{"id":969,"date":"2015-12-14T08:07:00","date_gmt":"2015-12-14T07:07:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=969"},"modified":"2023-06-15T11:59:04","modified_gmt":"2023-06-15T09:59:04","slug":"hannah-aldridge-razor-wire-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2015\/12\/14\/hannah-aldridge-razor-wire-cd-review\/","title":{"rendered":"Hannah Aldridge &#8211; Razor Wire &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Hannah.jpg\"><\/p>\n<p>Ein weiteres gutes Beispiel als Beleg f\u00fcr die Richtigkeit von Georg Mendels \u00fcrspr\u00fcnglichen Theorien \u00fcber die Weitergabe von Erbanlagen ist die 26-j\u00e4hrige Hannah Aldridge, Tochter von Muscle Shoals-Musiker-Legende, Produzent und Songwriter Walt Aldridge (mit Stern auf dem Walk Of Fame in Alabama). Wo andere M\u00e4dchen w\u00e4hrend ihrer Kindheit Barbie-Puppen k\u00e4mmten und Meerschweinchen streichelten, wird diese vermutlich vornehmlich eher an diversen Instrumenten und den Reglerk\u00f6pfen von Papas Mischpult rumgegefummelt haben.<\/p>\n<p>Die sich rein \u00e4u\u00dferlich auf dem Coverart ihres Deb\u00fctalbums &#8222;Razor Wire&#8220; als wasserstoff-blond gef\u00e4rbte, divenhafte Mischung aus Marylin Monroe, Madonna und Jerry Hall gebende Singer\/Songwriterin (zur Ihrer Beruhigung. Aber nur hier!), l\u00e4sst vom herrlich flockigen, slide-getr\u00e4nkten Opener &#8222;You Ain&#8217;t Worth The Fight&#8220; (ziemlich rockig) bis zum abschlie\u00dfenden Hidden track (der Akustikversion des Titelliedes) keinen Zweifel daran aufkommen, dass man es hier mit einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen musikalischen Talent zu tun hat, das in Zukunft den Americana-Sektor noch \u00f6fter geh\u00f6rig aufwirbeln wird.<\/p>\n<p>Wow, wenn man sich die jungen Dinger von heute bei uns so ansieht, muss man sich echt fragen, wo Hannah Aldridge diese musikalische Reife schon jetzt hernimmt. Ok, sicherlich sind wir da wieder beim Anfangsthema, aber auch in ihren bisherigen pers\u00f6nlichen Lebenserfahrungen sind da wohl einige Antworten zu finden. Sie ist (wie ihre Eltern) geschieden, besitzt dazu eine unehliche Tochter und ist alleinerziehend. All diese eher nicht so sch\u00f6nen Erlebnisse werden zum Beispiel im Titellied &#8222;Razor Wire&#8220; (hier erz\u00e4hlt sie, wie sie einst ihren Ehering zu einem Leihhaus brachte und sich danach mit einem wildfremden Mann in einer Bar betrank) voller Hingabe reflektiert.<br \/>\nHannah ist \u00fcbrigens trotzdem eher ein musikalischer Sp\u00e4tz\u00fcnder. Zwar hatte sie bereits im Alter von sechs Jahren eine klassische Klavierausbildung genossen, Songs schrieb sie aber erst mit 21. Entdeckt wurde sie in Nashvilles legend\u00e4rem Bluebird Cafe, als sie von Studenten daf\u00fcr ausgew\u00e4hlt wurde, ihre Middle Tennessee State Universit\u00e4t bei einem TV-Sender zu repr\u00e4sentieren. Zwei Jahre sp\u00e4ter wurde ihr Song &#8222;Lonesome&#8220; (hier als wunderbare glasklare, stark gesungene Akustiknummer zum Abschluss des offiziellen Teils) f\u00fcr die TV-Serie &#8222;Hart Of Dixie&#8220; genommen.<\/p>\n<p>Der Rest des Werkes nimmt einen mit auf eine sehr clever gestrikte, manchmal etwas fr\u00f6stelnde, sehr authentisch wirkende Reise durch das Americana-Genre mit all seinen anliegenden Facetten (Country, Blues, Rock). Mein pers\u00f6nliches Lieblingslied ist das herrliche &#8222;Old Ghost&#8220;, das in einer Art Retro-Ambiente vorgetragen wird und mittels einer grandiosen Orgel-\/E-Gitarren-Solo-Kombination seinen absoluten H\u00f6hepunkt erreicht.<\/p>\n<p>Hier darf man die hervorragenden Musiker einfach nicht vergessen zu erw\u00e4hnen, die dieses stolze Produkt endg\u00fcltig veredeln. Brad Pemperton (haupts\u00e4chlich bekannt aus Ryan Adams Band The Cardinals) an den Drums und Lane Baker am Bass, sowie der \u00fcberragend agierende Andrew Highley (keys) und der fantastisch auftrumpfende Saitenk\u00fcnstler Andrew Sovine (E-\/Akustik-Gitarren\/Lap steel). Dazu kommen noch schillernde Leute wie Dylan und James LeBlanc (ebenfalls wie Vater Walt Muscle Shoals-Session-Musiker) auf &#8222;Lie Like You Love Me&#8220; und &#8222;Razor Wire&#8220;.<\/p>\n<p>Sensationell auch die Version von Jason Isbells &#8222;Try&#8220;, das dann auch mit seiner Begleitband The 400 Unit eingespielt wurde (besonders toll hier die krachenden E-Gitarrenparts von Sadler Vaden). Sehr sch\u00f6n transparent produziert hat \u00fcbrigens Chris Mara.<\/p>\n<p>Ein Bild davon, was die junge Dame (mit Faible f\u00fcr hochgezogenen Lidstrich) f\u00fcr ein energisches Temperament hat (nicht zu vergessen ihr durchdringender Blick), kann man sich beim Southern Rock-umwobenen &#8222;Howlin&#8216; Bones&#8220; auf YouTube machen. Ebenfalls ein absoluter Kracher (im wahrsten Sinne des Wortes). Aber gerade die immer wieder eingestreuten, mit einer dezenten K\u00fchle, aber auch von viel Melancholie gepr\u00e4gten typischen Americana-Balladen, die sie oft im Stil einer Country-Chanteuse vortr\u00e4gt, ziehen den H\u00f6rer regelrecht in den Bann. Hier stehen Tracks wie &#8222;Strand Of Pearls&#8220; (Bariton-E-Kl\u00e4nge, klasse Slide, psychedelisch anmutendes Synthie-Fiepen), das Piano-lastige &#8222;Parchman (Steel-Tupfer, Slide-Solo) sowie das durch ihrem Sohn Jackson &#8211; benannt nach Hannahs Hero Jackson Browne &#8211; inspirierte &#8222;Black And White&#8220; (Highleys Orgelsolo mit G\u00e4nsehaut-Garantie) zu Buche.<\/p>\n<p>Fazit:&nbsp; Die mir bis dato v\u00f6llig unbekannte Hannah Aldridge legt mit ihrem Erstling &#8222;Razor Wire&#8220; auf dem Americana-Sektor direkt ein richtiges Pfund hin. Eine junge Dame schon jetzt mit dem Potential von etablierten K\u00fcnstlerinnen dieser Sparte wie Lucinda Williams, Rosanne Cash, Patty Griffin, <span style=\"color: #ae0b1c;\"><a style=\"color: #ae0b1c;\" href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lori+McKenna\">Lori McKenna<\/a><\/span>, Tift Merritt &amp; Co. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich als altem Recken gilt erst mal, die Liebe zur Musik dieser jungen Frau entdeckt zu haben&#8230;! Absolute Kaufempfehlung!!!<\/p>\n<p><strong>TroddenBlack Entertainment (2014)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil:&nbsp; Americana<\/strong><\/p>\n<p>01. You Ain&#8217;t Worth The Fight<br \/>\n02. Old Ghost<br \/>\n03. Strand Of Pearls<br \/>\n04. Razor Wire<br \/>\n05. Parchman<br \/>\n06. Howlin&#8216; Bones<br \/>\n07. Try<br \/>\n08. Black And White<br \/>\n09. Lie Like You Love Me<br \/>\n10. Lonesome<br \/>\n11. Razor Wire (Acoustic &#8211; Hidden track)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.Hannah-Aldridge.com\">Hannah Aldridge<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/HannahAldridgeMusic\">Hannah Aldridge bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weiteres gutes Beispiel als Beleg f\u00fcr die Richtigkeit von Georg Mendels \u00fcrspr\u00fcnglichen Theorien \u00fcber die Weitergabe von Erbanlagen ist die 26-j\u00e4hrige Hannah Aldridge, Tochter von Muscle Shoals-Musiker-Legende, Produzent und Songwriter Walt Aldridge (mit Stern auf dem Walk Of Fame in Alabama). 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