{"id":46419,"date":"2020-12-13T16:42:57","date_gmt":"2020-12-13T15:42:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=46419"},"modified":"2020-12-13T19:34:56","modified_gmt":"2020-12-13T18:34:56","slug":"nikolausrock-im-gocher-kastell-05-12-2020-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2020\/12\/13\/nikolausrock-im-gocher-kastell-05-12-2020-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Nikolausrock im Gocher Kastell, 05.12.2020 &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-46422 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/NR_haupt.jpg\" alt=\"NR_haupt\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/NR_haupt.jpg 800w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/NR_haupt-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/NR_haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Oft werden Konzertjahre in Locations mit einem Abschlusskonzert unter einem zum Weihnachtsfest passenden Motto beendet, wobei meist noch einmal eine volle H\u00fctte garantiert ist.<\/p>\n<p>Im Konzertjahr 2020 verlief allerdings vieles anders als geplant. Bis Anfang M\u00e4rz ging alles noch in geordneten Bahnen ab. Gro\u00dfe Touren und Festivals waren f\u00fcr den weiteren Verlauf des Jahres angesagt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt machte sich bei Veranstaltern, Bands, Locations aber auch Technikern Unruhe breit, da die Corona-Pandemie sich auch in Europa ausbreitete. Mitte M\u00e4rz kam es dann durch den Lockdown zu einem j\u00e4hen Ende von Veranstaltungen und eine ganze Branche lag brach.<\/p>\n<p>Im Sommer\u00a0keimte\u00a0ein bisschen Hoffnung auf und unter strengen Hygieneauflagen fanden Konzerte im eher \u00fcberschaubaren und kleineren Rahmen statt. Steigende Coronafallzahlen sorgten zun\u00e4chst f\u00fcr weitere Einschr\u00e4nkungen und ich erinnere mich an das letzte Go Music-Konzert in Kleve, wo Martin Engelien schon orakelte, dass der Winter, was Konzerte\u00a0betrifft, ganz still werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Kurz danach war durch den so genannten Wellenbrecher-Lockdown klar, dass ab Ende Oktober f\u00fcr den Rest des Jahres und vermutlich bis weit ins n\u00e4chste Jahr, keine Live-Konzerte mit Besuchern stattfinden werden.<\/p>\n<p>Einige Musiker stellten deshalb, oft in Eigenregie, in den letzten Monaten Livestreams ins Netz, um den Fans wenigstens in dieser Form Livemusik anzubieten.<\/p>\n<p>In der Kleinstadt Goch, nahe der niederl\u00e4ndischen Grenze, \u00fcbernahmen \u201eGocher erleben\u201c, \u201eKulTOURb\u00fchne Goch\u201c, \u201eGocher Stadtmarketing\u201c, \u201eMagic Sound Veranstaltungstechnik\u201c und \u201eMahomedia\u201c die Initiative, um mit dem Nikolausrock im Gocher Kastell einen Konzertabend als Livestream zu organisieren, um etwas Licht in die pandemische Stille zu bringen.<\/p>\n<p>Was aus dieser Initiative entstand, war dann mehr als nur ein normaler Livestream eines Konzertes. Dominick Loock von \u201eMagic Sound Veranstaltungstechnik\u201c kam auf die Idee, da es in der Gesellschaft viele Menschen mit H\u00f6reinschr\u00e4nkungen gibt, mit Thorsten Rose und Megg Rose, zwei Geb\u00e4rdendolmetscher einzubinden, die im Livestream eingeblendet, abwechselnd agierten.<\/p>\n<p>Dabei wurden nicht unbedingt die Texte eins zu eins \u00fcbersetzt, sondern auch die Stimmung der Songs beschrieben. Auf diese Art und Weise kam es auf diesem Sektor zur oft beschworenen Inklusion, was in diesem Fall als absolut gelungen anzusehen ist.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt, der sehr positiv war, dass der Auszubildende des Veranstaltungstechnikers endlich sein theoretisch erlangtes Wissen, in der Praxis anwenden konnte. Der Saal des Kastells gab durch seine gro\u00dfz\u00fcgige Raumgestaltung die M\u00f6glichkeit vom Equipment her, aus dem Vollen zu sch\u00f6pfen. Effekte vom Nebel, \u00fcber aufsteigende Luftblasen, Schneeflocken, Glitzerfont\u00e4nen, kamen dabei zum Einsatz.<\/p>\n<p>Ein B\u00fchnenaufbau, der ein dreidimensionales B\u00fchnenbild generierte, eine gro\u00dfz\u00fcgige Lichttechnik und modernen Aufnahmetechniken mit einer Vielzahl von Kameras, eine davon an einem schwenkbaren Kranarm montiert, gaben die M\u00f6glichkeit, aus einer Vielzahl von Perspektiven die beiden Konzerte des Abends abzubilden.<\/p>\n<p>Vor und w\u00e4hrend der \u00dcbertragung wurde penibel auf die bestehenden Hygieneregeln geachtet. Die Techniker hielten einen Mindestabstand, welcher meist weit \u00fcber 1,5 Metern lag, zudem wurden alle Beteiligten auch die anwesenden Fotografen vom Veranstalter mit FFP 2 Masken ausgestattet und zwischendurch wurde auch der Saal durchgel\u00fcftet.<\/p>\n<p>Dies war die Grundlage, dass f\u00fcr die Zuschauer am Bildschirm, neben dem auditiven, auch ein visuelles Erlebnis geboten werden konnte. Durchgehend waren 320 \u2013 370 Endger\u00e4te im Stream zugeschaltet und bis 2 Tage nach dem Konzert, gab es etwa 3500 Aufrufe. Die Kommentare zu dem Livestream waren dabei durchweg positiv, sodass der gro\u00dfe Aufwand als gerechtfertigt bezeichnet werden kann.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Musiker war dieser Abend unter den beschriebenen M\u00f6glichkeiten etwas Besonderes. Nach Monaten endlich mal wieder ein Liveauftritt. Vor dem Konzert ergab sich die M\u00f6glichkeit, mit Martin Engelien \u00fcber den Abend zu sprechen. Er beschrieb, dass er noch gar nicht richtig einordnen kann, was ihn auf der B\u00fchne erwartet.<\/p>\n<p>In seiner langj\u00e4hrigen Karriere hatte er schon viele Auftritte, welche im Fernsehen mit \u00e4hnlichen technischen M\u00f6glichkeiten auch live \u00fcbertragen worden sind. Aber dort war dann doch in der Sendung Publikum, von dem eine Resonanz ausging.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert beschrieb er, dass es nicht gest\u00f6rt habe, ohne Publikum zu spielen, da er wusste, dass viele Fans am Bildschirm zuschauen. Zudem kam von den wenigen arbeitenden Anwesenden doch augenscheinlich r\u00fcber, dass es gefiel.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert sah er die ganzen positiven Kommentare, was ihn insbesondere auch f\u00fcr den Veranstalter als Lohn f\u00fcr die M\u00fche freute. Bemerkenswert f\u00fcr ihn war auch, dass er es bei Liveauftritten, damals noch zu Klaus Lage-Zeiten, selbst in der Hitparade, nicht erlebt hatte, dass ein solcher technischer Aufwand betrieben wurde.<\/p>\n<p>Charly T., der schon f\u00fcr Marius M\u00fcller Westenhagen und Gianna Nannini die Drumsticks schwang,\u00a0res\u00fcmierte nach dem Konzert, dass das Ganze zum Teil schon ein wenig bizarr anmutete. Ein Drumsolo und keine Resonanz, wie kommt das Konzert beim Betrachter an?<\/p>\n<p>Das war etwas anderes als ein Videoclip, um einen Song zu promoten, es war ein ganzes Konzert ohne anwesendes Publikum. Svenja Schmidt\u00a0empfand den Abend als ein ganz tolles Erlebnis, was mit Sicherheit auch an der gebotenen Technik lag.<\/p>\n<p>Ward Palmen von der niederl\u00e4ndischen Band Queen Must Go On versuchte \u00fcber die Kamera, Kontakt mit den Zuschauern aufzunehmen, was scheinbar auch gelang, da er berichtete, w\u00e4hrend des Konzertes, R\u00fcckmeldungen aus Kommentaren im Livestream erhalten zu haben.<\/p>\n<p>Als Fotograf war es auch ein gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftiges Bild, wie ein S\u00e4nger vor einer leeren Halle in eine Kamera singt, als wenn ihm die H\u00e4nde der Fans entgegen gereicht werden.<\/p>\n<p>Was auch gesagt werden muss, dass beide Bands sich absolut mit der besonderen Situation arrangierten und es scheinbar gelang, auszublenden, ohne Vorort-Publikum auskommen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Martin Engelien spielte mit seiner Go Music-Besetzung einen gewohnt starken Act, in dem teilweise sehr alte Coversongs, in ein modernes rockiges Gewand gekleidet wurden. Im Gegensatz zu Konzerten vor Publikum wurden jammende Passagen eher zur\u00fcckgestellt, was mit Sicherheit eine gute Entscheidung war, da diese von der Live-Interaktion leben.<\/p>\n<p>Francesco Marras, Gitarrist von Tygers of Pan Tang\u00a0vermittelte den Songs eine Prise Hard Rock und Svenja Schmidt gab Klassikern wie \u201eNights In White Satin\u201c eine Note, dass man geneigt ist zu sagen, dass ein Cover sich nicht hinter dem Original zu verstecken braucht,\u00a0sofern man den Song\u00a0kreativ und gut\u00a0 interpretiert. Martin Engelien moderierte gewohnt galant durch den Set und bildete mit Charly T. die starke Rhythmussektion.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n war zu h\u00f6ren, wie einer der Techniker dem Lichtmischer kurz sagte, dass er jetzt mal mehr pinkes Licht machen solle, um das passende Ambiente zu schaffen, in dem Francesco Marras \u201eComfortably Numb\u201c mit abschlie\u00dfenden Hard Rock-Solo\u00a0zum Besten geben konnte.<\/p>\n<p>Als zweite Band spielten die Niederl\u00e4nder Queen Must Go On\u201c ein Potpourri von Queen-Songs aus allen Schaffensphasen. Ward Palmen poste dazu in bekannter Mercury-Manier und zeigte sich auch stimmlich nahe am Original.<\/p>\n<p>Neben ihm stand Gitarrist Ralph Derksen visuell im Mittelpunkt, w\u00e4hrend die Rythmusfraktion sich eher im Hintergrund hielt, was aber nicht die spielerische Leistung schm\u00e4hlern soll. Den Abschluss des Konzertabends machte dann, wie es sich geh\u00f6rt \u201eWe Are The Champions\u201c mit abschlie\u00dfenden Glitterkonfettiregen und ein durchgehend gelungener Abend hatte seinen Abschluss gefunden.<\/p>\n<p>Die eigentlichen Champions des Abends waren aber die Macher, die mit ihrem Know How in der B\u00fchnentechnik und dem Bereitstellen finanzieller Mittel, diesen Event erm\u00f6glicht haben. An diesem Abend hat die Stadt Goch mit ihrer Unterst\u00fctzung gezeigt, dass nicht nur Phrasen in den jetzigen Zeiten weiterhelfen, sondern Taten, mit denen zumindest ein Zeichen f\u00fcr die Kultur gesetzt wird.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt schwer nach einem solchen Abend ein Fazit zu f\u00e4llen. So gut der Abend arrangiert war, so toll wie alle Beteiligten, vom Lichttechniker bis zum Kameramann gearbeitet haben, hoffe ich, dass im n\u00e4chsten Jahr wieder normale Konzerte\u00a0mit Publikum stattfinden, dass die Besucher in den Genuss kommen, die Musik wieder live zu sp\u00fcren und vor Ort erleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies schlie\u00dft dann nicht aus, dass auch Livestreams in dem hier gebotenen Format erfolgen, wobei mit Publikum in einer vollen Halle manche Techniken schwer einsetzbar sind.<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank gilt Dominick Loock, der es mir sehr kurzfristig erm\u00f6glicht hat, live vor Ort an diesem Event teilzunehmen und dar\u00fcber berichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Veranstalter und Verantwortliche:<\/p>\n<p>Thorsten Matenaers von Gocher erleben<br \/>\nDr. Stephan Mann von der Kulturb\u00fchne<br \/>\nR\u00fcdiger Wenzel vom Gocher Stadtmarketing<br \/>\nDominik Loock &amp; Team von Magic Sound Veranstaltungstechnik<br \/>\nMarvin Hoffmann von Mahomedia<\/p>\n<p>Bands:<\/p>\n<p>Line-up Go Music:<br \/>\nMartin Engelien \u2013 Bass<br \/>\nCharly T. \u2013 Drums<br \/>\nSvenja Schmidt \u2013 Vocals, Piano<br \/>\nFrancesco Marras \u2013 Guitar, Vocals<\/p>\n<p>Line-up Queen Must Go On:<br \/>\nWard Palmen &#8211; Vocals, Piano<br \/>\nRalph Derksen &#8211; Guitar<br \/>\nGeert Horvers &#8211; Bass<br \/>\nErwin van Welie &#8211; Drums<\/p>\n<p>Text und Bilder: Gernot Mangold<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.martinengelien.de\">Martin Engelien<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/GoMusicEngelien\/\">Go Music bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/martin.engelien\/\">Martin Engelien bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.QueenMustGoOn.nl\">Queen Must Go On<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/queenmustgoon.nl\/\">Queen Must Go On bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.rzk-goch.de\/\">Kultur- und Kongresszentrum Kastell Goch<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/msvevent\/\">Magic Sound Veranstaltungstechnik bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft werden Konzertjahre in Locations mit einem Abschlusskonzert unter einem zum Weihnachtsfest passenden Motto beendet, wobei meist noch einmal eine volle H\u00fctte garantiert ist. 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