sein Motto: Let\u2019s make Country music sad again. Um dies zu konterkarieren streute er witzige Nummern (\u201eBig City Mama\u201d, \u201eCocaine Carolina\u201d) ein. Das Publikum ging bei allen Songs mit, selbst wenn Horan einige Jodel-Ausfl\u00fcge zum Besten gab. Der Versuch, die Anwesenden in die Jodelei einzubinden, zeitigte ein \u2013 eigenwilliges \u2013 Ergebnis, das zumindest zur weiteren Auflockerung der Stimmung beitrug.<\/p>\n<p>Von den Eigenkompositionen gab es seinen ersten selbstverfassten Country-Song \u201eTake Me Home\u201c sowie den Soundtrack (\u201eRambling On My Mind\u201c) zu einem Filmprojekt zu h\u00f6ren. Als Frontmann von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Dead+Bronco\">Dead Bronco<\/a> besuchte er wiederholt die Kulturrampe. In Erinnerung an diese Zeit spielte er \u201eHard Liquor Goes Down Quicker\u201c. W\u00e4hrend sich Dead Bronco in Richtung Black Folk orientiert, verfolgt Horan ein anderes Bandprojekt, bei dem er sich eher dem traditionellen Country zuwendet. F\u00fcr Februar ist der erste Longplayer der neuen Formation angek\u00fcndigt. Als Vorgeschmack pr\u00e4sentierte er \u201ePaid in Blood\u201c. Der kraftvolle Titel geh\u00f6rte zu den herausragenden Nummern des zweiten Konzertteils und sch\u00fcrte die Erwartungen auf die Ver\u00f6ffentlichung. Die aktuelle stand-alone Single \u201eAppalachia\u201c brannte sich ebenfalls ins Ged\u00e4chtnis ein. Atienza, der nun auch bei Dead Bronco eingestiegen ist, schrieb die Murder-Ballade gemeinsam mit Horan.<\/p>\n<p>Nach der ersten Zugabe forderten die Besucher lautstark eine weitere. Sie fabrizierten dabei so viel L\u00e4rm, dass der Eindruck entstand, das Haus w\u00e4re ausverkauft. Dieser lautstarken Forderung konnte sich Horan nat\u00fcrlich nicht entziehen und setzte noch zwei Titel, darunter \u201eTennessee Boarder\u201c, drauf.<\/p>\n<p>Peerlings, der anf\u00e4nglich bemerkte, dass die Konzerte von Musikern, die er klasse findet, oftmals nicht optimal besucht werden, konnte mit dem Verlauf des Abends zufrieden sein. Der Auftritt von Matt Horan mit seinem Sideman Alex Atienza war ein Beweis daf\u00fcr, dass es weder viele Musiker braucht, um mitzurei\u00dfen, noch ein ausverkauftes Haus, um brodelnde Konzertatmosph\u00e4re zu erleben. An dieser Stelle sei Respekt und Dank von K\u00fcnstlern und Spartenpublikum an den Veranstalter ausgesprochen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Line-up:<\/strong><\/span><br>Matt Horan (vocals, acoustic guitar, banjo)<br>Alex Atienza (acoustic guitar, mandolin)<\/p>\n<p>Text und Bilder: Michael Segets<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.matthoranmusic.com\/\">Matt Horan<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/matthoranmusic\">Matt Horan bei Facebook<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.kulturrampe.de\/\">Kulturrampe Krefeld<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein erster Konzertbesuch in der Kulturrampe seit M\u00e4rz 2020 lie\u00df die dazwischenliegende Zeit fast vergessen. Obwohl die Location im neuen Look erstrahlt, f\u00fchlte ich mich direkt wieder in die alten Zeiten zur\u00fcckversetzt. 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