{"id":24626,"date":"2018-06-07T10:10:03","date_gmt":"2018-06-07T08:10:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=24626"},"modified":"2018-06-07T10:18:43","modified_gmt":"2018-06-07T08:18:43","slug":"bet-williams-05-06-2018-kulturrampe-krefeld-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2018\/06\/07\/bet-williams-05-06-2018-kulturrampe-krefeld-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Bet Williams &#8211; 05.06.2018, Kulturrampe, Krefeld &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24631 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Wil_haupt.jpg\" alt=\"Wil_haupt\" width=\"799\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Wil_haupt.jpg 799w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Wil_haupt-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Wil_haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><\/p>\n<p>Bet Williams tourt zurzeit sowohl mit Band als auch alleine durch Deutschland. Nur mit Gitarre und ihrer mehrere Oktaven umfassenden Stimme besuchte die geb\u00fcrtige Amerikanerin das Bluebird Cafe, das gerne als das Wohnzimmer der Kulturrampe bezeichnet wird. In dessen gem\u00fctlicher Atmosph\u00e4re verzauberte Williams den vollen Raum mit einer Mischung von eigenen Songs und Covern.<\/p>\n<p>Ihre erste CD produzierte Bet Williams in Nashville mit Brad Jones (Jill Sobule, Marshall Crenshaw) und Jim Rooney (John Prine, Nanci Griffith). Weitere Stationen machte sie in Philadelphia, New York und Kalifornien. Sie spielte u. a. zusammen mit <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lucinda+Williams\">Lucinda Williams<\/a>, Arlo Guthrie, Taj Mahal, Joseph Parsons (<a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=US+Rails\">US Rails<\/a>) und Joan Osborne.<\/p>\n<p>Derzeit lebt sie in Berlin und hat gemeinsam mit ihrem Mann John Hodian ein eigenes Label. Auf Epiphany Records brachte sie seit 2002 zwei Studio- und zwei Live-Alben heraus, die mit Band eingespielt wurden.<\/p>\n<p>Auf ihren Alben bewegt sie sich zwischen Progressive Folk, Blues und Rock, wobei sie gelegentlich auch einige Pop-Elemente aufnimmt. In Krefeld stand, wie f\u00fcr ein akustisches Solo-Konzerte von Williams zu erwarten, der Folk im Zentrum. Nach eigener Aussage liebt sie es live zu spielen, und das stellte sie an dem Abend unter Beweis.\u00a0Obwohl sie gerade eine lange Anreise aus Lyon hinter sich hatte, strotzte Williams vor Energie und Enthusiasmus. Mit \u201eSugar In The Water\u201d startete sie in das erste Set.<\/p>\n<p>Bei der Auswahl ihrer eigenen Songs konzentrierte sich Williams auf Titel ihres letzten Studioalbums \u201eThe 11th Hour\u201c (2014). So folgten das lockere und eing\u00e4ngige \u201eWe Geography\u201c und \u201eLove Comes Knockin&#8217;\u201c mit hohen Gesangspassagen. Im Gegensatz zu den Versionen auf dem Silberling oder auf dem Live-Mitschnitt der Bet Williams Band (2015) wirkte bei dem Solo-Konzert ihre Stimme noch faszinierender.<\/p>\n<p>Nicht die enorme Range ihrer Stimme, sondern die unglaubliche Varianz von sanft bis kratzig oder von klar und kr\u00e4ftig bis rauchig und zerbrechlich begeisterte das Publikum vollst\u00e4ndig. Bet Williams entwirft in ihren Liedern Bilder, die sie mit den Klangfarben ihrer Stimme, die so variationsreich wie die Farben eines Regenbogens sind, modelliert.<\/p>\n<p>F\u00fcr Abwechslung sorgte zudem die Songauswahl, bei der flott gespielte St\u00fccke und Balladen ber\u00fccksichtigt wurden. Emotionaler H\u00f6hepunkt des ersten Durchgangs war \u201eOriental Drag\u201c von Mark Germino, das Williams mit unglaublicher Intensit\u00e4t performte. Der Song r\u00fchrte meine Frau mit seinem G\u00e4nsehaut-Feeling beinahe zu Tr\u00e4nen.\u00a0Vor der Pause heizte Williams mit dem Klassiker \u201eI Can\u00b4t Stand The Rain\u201c und dem zum Wetter passenden \u201eSuper Summer\u201c ein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Unterbrechung hatte die Musikerin die nette Idee, eine CD-Verlosung zu initiieren und f\u00fchrte lebhafte Gespr\u00e4che mit den Besuchern. Nachdem &#8218;Pille&#8216; Peerlings, der Hirte der Kulturrampe, mit seiner Kuhglocke das Publikum zum zweiten Set in das Bluebird Cafe zur\u00fcckgetrieben hatte, legte Williams mit \u201eCome Into My Kitchen\u201c einen Blues hin, mit dem sie alle direkt wieder in ihren Bann zog.<\/p>\n<p>Im folgenden Teil des Konzerts war Williams ihre eigene Band und setzte ihre \u00e4u\u00dferst unterhaltsame &#8218;One-Woman-Show&#8216; fort. Anstatt Schlagzeug-Begleitung klopfte sie auf die Gitarre und imitierte Bl\u00e4ser oder E-Gitarren-Soli mit ihrer Stimme. Gesanglich holte sie sich Unterst\u00fctzung beim Publikum, das sehr gekonnt und harmonisch die Vorstellung begleitete.<\/p>\n<p>Die tolle Atmosph\u00e4re in der Location gab ihr die Sicherheit, neue St\u00fccke auszuprobieren. Nach einer kleinen Anekdote \u00fcber ihren pubertierenden Sohn stellte sie \u201eGreen Grass\u201c vor. Einen eing\u00e4ngigen Refrain hat das ebenfalls unver\u00f6ffentlichte \u201eMiracle Tonight\u201d.<\/p>\n<p>Daneben kamen auch bew\u00e4hrte Cover zu Geh\u00f6r. Bei \u201eInto The Mystic\u201c von Van Morrison zeigte Bet Williams wie tief sie singen kann. F\u00fcr \u201eSitting On Top Of The World\u201c von Howlin&#8216; Wolf wechselte sie die Gitarre, um den Titel sanft und &#8217;stripped down&#8216; r\u00fcber zu bringen. Weitere Facetten ihrer Stimme nutzte sie bei dem samtigen \u201eThunder And Stone\u201c oder dem experimentelleren \u201eFalling Away\u201c.<\/p>\n<p>Bei den Besuchern kam \u201eTripping Down The Road\u201c und das mitrei\u00dfende \u201eYeah Love\u201c zum Abschluss des Hauptsets sehr gut an. Den langen und tosenden Applaus belohnte die S\u00e4ngerin mit einer Zugabe. \u201eRedemption Song\u201c von Bob Marley, bei dem das Publikum nochmal gesanglich gl\u00e4nzte, war ein gef\u00fchlvoller Ausklang des Konzerts.\u00a0Die temperament- und humorvolle Musikerin zeigte sich auch nach dem Konzert sehr kommunikativ und nahm sich viel Zeit f\u00fcr den Plausch mit den G\u00e4sten.<\/p>\n<p>Akustische Solo-Auftritte stehen in dem Verdacht, schnell monoton werden zu k\u00f6nnen. \u201ePille\u201c bewies mit der bisherigen Auswahl der Musiker seiner Konzertreihe \u201eCaesars Pallets\u201c das Gegenteil. <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Charlie+Parr\">Charlie Parr<\/a> teilte mit dem Publikum intensive Einblicke in eine leidende Seele, <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Chris+Keys\">Chris Keys<\/a> lud zum Tr\u00e4umen an die K\u00fcste Irlands ein und Bet Williams beeindruckte mit ihrem Gesangsspektrum sowie mit ihrer aufgeschlossenen Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n<p>So unterschiedlich die Konzerte auch waren, hatten sie doch eins gemeinsam: Langweilig waren sie nicht. Die Akustik-Reihe im Bluebird Cafe macht jetzt Sommerpause, aber danach kann man auf die kommenden K\u00fcnstler gespannt sein.<\/p>\n<p><strong>Line-Up:<\/strong><br \/>\nBet Williams (vocals, guitars)<\/p>\n<p>Bilder und Text: Michael Segets<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/epiphanyrecords.com\/bet-williams\/\">Bet Williams<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/bet.williams.14\">Bet Williams bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kulturrampe.de\">Kulturrampe Krefeld<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bet Williams tourt zurzeit sowohl mit Band als auch alleine durch Deutschland. Nur mit Gitarre und ihrer mehrere Oktaven umfassenden Stimme besuchte die geb\u00fcrtige Amerikanerin das Bluebird Cafe, das gerne als das Wohnzimmer der Kulturrampe bezeichnet wird. In dessen gem\u00fctlicher Atmosph\u00e4re verzauberte Williams den vollen Raum mit einer Mischung von eigenen Songs und Covern. 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