{"id":5853,"date":"2016-01-02T19:24:51","date_gmt":"2016-01-02T18:24:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=3504"},"modified":"2020-07-13T11:33:03","modified_gmt":"2020-07-13T09:33:03","slug":"mark-selby-04-06-2010-kulturrampe-krefeld-konzertbericht-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/01\/02\/mark-selby-04-06-2010-kulturrampe-krefeld-konzertbericht-2\/","title":{"rendered":"Mark Selby &#8211; 04.06.2010, Kulturrampe, Krefeld &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/krefeld10_08.jpg\" \/><\/p>\n<p>\u00bbAm Tag als FC Schalke starb, und alle Essener sangen, was f\u00fcr eine sch\u00f6ner Tag\u00ab, hallte es jahrzehntelang durch das alt ehrw\u00fcrdige Georg-Melches-Stadion, einst Deutschlands modernste Fu\u00dfball-Arena, heute dank der Stadt Essen und seiner oberen Belegschaft eine marode, teilabgerissene Ruine, in Anspielung auf den Bundesliga-Bestechungsskandal, dessen Leidtragender damals Rot-Weiss Essen war und aus der 1. Bundesliga absteigen musste, ohne zu wissen, wie ihm geschah.<\/p>\n<p>Der Verein, dessen Spieler Helmut Rahn mit seinem Siegtor im Endspiel bei der WM in Bern daf\u00fcr sorgte, dass Deutschland und sein DFB (die Frankfurter Mafia) wieder eine angesehene Adresse im internationalen Fu\u00dfballsport und gemeinen Leben wurde. Der Verein, der einzigartige St\u00fcrmer wie Willi &#8218;Ente&#8216; Lippens, Manfred Burgsm\u00fcller, Frank Mill, die &#8218;Cobra&#8216; J\u00fcrgen Wegmann oder das &#8218;Kopfball-Ungeheuer&#8216; Horst Hrubesch (Sch\u00fctze des Siegtores im Endspiel der EM 1980) herausbrachte und salonf\u00e4hig machte.<\/p>\n<p>Der Arbeiterverein der sechst-gr\u00f6\u00dften Stadt Deutschlands, der nun von der angeblichen Arbeiterpartei SPD mittels ihres Oberb\u00fcrgermeisters und ihrem medialen Sprachrohr, der WAZ, in einer, wie es scheint, schon lang geplanten Schmierenposse (vermutlich sogar noch mit dem Vorstand zusammen) fallengelassen und von seinen milliardenschweren, ans\u00e4ssigen Firmen str\u00e4flich im Stich gelassen wurde, heute Insolvenz anmeldete und endg\u00fcltig in die sportliche Bedeutungslosigkeit abst\u00fcrzen wird, am Tag, an dem ich mir Mark Selby zum ersten Mal in meinem Leben live anschaute.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr Gegens\u00e4tze! Auf der einen Seite fast vier Dekaden St\u00fcmperhaftigkeit und Dilettantismus in allen Bereichen, die ihres Gleichen sucht; wobei nat\u00fcrlich auch die Frage im Raume steht, was es bringt, dem heute bestehenden, ausnahmslos profitorientierten Sport-S\u00f6ldnertum auch nur eine Tr\u00e4ne nachzuweinen. Trotzdem wird hier ohne Zweifel zigtausenden, einfachen Menschen ein Lebensinhalt weggerissen, w\u00e4hrend andere ebenfalls hoch-defizit\u00e4re Bereiche in dieser Stadt zum Wohle seiner besser Betuchten weiter millionschwer subventioniert werden. Auch der Autor dieses Berichtes, seinerzeit viele Jahre ein recht erfolgreicher Leistungsballsportler, kann sich trotz aller Wenns und Abers eine kleine Tr\u00e4ne der Trauer nicht verdr\u00fccken. Zu viele mitrei\u00dfende Partien in s\u00fcdl\u00e4ndischer G\u00e4nsehautatmosph\u00e4re hat er dort erlebt und viele nette Menschen kennengelernt, die nicht dem \u00fcblichen Klischee des Fu\u00dfballproletenfans entsprechen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite dann abends ein Weltklasse-K\u00f6nner wie Mark &#8218;Otis&#8216; Selby (erstmal sorry, dich in einen Kontext mit solchen Versagern zu setzen), der zu moderaten Eintrittspreisen, hautnah mit seinen beiden sympathischen Mitstreitern Charles &#8218;Chopper&#8216; Anderson und Darryl &#8218;DB&#8216; Burgess eine grandiose Blues Rock-Show ablieferte, obwohl er noch tags zuvor in Kassel durch eine Erk\u00e4ltung ziemlich stark angeschlagen war. Ein super-sympathischer Profi ohne All\u00fcren und einer Einstellung halt und vor allem mit einem Gesp\u00fcr f\u00fcr seine Fans (gab z.B. nach dem Konzert viele Autogramme und war f\u00fcr jeden ansprechbereit). Er gibt, so hat man direkt den Eindruck, immer alles.<\/p>\n<p>Die Kulturrampe in Krefeld, sehr gut versteckt liegend, lie\u00df in der \u00dcberschaubarkeit seiner R\u00e4umlichkeit, mit seiner notgedrungen dreieckig verlaufenden B\u00fchne an diesem ersten hei\u00dfen Sommerabend angesichts der zu erwartenden schwei\u00dftreibenden Selby-Musik saunaartige Verh\u00e4ltnisse bef\u00fcrchten, was sich aber bei gut gek\u00fchltem Bier als Trugschluss erweisen sollte. Die eingesetzten Ventilatoren leisteten zudem einen zufriedenstellenden Dienst.<\/p>\n<p>Das Trio er\u00f6ffnete mit einem starken &#8222;Don&#8217;t Throw That Mojo On Me&#8220;, wobei Mark die Finger \u00fcber seine schon recht abgenutzte Stratocaster fliegen lie\u00df. Herrlich rockige St\u00fccke wie &#8222;Unforgiven&#8220;, der Hit &#8222;Blue Or Black&#8220;, &#8222;Leveler, Reveler&#8220; oder das \u00fcberragende, stoneske &#8222;She&#8217;s Like Mercury&#8220; gaben sich die Klinke mit einigen Balladen wie &#8222;Guitar In The Rain&#8220;, &#8222;Baby I Do&#8220; oder dem herrlichen &#8222;You&#8217;re So Beautiful&#8220; in die Hand, das auch die Gesangsk\u00fcnste des gl\u00e4nzend aufgelegten Drummers Darryl Burgess (von Selby zurecht als der \u00bbGroover from Vancouver\u00ab angepriesen, ansonsten auch ein brillanter Singer\/Songwriter) offerierte. Ph\u00e4nomenal bei diesem St\u00fcck auch Marks gef\u00fchlvolle Slideeinlagen.<\/p>\n<p>Mark Selby Dazu gesellten sich einige Coversongs wie das ber\u00fchmte &#8222;The Beat Goes On&#8220;, bei dem das gut aufgelegte Krefelder Publikum auch einer durch Mark eingeforderten Finger-Mitschnipperei ohne zu Z\u00f6gern mit Bravour nachkam. Das in Blues Rock-Kreisen scheinbar unverzichtbare &#8222;Crossroads&#8220; wurde mit viel Drive und viel Improvisationsfreude abgewickelt.<\/p>\n<p>Grandios im Zugabenteil der Band-Klassiker &#8222;The Weight&#8220;, bei dem dann alle Beteiligten des Trios noch mal am Mikro wirkten, vor allem die whiskeygetr\u00e4nkte R\u00f6hre von Chopper kam da klasse. Den letzten Song des Abends, &#8222;Sometimes I Feel Like I&#8217;m Goin&#8216; Home&#8220;, absolvierte Mark dann mit seiner Stratocaster solo und lie\u00df einen \u00fcber die gesamte Spieldauer frenetisch umjubelten Gig recht melancholisch ausklingen, der dann bei mir wieder unweigerlich diesen Klo\u00df in den Hals bef\u00f6rderte, an diesem lauen Sommertag, als Rot-Weiss Essen starb&#8230;<\/p>\n<p>Bilder: Gudi Bodenstein<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.MarkSelby.com\">Mark Selby<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/MarkSelbyRocks\">Mark Selby bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kulturrampe.de\">Kulturrampe Krefeld<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbAm Tag als FC Schalke starb, und alle Essener sangen, was f\u00fcr eine sch\u00f6ner Tag\u00ab, hallte es jahrzehntelang durch das alt ehrw\u00fcrdige Georg-Melches-Stadion, einst Deutschlands modernste Fu\u00dfball-Arena, heute dank der Stadt Essen und seiner oberen Belegschaft eine marode, teilabgerissene Ruine, in Anspielung auf den Bundesliga-Bestechungsskandal, dessen Leidtragender damals Rot-Weiss Essen war und aus der 1. &hellip; <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/01\/02\/mark-selby-04-06-2010-kulturrampe-krefeld-konzertbericht-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Mark Selby &#8211; 04.06.2010, Kulturrampe, Krefeld &#8211; Konzertbericht<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1341],"tags":[122,429,611,612,621,714,783,948],"class_list":["post-5853","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konzertbericht","tag-blues-rock","tag-gudi-bodenstein","tag-konzert","tag-krefeld","tag-kulturrampe","tag-mark-selby","tag-nashville","tag-rot-weiss-essen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5853"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44569,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5853\/revisions\/44569"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}