{"id":53961,"date":"2022-06-09T17:45:46","date_gmt":"2022-06-09T15:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=53961"},"modified":"2022-06-09T17:45:48","modified_gmt":"2022-06-09T15:45:48","slug":"american-aquarium-chicamacomico-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2022\/06\/09\/american-aquarium-chicamacomico-cd-review\/","title":{"rendered":"American Aquarium \u2013 Chicamacomico \u2013 CD-Review"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/cover-American-Aquarium-Chicamacomico-300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53962\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/cover-American-Aquarium-Chicamacomico-300.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/cover-American-Aquarium-Chicamacomico-300-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/cover-American-Aquarium-Chicamacomico-300-109x109.jpg 109w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/cover-American-Aquarium-Chicamacomico-300-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n<p>Review: Michael Segets<\/p>\n<p>\u201eIn meiner sechzehnj\u00e4hrigen Karriere war ich noch nie stolzer auf eine Reihe von Songs, weder textlich noch stilistisch. Sie haben Gewicht, aber sie sind nicht beschwert. Es ist eine traurige Platte, die einem ein gutes Gef\u00fchl gibt.\u201c Mit diesen Worten beschreibt BJ Barham sein neues Album \u201eChicamacomico\u201c, das er mit seiner Band American Aquarium einspielte. Nun ist immer Vorsicht geboten, wenn Musiker \u00fcber ihr aktuelles Werk sprechen. Tendenziell ist es stets das beste ihrer Karriere. Im Falle von \u201eChicamacomico\u201c bin ich aber geneigt, der Einsch\u00e4tzung von Barham zu folgen.<\/p>\n<p>Mit der CD legt American Aquarium den insgesamt st\u00e4rksten Longplayer der Bandgeschichte vor, bei dem jeder Song ein ziemlich hohes Niveau h\u00e4lt. Auf ihren fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichungen finden sich zwar herausragende Songs, die als Einzeltitel die neuen Tracks toppen, als Gesamtwerk ist \u201eChicamacomico\u201c allerdings die erste Wahl aus dem Bandkatalog, auch wenn es mit seinen zehn Tracks nur auf eine gute halbe Stunde Spielzeit kommt.<\/p>\n<p>Die Songtexte handeln von Verlust, Trennung und Abschied. Jede Textzeile wirkt authentisch und pers\u00f6nlich. Die aufgegriffenen Situationen, wie beispielsweise der Tod von Familienangeh\u00f6rigen oder das Ende von Beziehungen, durchlebt wohl jeder Mensch, daher haben die Texte etwas allgemeing\u00fcltiges. Die Gef\u00fchle und Gedanken, an denen uns Barham teilhaben l\u00e4sst, zeugen von einer hohen Sensibilit\u00e4t und einer schonungslosen Reflexivit\u00e4t. Diese wird beispielsweise bei \u201eLittle Things\u201c deutlich, wenn er davon singt, wie sich sein Selbstverst\u00e4ndnis im Laufe der Zeit wandelte. Verstand er sich fr\u00fcher als Musiker mit Familie, f\u00fchlt er sich nun als Vater und Ehemann, der Musik macht. In den nuancierten Lyrics liegt ein Grund, warum Barham zu den besten Songwritern seiner Generation z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Kraft der Musik, die helfen kann, mit dem Leiden an dem Schicksal umzugehen, beschw\u00f6rt er beim abschlie\u00dfenden \u201eAll I Needed\u201c. Der Schlusstrack ist zugleich das rockigste St\u00fcck auf der CD. Bei \u201eBuilt To Last\u201c schlagen American Aquarium ebenfalls kr\u00e4ftigere T\u00f6ne an, ansonsten bewegt sich das Album in ruhigen Gefilden. Nicht nur thematisch, auch musikalisch stellt sich \u201eChicamacomico\u201c daher als sehr homogen dar. Die einzelnen Songs bleiben dennoch gut unterscheidbar, was vor allem an den eing\u00e4ngigen und ausgefeilten Refrains liegt. Unterst\u00fctzung beim Songwriting holte sich Barham bei <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lori+McKenna\">Lori McKenna <\/a> und <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Hayes+Carll\">Hayes Carll<\/a>.<\/p>\n<p>Jeder Titel entwickelt seinen eigenen Reiz, der mit mehrmaligen H\u00f6ren noch w\u00e4chst. Daher bleibt es eigentlich \u00fcberfl\u00fcssig, einzelne hervorzuheben. Bei den ersten Durchl\u00e4ufen fallen \u201eLittle Things\u201c und \u201eWildfire\u201c auf. Mittlerweile sprechen mich der Titeltrack sowie \u201eThe First Year\u201c besonders an. Bei dem vorangegangenen Album \u201e<a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2020\/04\/24\/american-aquarium-lamentations-cd-review\/\">Lamentations<\/a>\u201c (2020) fuhren American Aquarium bereits die Country-Einfl\u00fcsse zur\u00fcck. Auf \u201eChicamacomico\u201c sind sie minimiert \u2013 am deutlichsten noch bei \u201eJust Close Enough\u201c durchscheinend \u2013 und auch die Pedal Steel ist insgesamt nicht mehr so dominant wie auf einigen fr\u00fcheren Werken. Gesanglich zeigt sich Barham auf der H\u00f6he und setzt mit ihm \u00fcberraschende Akzente (\u201eThe Hardest Thing\u201c).<\/p>\n<p>Das Line-Up von American Aquarium weist wenig Kontinuit\u00e4t auf. Als derzeitige Mitglieder begleiten Zack Brown (Klavier), Bill Corbin (Bass), Colin DiMeo (Gitarre), Ryan Johson (Gitarre), Kevin McClain (Schlagzeug) und Whit Wright (Pedal Steel) Barham bei seinem Bandprojekt. Brad Cook l\u00f6st <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Shooter+Jennings\">Shooter Jennings<\/a>, der beim sozialkritischen \u201eLamentations\u201c mitarbeitete, als Produzent ab.<\/p>\n<p>Mit \u201eChicamacomico\u201c ist American Aquarium, der Band von BJ Barham, ein Geniestreich gelungen. Wie das Cover zun\u00e4chst unscheinbar wirkend entwickelt jeder einzelne Song bei n\u00e4herer Betrachtung Tiefe. Trotz der schweren Thematik, die um Verluste kreist, hat das Werk eine reinigende und befreiende Wirkung jenseits aller Durchhalteparolen. Die Konstanz der Songqualit\u00e4t macht \u201eChicamacomico\u201c zum bislang gelungensten Longplayer von American Aquarium und wahrscheinlich auch zum besten Americana-Album dieses Jahres.<\/p>\n<p><strong>Losing Side Records \u2013 Thirty Tigers\/Membran (2022)<\/strong><br><strong>Stil: Americana<\/strong><\/p>\n<p>Tracks:<br>01. Chicamacomico<br>02. Little Things<br>03. Just Close Enough<br>04. The First Year<br>05. Built To Last<br>06. Wildfire<br>07. The Things We Lost Along The Way<br>08. Waking Up The Echoes<br>09. The Hardest Thing<br>10. All I Needed<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.americanaquarium.com\/\">American Aquarium<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/americanaquarium\">American Aquarium bei Facebook<\/a><br><a href=\"http:\/\/www.thirtytigers.com\/\">Thirty Tigers<\/a><br><a href=\"http:\/\/oktoberpromotion.com\/\">Oktober Promotion<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Review: Michael Segets \u201eIn meiner sechzehnj\u00e4hrigen Karriere war ich noch nie stolzer auf eine Reihe von Songs, weder textlich noch stilistisch. Sie haben Gewicht, aber sie sind nicht beschwert. 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