{"id":20445,"date":"2018-02-08T07:32:32","date_gmt":"2018-02-08T06:32:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=20445"},"modified":"2018-02-08T07:35:24","modified_gmt":"2018-02-08T06:35:24","slug":"charlie-parr-06-02-2018-kulturrampe-krefeld-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2018\/02\/08\/charlie-parr-06-02-2018-kulturrampe-krefeld-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Charlie Parr &#8211; 06.02.2018, Kulturrampe, Krefeld &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-20466\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Parr-Haupt.jpg\" alt=\"Parr-Haupt\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Parr-Haupt.jpg 800w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Parr-Haupt-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Parr-Haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>&#8218;Pille&#8216; Peerlings, der Chef der Krefelder Kulturrampe, hat 2018 die neue Konzertreihe \u201eCaesar&#8217;s Pallets\u201c ins Leben gerufen. Im \u201eBluebird Cafe\u201c (BBC) werden dienstags akustisch gehaltene Liveauftritte pr\u00e4sentiert, bei denen vor allem Newcomern eine B\u00fchne geboten wird. Nach dem Gastspiel des gut aufgelegten Dortmunders Edy Edwards lud das BBC zum ersten \u201eSpecial\u201c mit dem alten Hasen Charlie Parr aus Minnesota ein.<\/p>\n<p>Der im Qualit\u00e4tsjahrgang 1967 geborene Singer\/Songwriter hatte seine neue CD \u201eDog\u201c im Gep\u00e4ck. Eine Auswahl der st\u00e4rksten St\u00fccke seines sechzehnten Album streute Parr in die beiden Sets des Abends ein. Neben dem eing\u00e4ngigen Titelsong \u201eDog\u201c durfte das grandiose \u201eHobo\u201c nat\u00fcrlich nicht fehlen. Ebenfalls begeistert vom Publikum aufgenommen wurden \u201eI Ain&#8217;t Dead Yet\u201c und das swingende \u201eBoiling Down Silas\u201c. Den Geist New Orleans atmete die Liveversion von \u201eLowDown\u201c \u2013 trotz der reduzierten Instrumentierung \u2013 ebenso deutlich wie auf dem Longplayer.<\/p>\n<p>Parr beeindruckte mit den Klangvariationen, die er seiner akustischen 12-String-Guitar entlockte. Slide-Passagen, so bei \u201eRemember Me If I Forget\u201c, und feines Picking, wie bei \u201eLast Day\u201c wechselten sich ab oder wurden bei \u201eTrue Friends\u201c gekonnt kombiniert. Nicht nur hinsichtlich der Gitarrenarbeit zog Parr alle Register, auch mit den stilistischen Elementen zwischen Folk, Blues und Country zeigte er die Bandbreite seiner \u00e4lteren Kompositionen.<\/p>\n<p>Er spielte mit einem augenzwinkernden Kommentar zu Bob Dylan \u201eCheap Wine\u201c, das Blues-getr\u00e4nkte \u201eToo Much Liquor, Not Enough Gasoline\u201c, seinen bislang gr\u00f6\u00dften Erfolg \u201e1922 Blues\u201c und die stampfende Country-Nummer \u201eRocky Raccoon\u201c. Seine besondere Vorliebe zu Hunden schien erneut bei \u201eOld Dog Blue\u201c durch.<\/p>\n<p>Neben den Eigenkompositionen unternahm Parr eine Zeitreise durch die Geschichte des Folks mit seinen unterschiedlichen Variationen. So spielte er \u201eMy Grandfathers Clock\u201c und \u201eRagged And Dirty\u201c, das von William Brown stammt. Die Auswahl der Songs trifft Parr auf seinen Konzerten spontan. Er l\u00e4sst sich von Stimmungen treiben oder wird getrieben. Wer kann das bei K\u00fcnstlern schon sagen? Den kr\u00f6nenden Abschluss bildete eine A-Cappella-Zugabe von \u201eAin&#8217;t No Grave Gonna Hold My Body Down\u201c. An Intensit\u00e4t \u00fcbertraf Parr die bekannte Version von Johnny Cash bei weitem.<\/p>\n<p>Das Publikum im vollen BBC verabschiedete Parr mit tosendem Applaus. Es erlebte einen introvertierten Musiker, dessen Humor in kurzen Anekdoten aufblitzte. In seinen Songs legt er hingegen seelische Abgr\u00fcnde offen. Manche sprachlichen Wendungen bleiben reduzierte Gedankensplitter, die zur Interpretation einladen. In bester Singer\/Songwriter-Tradition erz\u00e4hlt Parr Geschichten, denen man gerne zuh\u00f6rt, da sie Situationen und Gef\u00fchle aufgreifen, die wohl jeder mal erlebt hat.<\/p>\n<p>Verg\u00e4nglichkeit und Tod, Freiheit und Einsamkeit sind in seinen Texten gegenw\u00e4rtig. Aus seinen Lyrics spricht oftmals ein tiefes Mitgef\u00fchl f\u00fcr verlorene Seelen und eine rastlose, letztlich unvollendete, Sinnsuche. Charlie Parr stellt sich der Frage, welche Spuren man hinterl\u00e4sst. Von dem Abend bleibt die Erinnerung an ein intimes Konzert und an die intensive Darbietung eines bescheiden auftretenden Menschen, der gro\u00dfartige Songs schreibt.<\/p>\n<p>Das BBC ist eine tolle Idee und eine bessere Alternative zu einem Abend vor dem Fernseher, der schnell vergessen wird. Dass bei den Caesar&#8217;s-Pallets-Konzerten in der Regel auf einen festgesetzten Eintritt verzichtet wird und stattdessen ein Hut rumgeht, ist fair und l\u00e4dt zu einem spontanen Besuch ein. F\u00fcr den n\u00e4chsten Termine im Februar sind das Duo Kassiopeia und Hello Luke angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p><strong>Line-Up:<\/strong><br \/>\nCharlie Parr (vocals, guitar)<\/p>\n<p>Bilder und Text: Michael Segets<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.CharlieParr.com\">Charlie Parr<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/Charlie.Parr.Music\">Charlie Parr bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kulturrampe.de\">Kulturrampe Krefeld<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;Pille&#8216; Peerlings, der Chef der Krefelder Kulturrampe, hat 2018 die neue Konzertreihe \u201eCaesar&#8217;s Pallets\u201c ins Leben gerufen. 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