{"id":1371,"date":"2015-12-14T07:15:00","date_gmt":"2015-12-14T06:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=1371"},"modified":"2020-07-08T19:35:36","modified_gmt":"2020-07-08T17:35:36","slug":"kevin-costner-modern-west-turn-it-on-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/kevin-costner-modern-west-turn-it-on-cd-review\/","title":{"rendered":"Kevin Costner &#038; Modern West &#8211; Turn It On &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Kevin.jpg\" \/><\/p>\n<p>Wenn Schauspieler ins (Rock-) Musikfach wechseln (vor allem die aus dem vermeintlich glamour\u00f6sen Stadtteil einer kalifornischen Metropole) gilt das in der Regel als eine weitere Option, ihre Kontost\u00e4nde (die sich eh meist schon jenseits von Gut und B\u00f6se befinden) aufzubessern oder ihre vermutlich schon von Geburt an verankerte Profilneurose noch intensiver ausleben zu k\u00f6nnen. Ein halbwegs positives Beispiel war mal vor einer gef\u00fchlten Ewigkeit f\u00fcr kurze Zeit <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Don+Johnson\">Don Johnson<\/a><\/span> (mittlerweile nat\u00fcrlich auch in der Versenkung verschwunden), der mit seinen zwei Alben &#8222;Heartbeat&#8220; und &#8222;Let It Roll&#8220; die Gunst der Stunde von Miami Vice nutzen konnte und dabei eine ganz akzeptable Figur abgab. Was viele vielleicht nicht wissen, er ist auch Co-Writer des sch\u00f6nen Dickey Betts &amp; Great Southern-St\u00fcckes &#8222;Bougainvillea&#8220;.<\/p>\n<p>Eine wirklich erfreuliche und sehr ernst zu nehmende Ausnahme bahnt sich hier seit geraumer Zeit auch im Fall von Kevin Costner an. Der scheint auf jeden Fall den Vorteil zu haben, auf eine recht fundierte musikalische Grundausbildung verweisen zu k\u00f6nnen (er musiziert schon \u00fcber zwanzig Jahre). Dazu legt er, was seine Person und seine M\u00f6glichkeiten betrifft, eine f\u00fcr Schauspieler seines Levels ungew\u00f6hnlich gesunde Portion Realismus an den Tag. Mit seinem Deb\u00fct &#8222;Untold Truth&#8220; verbuchte er bereits viele positive Kritiken und auch die Live-Auftritte mit seiner Band Modern West ernteten Lob von fast allen Seiten.<\/p>\n<p>Sein zweites Werk &#8222;Turn It On&#8220; untermauert sein Bestreben, auf musikalischem Terrain kontinuierlich sesshaft zu werden, nachhaltig. Um es vorwegzunehmen. Costner und seine Modern West-Crew (John Coinman, Teddy Morgan, Park Chisolm, Blair Forward, Larry Cobb) haben erneut ein kurzweiliges Americana-H\u00e4ppchen (von Roots Rock bis New Country sind alle damit verbundenen Ingredienzien verarbeitet) kreiert, das sich vor bereits etablierten Vertretern in diesen Genre-Sph\u00e4ren keineswegs zu verstecken braucht.<\/p>\n<p>Ein gutes H\u00e4ndchen bewies der aus dem beschaulichen Compton stammende Kalifornier bei der Auswahl der Songs, die laut eigener Aussage ohne R\u00fccksicht auf eventuell verletzte Eitelkeiten (auch bei sich selbst) einer strengen Qualit\u00e4tskontrolle standhalten mussten, um letztendlich den Platz auf dem Silberling zu ergattern. Bis auf ein sehr gelungenes, fetziges Cover des BoDeans-St\u00fcckes &#8222;Red River&#8220; (mit klasse Fiddle-E-Gitarrenduell) setzten sich, soweit ich es beurteilen kann, ausnahmslos Eigenkompositionen aus dem bandintern geschaffenen Fundus durch.<\/p>\n<p>Produzent und Mitmusiker Teddy Morgan hat gute Arbeit geleistet. Costners angenehmes Stimmorgan mit teilweise recht markantem Timbre wurde optimal mit den klar ausgesteuerten Instrumentalzutaten (E- und Akustikgitarren, Fiddle und dezente Keyboards spielen die zentrale Rolle) in Einklang gebracht, wobei im Aufbau der Tracklist als auch innerhalb der Songs auf Tempovariationen Wert gelegt wurde, was dem Ganzen eine gro\u00dfe Portion Kurzweiligkeit beschert. Die knapp 45 Minuten vergehen daher wie im Flug.<\/p>\n<p>Zu meinen Favorites des Albums z\u00e4hlen der flockige Opener &#8222;Turn It On&#8220; (Mischung aus Bruce Springsteen und John Hiatt, klasse Slide-Solo), &#8222;Ashes Turn To Stone&#8220; (wiehernde Fiddle, kreischendes E-Solo, sehr dynamischer Verlauf), &#8222;The Way You Love Me&#8220; (rauchige Stimme Costners, weibliche Harmonies, ruhige Slidepassage, entspannte Atmosph\u00e4re) und der Gute Laune-Country-Stomper &#8222;Saturday Night&#8220; (Marke <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Billy+Ray+Cyrus\">Billy Ray Cyrus<\/a><\/span>, wieder recht Slide-betont). Wenn es was zu beanstanden gibt, ist es h\u00f6chstens das vielleicht etwas statische Drumming von Larry Cobb und ein marginales Absacken des Niveaus gegen Ende.<\/p>\n<p>Insgesamt ist &#8222;Turn It On&#8220; von Kevin Costner &amp; Modern West in jedem Fall eine gelungene Sache. Und dann kommt das aber doch noch mit der Popularit\u00e4t. Auch wenn Costner die Gunst seines Bekanntheitsgrades als Support f\u00fcr sein musikalisches Treiben relativiert und auch berechtigt auf seine bisherigen Leistungen verweist, ein <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Todd+Thibaud\">Todd Thibaud<\/a><\/span> z.B. kann halt sein neues Album (leider) nicht mal eben in einer bekannten deutschen Fernseh-Unterhaltungsshow vorstellen. Denn dazu erh\u00e4lt der gute Kevin n\u00e4mlich prompt am kommenden Samstag die Gelegenheit, wenn er seine Single &#8222;Let Me Be The One&#8220; (hoffentlich wie hier auf dem Album im Duett mit der vorz\u00fcglich singenden Sara Beck) am Samstag pr\u00e4sentieren wird und dazu noch als Wettpate neben unserem allseits bekannten Star-Talkmaster (mit seinem ansonsten f\u00fcrchterlich klischeehaften Musikgeschmack) auf der Couch Platz nehmen kann&#8230;<\/p>\n<p><strong>earMUSIC (Edel) (2010)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:\u00a0 Country Rock<\/strong><\/p>\n<p>01. Turn It On<br \/>\n02. Ashes Turn To Stone<br \/>\n03. Moon So High<br \/>\n04. Maria Nay<br \/>\n05. Let Me Be The One<br \/>\n06. Top Down<br \/>\n07. Red River<br \/>\n08. Palisades<br \/>\n09. The Way You Love Me<br \/>\n10. Saturday Night<br \/>\n11. All I Want From You<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kevincostnerandmod.com\">Kevin Costner &amp; Modern West<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/kevincostnerandmod\">Kevin Costner &amp; Modern West bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Schauspieler ins (Rock-) Musikfach wechseln (vor allem die aus dem vermeintlich glamour\u00f6sen Stadtteil einer kalifornischen Metropole) gilt das in der Regel als eine weitere Option, ihre Kontost\u00e4nde (die sich eh meist schon jenseits von Gut und B\u00f6se befinden) aufzubessern oder ihre vermutlich schon von Geburt an verankerte Profilneurose noch intensiver ausleben zu k\u00f6nnen. 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