{"id":58181,"date":"2022-12-30T10:29:59","date_gmt":"2022-12-30T09:29:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=58181"},"modified":"2022-12-30T10:30:00","modified_gmt":"2022-12-30T09:30:00","slug":"richard-bargel-dead-slow-stampede-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2022\/12\/30\/richard-bargel-dead-slow-stampede-cd-review\/","title":{"rendered":"Richard Bargel \u2013 Dead Slow Stampede \u2013 CD-Review"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bargel-300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-58183\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bargel-300.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Bargel-300-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Review: Michael Segets<\/p>\n<p>Beim ersten Blick auf das Digi-Pack der CD von Richard Bargel gingen mir spontan zwei Dinge durch den Kopf. Bei dem einen Gedanken wundere ich mich \u00fcber mich selbst, da ich ihn vor zwei Jahren noch nicht gehabt h\u00e4tte: Auf dem Cover sieht man Bargel, einen \u00e4lteren wei\u00dfen Mann mit geflochtenen Z\u00f6pfen. Ist das eine Rasta-Frisur? Ist das politisch korrekt oder kulturelle Aneignung? Ich mische mich in die Diskussion nicht ein, sondern konzentriere mich auf die Musik, auf die es hier ja letztlich ankommt.<\/p>\n<p>Bevor ich das tue, aber noch schnell zu meinem zweiten Gedanken: Toll, dass CDs mit einer solchen Ausstattung noch produziert werden! Die aufwendige Gestaltung des Digi-Packs ist sehr gelungen. Wie schon bei \u201eMissing Pieces\u201c von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Henrik+Freischlader\">Henrik Freischlader<\/a> liegt f\u00fcr jeden Track ein doppelseitig bedrucktes Einzelblatt bei, auf dem sich die jeweiligen Texte finden. Erg\u00e4nzt werden diese durch Fotos, Credits und Liner Notes.<\/p>\n<p>Fabio Nettekoven verfasste die Liner Notes, in denen er auf seine langj\u00e4hrige Kollaboration mit Richard Bargel zur\u00fcckblickt. Nettekoven komponierte zwei St\u00fccke mit, arrangierte einige neu und produzierte den Longplayer, der auf seinem neu gegr\u00fcndeten Label Clementine Music erschien. Mit dem Album, das ebenfalls in zwei Vinyl-Versionen erh\u00e4ltlich ist, gelingt der jungen Firma ein formidabler Start.<\/p>\n<p>Bargel, der sich auch als Schauspieler, als Literat und neuerdings als Fotograf bet\u00e4tigt, ist seit den 1970ern fester Bestandteil der deutschen Bluesszene. Seine Werke wurde mehrere Male im Rahmen der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet oder standen auf der Nominierungsliste. Bekanntheit erlangte er dar\u00fcber hinaus durch die Moderation der Veranstaltungsreihe \u201eTalking Blues\u201c, lokalisiert in Bargels Wahlheimat K\u00f6ln.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seiner Karriere arbeitete er mit diversen Musikern zusammen, so beispielsweise mit Little Willie Littlefield oder Klaus Heuser (BAP). Vor zehn Jahren gr\u00fcndete Bargel das Bandprojekt Dead Slow Stampede. Das nun vorliegende Album spielte er zusammen mit Nettekoven (Gitarre, Keys), Geert Roelofs (Schlagzeug) und Jo Didderen (Bass) ein. Neben dem Blues wendet sich das Quartett auch anderen Musikrichtungen zu. \u201eOne Way Ticket\u201c sowie \u201eThe Family\u201c sind eher im Americana zu verorten, \u201eRisk And Chances\u201c im Roots Rock. Einen Ausflug in den Country unternehmen Bargel und seine Mitstreiter bei \u201eI Go Blue\u201d. Mit Wurlitzer und Pedal Steel wirkt auch \u201eHeart Shine Girl\u201c countryfiziert. In Richtung Swing geht \u201eI Will Die For You\u201c.<\/p>\n<p>Bargel und Dead Slow Stampede zeigen also eine gro\u00dfe musikalische Bandbreite, bei denen das erdige Arrangement \u00fcberzeugt. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Blues. Einzelne Tracks erinnern dabei an Gurf Morlix oder Tom Waits (\u201eGrizzly Bear\u201c). Die Songs drehen sich um Liebesbeziehungen (\u201eWhat A Fool I Am\u201c), die Pandemie (\u201eBreak The Chain\u201c) oder allgemein um das Leiden an der Welt (\u201eTime For Mr. Blues\u201c). Standhaftigkeit und das R\u00fcckgrat, eigene Fehler einzugestehen, erweisen sich in den Texten als das ad\u00e4quate Mittel, um den Widernissen des Lebens zu begegnen. Eigenverantwortung statt Fatalismus! So k\u00f6nnte die die Songs durchziehende Botschaft lauten.<\/p>\n<p>Richard Bargel, ein Urgestein des Blues made in Germany, \u00fcberschreitet mit \u201eDead Slow Stampede\u201c Genregrenzen. Dabei wird deutlich, dass Roots Music weniger eine Frage der Nationalit\u00e4t ist, sondern eher eine des Lebensgef\u00fchls. Inhaltlich authentisch und musikalisch auf den Punkt produziert l\u00e4sst das aufwendig gestaltete Album kaum einen Wunsch offen.<\/p>\n<p><strong>Clementine Music \u2013 Timezone Records (2022)<br \/>Stil: Blues and more<\/strong><\/p>\n<p>Tracks:<br \/>01. One Way Ticket<br \/>02. Risk And Chances<br \/>03. I Go Blue<br \/>04. Break The Chain<br \/>05. Heart Shine Girl<br \/>06. Grizzly Bear<br \/>07. I Will Die For You<br \/>08. What A Fool I Am<br \/>09. The Family<br \/>10. Time For Mr. Blues<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.richardbargel.de\">Richard Bargel<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/RichardBargel\/\">Richard Bargel bei Facebook<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/clementinemusic.de\">Clementine Music<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Review: Michael Segets Beim ersten Blick auf das Digi-Pack der CD von Richard Bargel gingen mir spontan zwei Dinge durch den Kopf. 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