{"id":2857,"date":"2015-12-14T03:14:00","date_gmt":"2015-12-14T02:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2857"},"modified":"2020-07-09T19:45:23","modified_gmt":"2020-07-09T17:45:23","slug":"wilco-ashes-of-american-flags-dvd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/wilco-ashes-of-american-flags-dvd-review\/","title":{"rendered":"Wilco &#8211;  Ashes Of American Flags &#8211; DVD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Wil1-e1436287684315.jpg\" \/><\/p>\n<p>Manchmal ist es als Online-Redakteur gut, seinen Intuitionen Folge zu leisten. So bei der Kult umwobenen Chicagoer Band Wilco, \u00fcber die ich zwar schon viel gelesen habe (im Feuilleton der von mir abonnierten Tageszeitung werden oft Scheiben von ihnen und aus ihrem musikalischen Dunstkreis besprochen), an die ich mich trotz interessanter Kritiken aber nie so richtig herangetraut habe. Ihr Hang zu Klangexperimenten hatte mich immer davon abgeschreckt. Mittlerweile habe ich aber schon des \u00f6fteren mal Sachen aus dem Indie-, Roots- und Alternative Country-Bereich im Player liegen, so dass sich die Hemmschwelle deutlich verringert hat.<\/p>\n<p>Jetzt erschien mir die Zeit reif zu sein, mich an ein Review heranzuwagen, als sich ihre neue DVD &#8222;Ashes Of American Flags&#8220; in unserem Angebotstool befand. Ohne es wirklich zu wissen, hatte ich (eigentlich als Vertreter harmonischer Kl\u00e4nge) es ins Kalk\u00fcl gezogen, dass sie gerade bei einer Live-Pr\u00e4sentation, den Geschrammel-Anteil vermutlich nicht allzu intensiv in den Vordergrund stellen w\u00fcrden. Damit sollte ich im Gro\u00dfen und Ganzen recht behalten.<\/p>\n<p>Die DVD wurde an f\u00fcnf verschiedenen Locations in f\u00fcnf verschiedenen Staaten (Cain&#8217;s Ballroom, Tulsa, OK &#8211; Tiptina&#8217;s, New Orleans, LA &#8211; Mobile Civic Center, Mobile, AL &#8211; Ryman Auditorium, Nashville, TN &#8211; 9. 30 Club, Washington,DC) gefilmt. Ver\u00f6ffentlicht wurde sie in den Staaten am so genannten Music Store Day (18. April), der den vielen kleinen Plattenl\u00e4den im Lande zu gr\u00f6\u00dferer \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen soll. Gerade Wilco-Frontmann Jeff Tweedy engagiert sich hier sehr stark, der (wie wir wohl alle) diese L\u00e4den quasi als Anlaufpunkt und Antriebsfeder f\u00fcr sich sah, sich mit Musik zu besch\u00e4ftigen, bzw. auch aktiv zu betreiben.<\/p>\n<p>Apropos Jeff Tweedy. Er steht ganz klar, trotz seiner hervorragend instrumentell agierenden Mitstreiter (vor allem der sich mit seiner eigenwilligen Schlagtechnik voll verausgebende Drummer Glenn Kotche, der unkonventionell spielende Lead-Gitarrist Nels Cline, Tweedy-Langzeit-Kumpel John Stirratt, Mikael Jorgensen und der vielseitige Pat Sansone), im Mittelpunkt dieser Dokumentation. Er wirkt in seiner juvenilen, dezent introvertiert wirkenden Charismatik schon jetzt wie eine geistesverwandte Mischung aus Johnny Cash, Van Morrison und Bob Dylan. Er besitzt neben seinen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Songwriterqualit\u00e4ten eine in den Bann ziehende Stimme und Gestik. Dazu spielt er auch hervorragend Gitarre.<\/p>\n<p>Das ausgew\u00e4hlte Songmaterial bietet schwerpunktm\u00e4\u00dfig einen Querschnitt ihrer letzten Alben &#8222;Sky Blue Sky&#8220;, &#8222;A Ghost Is Born&#8220; und dem damals gefeierten &#8222;Yankee Hotel Foxtrot&#8220; (Wilco kauften dem Label aufgrund strategischer Differenzen die Rechte f\u00fcr dieses Werk ab, um es dann mit gro\u00dfen Erfolg nach eigenen musikalischen Vorstellungen zu ver\u00f6ffentlichen). Die Musik ist \u00fcber weite Phasen sehr eing\u00e4ngig und angenehm pr\u00e4sentiert (z.B. das soulige &#8222;Impossible Germany&#8220; oder das beim Proben gefilmte, balladeske &#8222;Wishful Thinking&#8220;). Lediglich Clines manchmal kreischend gespielte Solopassagen (u.a. bei &#8222;Handshake Drugs&#8220;) und einige Synthie-unterst\u00fctzte, psychedelisch anmutende Momente (&#8222;Side With Seeds&#8220;, &#8222;Via Chicago&#8220;) unterbrechen die vorwiegend im Vordergrund stehende musikalische Harmonie (in einem zeitlich aber vertretbaren Rahmen).<\/p>\n<p>Komischerweise gef\u00e4llt mir der Extrateil sogar noch besser als der Hauptpart, weil hier die Countrynote doch ein wenig deutlicher in den Vordergrund ger\u00fcckt wird. Bei &#8222;I&#8217;m The Man Who Loves You&#8220; darf man sich an einem Honky Tonk-Piano erfreuen, beim Steel-untermalten &#8222;It&#8217;s Just That Simple&#8220; erh\u00e4lt Basser John Stirratt Gelegenheit, seine gesanglichen Qualit\u00e4ten und auch sein Akustikgitarrenspiel unter Beweis zu stellen (Tweedy bedient daf\u00fcr im Gegenzug den viersaitigen Tieftoner). Auch Bl\u00e4sereins\u00e4tze (wie bei &#8222;The Late Greats&#8220; und &#8222;Hate It Here&#8220;) sind durchaus mit Wilco-St\u00fccken wunderbar in Einklang zu bringen (passender Weise in New Orleans mit eingebracht).<\/p>\n<p>Fazit:\u00a0 Das von Brendan Canty und Christoph Green gefilmte Wilco-Dokument &#8222;Ashes Of American Flags&#8220; macht beim Anschauen (u.a. auch noch mit atmosph\u00e4rischen Landschafts- und St\u00e4dteimpressionen, sowie einigen Statements und Backstage-Aufnahmen der Musiker aufgepeppt) und vor allem beim Zuh\u00f6ren gro\u00dfen Spa\u00df. Nicht nur der brillante Klang wei\u00df zu \u00fcberzeugen, auch die Songauswahl und ihre interessante musikalische Umsetzung begeistert. Im Gegensatz zu vielen anderen Acts kann der Rezensent (auch Tweedys Ausstrahlung sei Dank) den Kultstatus von Wilco mittlerweile gut nachvollziehen. Ein wirklich beeindruckender Konzertfilm \u00fcber eine extravagante Band! Klasse!<\/p>\n<p><strong>Nonesuch Records (2009)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil: Rock \/ Alternative Country<\/strong><\/p>\n<p>01. Ashes Of American Flags<br \/>\n02. Side With The Seeds<br \/>\n03. Handshake Drugs<br \/>\n04. The Late Greats<br \/>\n05. Kingpin<br \/>\n06. Wishful Thinking<br \/>\n07. Impossible Germany<br \/>\n08. Via Chicago<br \/>\n09. Shot In The Arm<br \/>\n10. Monday<br \/>\n11. You Are My Face<br \/>\n12. Heavy Metal Drummer<br \/>\n13. War On War<\/p>\n<p>Extras.<br \/>\n14. I&#8217;m The Man Who Loves You<br \/>\n15. Airline To Heaven<br \/>\n16. It&#8217;s Just That Simple<br \/>\n17. At Least That&#8217;s What You Said<br \/>\n18. I Am Trying To Break Your Heart<br \/>\n19. Theologians<br \/>\n20. Hate It Here<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wilcoworld.net\">Wilco<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/wilcohq\">Wilco bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.nonesuch.com\">Nonesuch Records<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.warnermusic.de\">Warner Music Group Germany <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal ist es als Online-Redakteur gut, seinen Intuitionen Folge zu leisten. 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