{"id":39591,"date":"2019-11-07T21:43:02","date_gmt":"2019-11-07T20:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=39591"},"modified":"2019-11-07T21:47:36","modified_gmt":"2019-11-07T20:47:36","slug":"willy-tea-taylor-06-11-2019-kulturrampe-krefeld-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2019\/11\/07\/willy-tea-taylor-06-11-2019-kulturrampe-krefeld-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Willy Tea Taylor \u2013 06.11.2019, Kulturrampe, Krefeld \u2013 Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-39598 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WTT_haupt.jpg\" alt=\"WTT_haupt\" width=\"800\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WTT_haupt.jpg 800w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WTT_haupt-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/WTT_haupt-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Bevor ich die Ank\u00fcndigung auf der Homepage der Kulturrampe sah, war mir Willy Tea Taylor v\u00f6llig unbekannt. Einmal wahrgenommen, lief mir der Name aber einige Male \u00fcber den Weg. So z\u00e4hlt beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Leslie+Stevens\">Leslie Stevens<\/a> ihn zu ihren musikalischen Vorbildern und tats\u00e4chlich genie\u00dft der Singer\/Songwriter in der Independent-Szene einen beachtlichen Ruf.<\/p>\n<p>Der Mann mit dem roten Rauschebart bewies in der Kulturrampe, dass er wirklich nur eine Gitarre und seine Stimme braucht, um die Zuh\u00f6rer mit feinen Melodien und poetischen, tiefgr\u00fcndigen Texten in seinen Bann zu ziehen.<\/p>\n<p>Die Reihe von akustischen Konzerten in der Rampe, in der ich beispielsweise mit <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Charlie+Parr\">Charlie Parr<\/a> einen exquisiten Songwriter und mit <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Bet+Williams\">Bet Williams<\/a> eine au\u00dferordentliche S\u00e4ngerin erleben durfte, wurde dieses Jahr nur sporadisch fortgesetzt. Daher stand schon fr\u00fch fest, dass ich mir Willy Tea Taylor nicht entgehen lassen wollte.<\/p>\n<p>Die Rampe bietet nat\u00fcrlich auch den idealen Rahmen f\u00fcr die private und fast schon intime Atmosph\u00e4re solcher Konzerte. Die kam mit gut zwanzig zahlenden G\u00e4sten auch schnell auf, obwohl diesmal der Auftritt im Saal stattfand.<\/p>\n<p>Die Bestuhlung der vorangegangenen \u201eKomischen Nacht\u201c wurde passend f\u00fcr den Gig leicht ver\u00e4ndert und so genoss Willy Tea Taylor den Charme der Location in vollen Z\u00fcgen, was er mehrmals betonte. Zwar mit einer Setlist angetreten, wich er schnell von ihr ab und lie\u00df sich treiben. Gegen Ende des Konzerts spielte er seine Songs souver\u00e4n auf Zuruf aus dem Publikum.<\/p>\n<p>Willy Tea Taylor feierte in der Kulturrampe die Halbzeit seiner zweimonatigen Europatournee. Er zeigte sich sehr gut aufgelegt und bewies zwischen den Titeln viel Humor. Die Songs wurden von ihm meist mit Anekdoten oder Erl\u00e4uterungen eingeleitet. Er erkl\u00e4rte auch, dass er beim Singen die Augen schlie\u00dft, um sich in die Lieder vollst\u00e4ndig einzuf\u00fchlen.<\/p>\n<p>Dies sei eine Eigenart von ihm und h\u00e4tte nichts mit Sch\u00fcchternheit zu tun. Schwierigkeiten mit dem Publikum in Kontakt zu treten, hatte er tats\u00e4chlich nicht. Aufgeschlossen und kontaktfreudig lieferte Taylor einen kurzweiligen Auftritt, wobei er sich \u00fcber seinen Slang selbstironisch lustig machte. Man konnte den ganzen Abend hindurch sp\u00fcren, dass er sich wohlf\u00fchlte und das taten die Besucher ebenfalls.<\/p>\n<p>In bester Storyteller-Tradition entf\u00fchrte Willy Tea Taylor in seine Welt. Seine Folk-Songs atmen die Landluft seiner Heimat, der kalifornischen Kleinstadt Oakdale, die von Viehzucht, Rodeos und Baseball gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Das Baseball-Spiel wird in einigen Songs in ein allegorisches Verh\u00e4ltnis zum Leben gesetzt, so bei \u201eKnucklehead Prime\u201c \u2013 dem Titelsong seiner letzten CD \u2013 oder \u201eBrand New Game\u201c, das sich ebenfalls auf dieser Scheibe findet. Sensibel nimmt der K\u00fcnstler seine Umgebung wahr und transformiert sie in nacherlebbare Texte.<\/p>\n<p>Nett war gleichfalls die Geschichte, die er zu \u201eLullaby\u201c erz\u00e4hlte. Statt die aufgetragenen Farmarbeiten zu erledigen, komponierte er dieses St\u00fcck. Nachdem er seinem Arbeitgeber den Titel vorspielte, bekam Taylor die H\u00e4lfte des Tagelohns ausgezahlt \u2013 Kulturf\u00f6rderung mal anders.<\/p>\n<p>Mit Latzhose und Strickm\u00fctze bekleidet nimmt man dem Singer\/Songwriter seinen l\u00e4ndlichen Hintergrund vollst\u00e4ndig ab. Seine Heimat- und Familienverbundenheit scheint in seinen Texten, beispielsweise bei den hervorragenden \u201eCalifornia\u201c und \u201eWandering Boy\u201c, immer wieder durch. Seine antike 4-String-Gitarre aus dem Jahr 1927 taufte er nach seiner Urgro\u00dfmutter Beverly.<\/p>\n<p>Seinem Opa widmete er das neue St\u00fcck \u201eFighting Man\u201c, mit dem er das zweite Set er\u00f6ffnete. Ein starker Titel, der wohl auf der n\u00e4chsten Ver\u00f6ffentlichung zu finden sein wird.<\/p>\n<p>Neben weiteren neuen St\u00fccken \u2013 \u201eWaterlogged\u201c, \u201eThe Nurse\u201c, \u201eDevils Taxonomy\u201c und dem kurzen, aber sehr witzigen \u201eInstagram\u201c \u2013 ber\u00fccksichtigte Taylor seine beiden Alben \u201e4 Strings\u201c und \u201eKnucklehead Prime\u201c ausgewogen. Von seiner EP \u201eDamn Good Dog\u201c, die er zusammen mit The River Arkansas einspielte, stammten \u201eFor Sam\u201c und \u201eLazy Third Eye\u201c.<\/p>\n<p>\u201eYoung When I Left Home\u201c sowie \u201eMarshall Law\u201c finden sich urspr\u00fcnglich auf einem Album seiner Americana-Band The Good Luck Thrift Store Outfit. Auch die Zuh\u00f6rer, die sich nicht intensiv in sein Werk eingearbeitet hatten, erhielten so einen \u00dcberblick \u00fcber Taylors musikalisches Schaffen.<\/p>\n<p>Die erste Dreiviertelstunde war bereits au\u00dfergew\u00f6hnlich stimmungsvoll, aber der zweite Teil des Konzerts \u00fcbertraf \u2013 nicht nur mit der L\u00e4nge von 70 Minuten \u2013 alle Erwartungen. \u201eWrong Way To Run\u201c erzeugte G\u00e4nsehaut. Die Intensit\u00e4t von \u201eMolly Rose\u201c war unglaublich. Die Fingerfertigkeit, mit der Taylor die Saiten zupft, traut man ihm zun\u00e4chst nicht zu. Beim Gesang und bei zwei Pfeifintermezzi traf er jeden Ton.<\/p>\n<p>Leider hatte ich mit meinem Wunschtitel \u201eBones\u201c bereits mein Pulver verschossen, sonst h\u00e4tte ich mir \u201eThe Very Best\u201c noch erhofft. Aber auch ohne diesen Song bleibt Taylors Auftritt als das Beste im Ged\u00e4chtnis, was in Sachen Folkkonzert m\u00f6glich ist. Rampenchef Markus Peerlings bezeichnete den Abend als magisch. Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen. Willy Tea Taylor ist ein charismatischer Singer\/Songwriter, der authentisch seine Musik lebt.<\/p>\n<p>Er und auch die Rampe h\u00e4tten mehr Besucher verdient gehabt. Aber dennoch war das Konzert nicht nur f\u00fcr die Zuh\u00f6rer, sondern \u2013 wie ich glaube \u2013 ebenso f\u00fcr Willy Tea Taylor ein sch\u00f6nes Erlebnis. Zumindest in dieser Hinsicht kann die erste Kooperation zwischen der Kulturrampe und der Konzertagentur Rootstown Bookings als voller Erfolg verbucht werden, sodass auf eine weitere Zusammenarbeit gehofft werden darf.<\/p>\n<p>Eine weitere Premiere ist, dass Carsten Wohlfeld die Fotos f\u00fcr einen SoS-Bericht beisteuert.<\/p>\n<p>Line-Up:<br \/>\nWilly Tea Taylor (vocals, guitar)<\/p>\n<p>Text: Michael Segets<br \/>\nBilder: Carsten Wohlfeld<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.WillyTeaTaylor\/\">Willy Tea Taylor<\/a><br \/>\n<a href=\" https:\/\/www.facebook.com\/willyteataylor\/\">Willy Tea Taylor bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kulturrampe.de\/\">Kulturrampe Krefeld<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/rootstownaarschot.wordpress.com\/\">Rootstown Bookings<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor ich die Ank\u00fcndigung auf der Homepage der Kulturrampe sah, war mir Willy Tea Taylor v\u00f6llig unbekannt. 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