{"id":5836,"date":"2016-01-02T19:29:11","date_gmt":"2016-01-02T18:29:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hauptsachebizeps.de\/SoS\/?p=3363"},"modified":"2020-07-13T11:20:16","modified_gmt":"2020-07-13T09:20:16","slug":"doc-holliday-support-lizard-31-10-2003-rock-cafe-zollhaus-hilden-konzertbericht-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2016\/01\/02\/doc-holliday-support-lizard-31-10-2003-rock-cafe-zollhaus-hilden-konzertbericht-2\/","title":{"rendered":"Doc Holliday (Support Lizard) &#8211;  31.10.2003, Rock Caf\u00e9 Zollhaus, Hilden &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/doc_holliday_hilden_01.jpg\" \/><\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Location, was f\u00fcr ein Konzert! Ziemlich Southern Rock-s\u00fcchtig hatten wir uns auf den Weg gemacht, denn zum einen habe ich die Nummer Eins der deutschen SR-Szene bisher noch nicht live gesehen, und zum anderen ist meine letzte Begegnung mit Doc Holliday auch schon mehr als ein Jahrzehnt lang her.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Gro\u00dfes Staunen gab es erst mal, als wir den Ort des Geschehens betraten. Nach Gang durch einen Biergarten auf der R\u00fcckseite des Geb\u00e4udes und einem kleinen Raum mit Kasse und Merchandiseartikeln, sowie recht schmalen G\u00e4ngen, kam man in die dunkel gehaltene Kneipe (schlie\u00dflich war ja auch Halloween), die auf der rechten Seite mit Aquarien und Terrarien noch mal unterteilt war. In diesem Bereich, um ein Drittel kleiner als unser Wohnzimmer zu Hause (!), war dann die B\u00fchne eingerichtet, die wiederum ca. die H\u00e4lfte des Platzes einnahm und den Musikern ein \u00f6lsardinenartiges Dasein bei der Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeit bescheren sollte.<\/p>\n<p>Um 21.30 Uhr brachen die drei Eidechsen im Terrarium, die bis dahin stoisch ruhig auf ihren Baumst\u00fcmpfen verharrt hatten, komischerweise in einen ungew\u00f6hnlichen Aktionismus aus, als ihre Namensvettern endlich zu ihren Instrumenten traten. Lizard begannen mit dem rockigen Opener ihres vorletzten Albums, &#8222;Money World&#8220;. Sehr gut abgemischter Sound, beide Gitarren waren glasklar zu h\u00f6ren. Im weiteren Verlauf der knappen Stunde, die sie spielten, lag der Fokus mit sechs Songs auf ihrem neuen Album &#8222;Lonely Are The Brave&#8220;. \u00dcber &#8222;Tell Me&#8220;, &#8222;Riding On A Train&#8220;, &#8222;Run Away&#8220; und &#8222;Boys Are On The Road&#8220; ging es zu meinem ersten Favoriten des Abends, &#8222;Travelling Band&#8220;. Rockige Gitarrenriffs, sch\u00f6ne Slides, klirrendes Piano: Knackiger Honky-Tonk, der Spa\u00df machte!<\/p>\n<p>&#8222;No Tomorrow&#8220; mit klasse gespielten Double Leads und &#8222;Don&#8217;t You Know&#8220; mit starkem Keyboardeinsatz machten deutlich, dass die Band mittlerweile auf technisch h\u00f6chstem Niveau angelangt ist, was ich aber leider auch ein wenig als Problem ansehe. Die St\u00fccke sind in ihrer Art mehr was f\u00fcr reine Musiker, Insider und Instrumentalpuristen und gehen trotz ihrer unbestrittenen Reize nicht so in Herz und Blut \u00fcber, wie die eher einfach gestrickten Sachen von Doc Holliday.<\/p>\n<p>Also, obwohl es mit &#8222;Running With The Horses&#8220;, meinem pers\u00f6nlichen Lieblinsst\u00fcck der Truppe, und dem rockigen &#8222;Bring Me Some Water&#8220;, noch mal mit Riesen-Solo von Volker D\u00f6rfler, einen fantastischen Ausklang gab, kam die Band doch eher cool und reserviert r\u00fcber. Keine Zugabe, da h\u00e4tte ich gerne noch das Titelst\u00fcck &#8222;Lonely Are The Brave&#8220; geh\u00f6rt. Anerkennenden Applaus gab es jedoch eine Menge und ich denke, dass Lizard ihr Ausw\u00e4rtsspiel im Westen mit Bravour bestanden haben.<\/p>\n<p>Eine gute halbe Stunde sp\u00e4ter kam der Prediger mit schneewei\u00dfem Hemd (gro\u00dfes Kreuz auf der Brust) und Cowboyhut samt seiner Mannen auf die Minib\u00fchne. Trotz relativ grottigem Sound ging mit &#8222;Last Ride&#8220; standesgem\u00e4\u00df direkt die Post ab. &#8222;Never Another Night&#8220;, &#8222;Dixie&#8220; und &#8222;Redneck Rock&#8217;n&#8217;Roll Band&#8220; sorgten in der vom Rauch vernebelten Bude und mittlerweile ansteigenden Hitze f\u00fcr Swamp-Feeling. Und da kommen wir zu dem Punkt, den ich bei\u00a0Lizard aufgegriffen habe.<\/p>\n<p>Die Songs haben, so simpel sie sich auch anh\u00f6ren, einfach diesen gewissen Spirit und Wiedererkennungswert. Das Publikum brodelte sichtlich.<br \/>\n&#8222;Southern Man&#8220;, &#8222;Doin&#8216; It Again&#8220;, &#8222;Magic Midnight\/Moonshine Runner&#8220; fegten hinterher, bis die ersten Titel der neuen Scheibe &#8222;Good Time Music&#8220; anstanden. &#8222;Trudy&#8220; und &#8222;Simple Man&#8220;, die ich auf der CD als ziemlich \u00fcberfl\u00fcssig empfinde, weil ohne jede \u00dcberraschung interpretiert, sondern eher lieblos nachgespielt, verwandelten live dargeboten den Raum und die Kneipe in einen endg\u00fcltigen Hexenkessel und bescherten Wirt und den auf Zack gewesenen Bedienungen jede Menge Arbeit und Getr\u00e4nkeumsatz. Beim <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Charlie+Daniels+Band\">CDB<\/a><\/span>-Cover wippten die Cowboystiefel und einige langhaarige und nicht mehr ganz n\u00fcchtern wirkende Rockerbr\u00e4ute tanzten sich in eine regelrechte Rage.<\/p>\n<p>Bruce Brookshire spielte sich dagegen beim Gitarrenpart des <span style=\"color: #ff0000;\"><a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Skynyrd<\/a><\/span>-Klassikers in einen Rausch. Die Nummer habe ich weder von der Ursprungsband noch anderen, die sich an dem Lied versucht haben, jemals besser geh\u00f6rt. Die pl\u00f6tzlich glasklare Gitarre erzeugte ein Wechselbad aus G\u00e4nsehaut auf den Armen und Schauer auf dem R\u00fccken, Wahnsinn!<\/p>\n<p>&#8222;Keep On Running&#8220;, &#8222;Song For The Outlaw&#8220; und &#8222;Lonesome Guitar&#8220;, wieder mit breiigem Gitarrenfinish und technischen Problemen bei John Samuelson, lie\u00dfen endg\u00fcltig alle D\u00e4mme platzen. Das war Honky-Tonk-Clubatmosph\u00e4re pur! Kriegt man wahrscheinlich wirklich nur im Southern Rock derartig geboten.<br \/>\nAus auflagentechnischen Gr\u00fcnden gab es auch bei Doc Holliday keine Zugabe. So blieb es bei einer Nettospielzeit von 75 Minuten. Schade ich h\u00e4tte gerne noch den einen oder anderen Song der &#8222;Legacy&#8220;-Phase wahrgenommen. Aber was soll&#8217;s, ein letztendlich starker Auftritt.<\/p>\n<p>Ein bisschen Wehmut ergreift mich eigentlich nur, wenn man sieht, wie wenig Akzeptanz diese tolle Musik bei der Jugend von heute findet. So waren die gut 120 Leute ein repr\u00e4sentativer Querschnitt aus Leuten meines Alters, t\u00e4towierten Bikertypen, Musikdinos und nicht \u00e4lter werden wollender Rockerladies. Den einzigen Ausrei\u00dfer bildete der Bengel an der Kasse, der den Eintritt kassierte.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert wurden wir von Lizard-Frontmann George Beyer freundlich begr\u00fc\u00dft und ich hatte noch Zeit mit Keyboarder Klaus Brosowski (sehr netter Typ) ein paar Worte zu wechseln. Dann ging es auf den Heimweg nach Rheinberg. Danke an die Organisatoren und beide Bands f\u00fcr einen tollen Live-Abend: Keep Southern Rock Alive!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.docholliday.com\">Doc Holliday<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/pages\/Doc-Holliday-Band\/136996349707100\">Doc Holliday bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lizardonline.de\">Lizard<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/Lizard.Fan.Forum\">Lizard Fan-Forum bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr eine Location, was f\u00fcr ein Konzert! Ziemlich Southern Rock-s\u00fcchtig hatten wir uns auf den Weg gemacht, denn zum einen habe ich die Nummer Eins der deutschen SR-Szene bisher noch nicht live gesehen, und zum anderen ist meine letzte Begegnung mit Doc Holliday auch schon mehr als ein Jahrzehnt lang her.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1341],"tags":[179,306,393,456,611,677,931,1040],"class_list":["post-5836","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-konzertbericht","tag-bruce-brookshire","tag-doc-holliday","tag-georg-beyer","tag-hilden","tag-konzert","tag-lizard","tag-rock-cafe-zollhaus","tag-southern-rock"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5836","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5836"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5836\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44547,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5836\/revisions\/44547"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5836"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5836"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5836"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}