{"id":48544,"date":"2021-07-21T14:33:56","date_gmt":"2021-07-21T12:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=48544"},"modified":"2021-07-21T15:08:43","modified_gmt":"2021-07-21T13:08:43","slug":"roger-chapman-life-in-the-pond-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2021\/07\/21\/roger-chapman-life-in-the-pond-cd-review\/","title":{"rendered":"Roger Chapman &#8211; Life In The Pond &#8211; CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48546\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Chappo_300.jpg\" alt=\"Chappo_300\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Chappo_300.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Chappo_300-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Chappo_300-109x109.jpg 109w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Chappo_300-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Beim Name Roger Chapman kommt in mir immer so ein\u00a0wenig Sentimentalit\u00e4t hoch. Er ist auch ein Musiker, mit dem man unweigerlich sozialisiert wurde, ich vor allem durch seine schwei\u00dftreibenden Rockpalast-Auftritte. Seine Family-Zeit habe ich kaum zur Kenntnis genommen, das &#8222;Red Card&#8220;-Album der Streetwalkers, war damals tontr\u00e4ger-m\u00e4\u00dfig mein erster Ber\u00fchrungspunkt.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund f\u00fcr meine Gef\u00fchlsregungen ist allerdings mein erster Live-Review als Online-Musik-Redakteur und das ist jetzt gut zwanzig Jahre her, als all dieser digitale Wahnsinn mit seinen Suchmaschinen, Onlineh\u00e4ndlern und Social-Media-Kan\u00e4len, noch als reine Science-Fiction anmutete. Roger Chapman trat am 27.04.2001 in der knapp 150 Meter\u00a0von uns zu Hause\u00a0entfernten Rheinberger Stadthalle auf, als Support spielte der damalige niederl\u00e4ndische Jungspund und Newcomer <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Julian+Sas\">Julian Sas<\/a>.<\/p>\n<p>Jetzt in diesen heutigen kaum noch zu durchschauenden Zeiten, erreichte mich sein neuestes Werk &#8222;Life In The Pond&#8220; auf\u00a0ziemlich verr\u00fcckte Weise und mit vermutlich verheerender Klimabilanz. Eigentlich ja unter deutscher Flagge bei Ruf Records produziert, erhielt ich es aber von einer uns verbundenen Agentur aus Amerika zugesendet, die uns seit Beginn immer wieder mit Blues (Rock)-Highlights bemustert.<\/p>\n<p>Eines kann man zu &#8222;Life In The Pond&#8220; schon vorweg konstatieren: Obwohl Roger Chapman mittlerweile stramm auf die Achtzig zugeht, merkt man ihm sein hohes Alter auf diesem Werk \u00fcberhaupt nicht an. Seine Stimme klingt wie anno dazumal, rotzig, angriffslustig und nach wie vor energiegeladen. Auch wenn er nur in produktionstechnischer, kompositorischer und gesanglicher Hinsicht in den Credits erw\u00e4hnt ist, gehe ich davon aus, dass die sporadischen Harp- und Saxofon-Einlagen auch von ihm entstammen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Werk hat er sich mit zwei alten Bekannten zusammengetan: John &#8218;Poli&#8216; Palmer aus der Family-Zeit, der hier mitproduziert und -komponiert hat und sich an den Keys, sowie beim Sequencing, den Overdubs und Vibs eingebracht hat und Ex-Shortlist-Mitspieler Geoff Whitehorn, der sein E-Gitarren-K\u00f6nnen in Songs wie &#8222;The Playtime Is Over&#8220; (da scheinen neben ihm auch noch Gary Twigg, Paul Hirsh und John Lingwood mitzuwirken), &#8222;Green As Guacamole (GAG)&#8220; und &#8222;Collar Turned Up&#8220; einflie\u00dfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Chapman hat ja immer betont, dass er sich mehr zur amerikanischen als zur seiner heimatlichen Musik hingezogen f\u00fchlt. Auch hier ist tendenziell ein leichter Hang zu New Orleans-typischem Flair sichtbar, was ich sich in den Keys Palmers (viel HT-Geklimper, Akkordeontupfer), aber auch in einigen integrierten Bl\u00e4sers\u00e4tzen (wie auch immer die erzeugt wurden) widerspiegelt.<\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nlicher Favorit ist hier auf jeden Fall das southern-rockige &#8222;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=w_jRjWuP4ek&amp;t=15s\">The Playtime Is Over<\/a>&#8222;, klasse! Die CD insgesamt hat viel Abwechslung zu bieten. Bei den hypnotisch-psychedelisch stampfenden Harmonieges\u00e4ngen in &#8222;Nightmare #5&#8220; (&#8222;I been workin&#8216; &#8211; I been workin'&#8220;) kommt man sich fast vor wie in einer Chain Gang.<\/p>\n<p>Sehr atmosph\u00e4risch wird die reinigende Wirkung des Regens von Chapman in &#8222;After The Rain&#8220; in Szene gesetzt. Spielt man den vielen Gebeutelten der aktuellen Flutkatastrophen besser nicht vor. Klasse der sch\u00f6n der feierliche Mendelssohnsche Beginn zu &#8222;Having Us A Honey Moon&#8220;,\u00a0das allerdings der Eheschlie\u00dfung eher Humor mit einer gewissen Skepsis entgegensetzt.\u00a0Der\u00a0Kernsatz dieses fr\u00f6hlichen Songs lautet: &#8222;We don&#8217;t need to have a wedding to having us a honeymoon&#8220;.<\/p>\n<p>Das in <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=The+Hooters\">Hooters<\/a>-Manier gebrachte &#8222;Green As Guacamole (GAG)&#8220; begeistert mit einem wunderbar einpr\u00e4gsamen Refrain und Chapmans toll\u00a0auf den Punkt gebrachten Kritik an unseren heutigen Entscheidungstr\u00e4gern, um wen auch immer es sich hierbei handeln mag. &#8222;Are we as green as guacamole, To these two-faced hypnocrats,\u00a0Are we as green as guacamole, Do we believe these bag o&#8216; rats?&#8220; keift der Protagonist emp\u00f6rt. Da hat wohl jeder, nebst der heutigen scheinheiligen Politikermischpoke jeder Couleur, sicherlich auch\u00a0in anderen Bereichen\u00a0so seine pers\u00f6nlichen Favoriten&#8230;<\/p>\n<p>Mit &#8222;Collar Turned Up&#8220; (rockt und shuffelt nochmal klasse) und &#8222;Naughty Child&#8220; (mit sch\u00f6ner globaler Kritik) werden am Ende nochmals zwei finale Glanzpunkte gesetzt.<\/p>\n<p>Roger Chapman meldet sich mit &#8222;Life In The Pond&#8220; zur\u00fcck, als w\u00e4r die Zeit stehen geblieben. Eine echte Energieleistung f\u00fcr so ein Alter.\u00a0Der Brite r\u00f6hrt, kr\u00e4chzt und rotzt wie zu seinen besten Zeiten. Dazu packt das Album (auch dank Palmer und Whitehorn) sowohl musikalisch\u00a0als auch textlich. Ich verneige mich zutiefst vor ihm und sage: &#8222;Chapeau, Chappo!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Label: Ruf Records \/ Chappo Music<br \/>\nStil: Blues Rock<\/strong><\/p>\n<p>Tracks:<br \/>\n01. Dark Side Of The Stars<br \/>\n02. The Playtime Is Over<br \/>\n03. Nightmare #5<br \/>\n04. Rabbit Got The Gun<br \/>\n05. After The Rain<br \/>\n06. Having Us A Honey Moon<br \/>\n07. Snake<br \/>\n08. On Lavender Heights<br \/>\n09. Green As Guacamole (GAG)<br \/>\n10. Collar Turned Up<br \/>\n11. Naughty Child<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lakepipewebdesign.co.uk\/chappo\">Roger Chapman<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/wordpress.rufrecords.de\/\">Ruf Records<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Name Roger Chapman kommt in mir immer so ein\u00a0wenig Sentimentalit\u00e4t hoch. Er ist auch ein Musiker, mit dem man unweigerlich sozialisiert wurde, ich vor allem durch seine schwei\u00dftreibenden Rockpalast-Auftritte. Seine Family-Zeit habe ich kaum zur Kenntnis genommen, das &#8222;Red Card&#8220;-Album der Streetwalkers, war damals tontr\u00e4ger-m\u00e4\u00dfig mein erster Ber\u00fchrungspunkt. 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