{"id":2372,"date":"2015-12-14T04:34:00","date_gmt":"2015-12-14T03:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=2372"},"modified":"2020-07-09T11:53:07","modified_gmt":"2020-07-09T09:53:07","slug":"shooter-jennings-family-man-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/shooter-jennings-family-man-cd-review\/","title":{"rendered":"Shooter Jennings \u2013 Family Man &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Jenn1-e1434478983738.jpg\" \/><\/p>\n<p>Nach seinem recht schr\u00e4gen und kontrovers beurteilten Konzeptalbum &#8222;Black Ribbons&#8220; kehrt Shooter Jennings mit dem gro\u00dfartigen &#8222;Family Man&#8220; zu eing\u00e4ngigerer Musik zur\u00fcck und bewegt sich wieder mehr in Sph\u00e4ren seines starken Deb\u00fctwerkes &#8222;Put The \u201aO\u2018 Back In The Country&#8220;, wenngleich das neue Werk zuweilen etwas lockerer und mit mehr semi-akustisch ausgerichteter Basis daher kommt.<\/p>\n<p>Doch es hat auch seine rockigen Momente. Shooter, bekannter weise ja Spr\u00f6\u00dfling der ber\u00fchmten, 2002 verstorbenen Countrygr\u00f6\u00dfe Waylon Jennings, hat es bisher wie kaum ein anderer Nachkomme in diesem Business geschafft, sich dem musikalischen Verm\u00e4chtnis des Vaters, den an ihn herangetragenen Anspr\u00fcchen und dem damit verbundenen Druck einerseits zu stellen, sich ihm aber gleichzeitig auch geschickt zu entziehen. Er hat von Anfang an sein eigenes Ding durchgezogen und ist bei allem, was er bis zum heutigen Tage angepackt hat, ungemein authentisch geblieben.<\/p>\n<p>Er ist ein &#8222;echter&#8220; Country-Outlaw im Sinne seines Vaters, das h\u00f6rt man auch auf dem neuen Werk deutlich, doch er verbindet diese &#8222;Gene&#8220; wunderbar mit seiner eigenen musikalischen Philosophie. Auf seinem aktuellen Silberling &#8222;Family Man&#8220; r\u00fcckt der seit 2009 mit der Schauspielerin Drea de Matteo (The Sopranos) verheiratete 33-j\u00e4hrige mit einem Gro\u00dfteil der Songs das Thema &#8222;Familie&#8220; stark in den Vordergrund. Und das \u00e4u\u00dferst abwechslungsreich und unterhaltsam, mit vielen Ecken und Kanten und auch einer geh\u00f6rigen Portion Humor und Selbstironie (\u2026&#8220;Another Thanksgiving on a rainy day \/ The whole house smells like a big ashtray \/ It be loud but that\u2019s our way \/ We\u2019re a family\u201d\u2026).<\/p>\n<p>Die CD, diesmal mit seiner neuen Begleitband &#8222;The Triple Crown&#8220; (Eric Deutsch, Jeff Hill, Chris Masterson, Eleanor Whitmore, Jon Graboff, Tony Leone, Mickey Raphael) eingespielt, beginnt mit dem zun\u00e4chst in Erz\u00e4hlmanier recht verhalten startenden &#8222;The Real Me&#8220; (erinnert in den Strophen ein wenig an <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Charlie+Daniels+Band\">Charlie Daniels<\/a><\/span>\u2018 &#8222;Long Haired Country Boy&#8220;), das dann aber im Refrain in Zungenbrecher- Manier (&#8222;\u2026I\u2019m a double-talkin\u2019, chicken-lickin\u2019, meaner-than-the-dickens, sick and wicked, hole-diggin\u2019 son of a gun! \u2026&#8220;), mit sehr starkem Gesang von Shooter, richtig Fahrt aufnimmt und mit zunehmender Zeit toll abgeht. Sch\u00f6ne Melodie, starkes Outlaw-Countryrock-Flair!<\/p>\n<p>Klasse hier auch die z\u00fcndende Steel-\/E-Gitarren-Solo-Kombination. Eine tolle Nummer. Mit dem leicht folkig angehauchten (dank sch\u00f6ner Mandoline) und vor allem im lockeren, flockigen, dennoch knackigen Refrain herrlich melodischen &#8222;The Long Road Ahead\u201c und dem fast ein wenig an &#8222;Lucille&#8220; angelehnten, dahin schwofenden &#8222;The Dead &amp; The Dollar&#8220; (erste Single) geht es dann wunderbar eing\u00e4ngig weiter. Nach einem feinen A capella-Intro l\u00e4sst Shooter jedoch beim folgenden &#8222;Manifesto No. 4&#8243; wieder einmal seiner Southern Rock-Passion freien Lauf. Gro\u00dfartiger, dreckiger, laut,&#8220;krawalliger&#8220; Gesang, s\u00e4gende Fiddle, satte, raue E-Gitarren &#8211; Shooter l\u00e4sst es ordentlich krachen.<\/p>\n<p>Zum Durchatmen darf man sich anschlie\u00dfend in <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=The+Marshall+Tucker+Band\">The Marshall Tucker Band<\/a><\/span>-\u00e4hnlichem Ambiente bei &#8222;Summer Dreams&#8220; entspannt zur\u00fccklehnen (klasse die voller Western-Flair weinende Mundharmonika von Mickey Raphael) und in Sonnenuntergangsphantasien schwelgen. Mit &#8222;Southern Family Anthem&#8220; gibt es einen weiteren, starken, kr\u00e4ftigeren southern-rockigen Song, der durch aggressiven Gesang und eine leicht psychedelische Note gepr\u00e4gt ist. Am\u00fcsant hier wieder die Zeile im Refrain. &#8222;\u2026 We maybe thrash, but we\u2019re a family\u2026&#8220;! &#8222;Daddy\u2019s Hands&#8220; ist eine liebensw\u00fcrdige Hommage an die letzten Lebensjahre seines Vaters Waylon Jennings (und auch des Schwiegervaters), als dieser bereits von seiner Krankheit gezeichnet war (&#8222;\u2026 Come on, Daddy, one more Christmas, it ain\u2019t your time to go\u2026&#8220;).<\/p>\n<p>Bei &#8222;Black Dog&#8220; kommen unweigerlich Reminiszenzen an Johnny Cash In den Sinn. Ein recht k\u00fchl, sparsam mit hervorstechender Akustikgitarre besungener Erz\u00e4hlsong, wie man sie vom Meister aus der Rick Rubin-Zeit kennt. Erzeugt regelrecht G\u00e4nsehaut. Mit &#8222;Family Tree&#8220; einem honkytonk-getr\u00e4nkten Barroom-Blues (starkes Piano von Erik Deutsch) und dem melodischen &#8222;Born Again&#8220; (gro\u00dfartige Backs von Eleanor Whitmore, aber wieder mit psychedelisch anmutenden Instrumentalausklang) beendet Shooter ein in sich wunderbar stimmiges, h\u00f6chst authentisches, rootsiges Outlaw Country\/Americana\/Alternate Country\/Countryrock-Album, das man mit Fug und Recht als eines seiner besten bezeichnen darf.<\/p>\n<p>&#8222;Family Man&#8220; ist pr\u00e4chtig gelungen und d\u00fcrfte papa Waylon stolz von oben auf seinen Sohnemann herabblicken lassen. Das Album kommt in einem recht aufwendigen Klapp-DigiPak daher, in dem sich auch ein eingestecktes Faltposter befindet. Sehr starke Vorstellung, Shooter Jennings!<\/p>\n<p><strong>Entertainment One (2012)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0Country Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. The Real Me<br \/>\n02. The Long Road Ahead<br \/>\n03. The Deed &amp; The Dollar<br \/>\n04. Manifesto No. 4<br \/>\n05. Summer Dreams (Al&#8217;s Song)<br \/>\n06. Southern Family Anthem<br \/>\n07. Daddy&#8217;s Hands<br \/>\n08. The Black Dog<br \/>\n09. The Family Tree<br \/>\n10. Born Again<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ShooterJennings.com\">Shooter Jennings<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/ShooterJennings\">Shooter Jennings bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.baerchenrecords.de\">B\u00e4rchen Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach seinem recht schr\u00e4gen und kontrovers beurteilten Konzeptalbum &#8222;Black Ribbons&#8220; kehrt Shooter Jennings mit dem gro\u00dfartigen &#8222;Family Man&#8220; zu eing\u00e4ngigerer Musik zur\u00fcck und bewegt sich wieder mehr in Sph\u00e4ren seines starken Deb\u00fctwerkes &#8222;Put The \u201aO\u2018 Back In The Country&#8220;, wenngleich das neue Werk zuweilen etwas lockerer und mit mehr semi-akustisch ausgerichteter Basis daher kommt. 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