{"id":44681,"date":"2020-07-27T19:39:18","date_gmt":"2020-07-27T17:39:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=44681"},"modified":"2020-07-27T19:47:18","modified_gmt":"2020-07-27T17:47:18","slug":"street-survivors-the-true-story-of-the-lynyrd-skynyrd-plane-crash-blue-ray-dvd-cd-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2020\/07\/27\/street-survivors-the-true-story-of-the-lynyrd-skynyrd-plane-crash-blue-ray-dvd-cd-review\/","title":{"rendered":"Street Survivors &#8211; The True Story Of The Lynyrd Skynyrd Plane Crash &#8211; Blue Ray-\/DVD-\/CD-Review"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-44686\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/SSBR_300-238x300.jpg\" alt=\"SSBR_300\" width=\"238\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Lang, lang ist es her. Trotzdem erinnere ich mich noch genau, wie ich damals als 14-j\u00e4hriger Bursche von meinem Vater\u00a0an einem \u00a0sp\u00e4ten Nachmittag im Oktober 1977 in die Nachbarstadt Kamp-Lintfort gefahren wurde, um das gerade neue erschienene Album &#8222;Street Survivors&#8220; im dortigen Plattenladen zu erwerben.<\/p>\n<p>Voller Stolz, es frisch auf dem Beifahrersitz in den H\u00e4nden zu halten, ert\u00f6nte fast zeitgleich im Radio am Ende der Nachrichten die Meldung, dass die Rockgruppe <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Lynyrd+Skynyrd\">Lynyrd Skynyrd<\/a> in der N\u00e4he von Gillsburg, Mississippi mit dem Flugzeug abgest\u00fcrzt sei und die Bandmitglieder Ronnie Van Zant, Steve und Cassie Gaines, sowie Tourmanager Dean Kilpatrick get\u00f6tet worden seien. Der Schlag in der Magengrube sa\u00df tief. Wie auf dem Cover, stand auch meine, bis dato, recht kleine musikalische Welt in Flammen. Ein kleiner Bericht in der BRAVO waren die einzigen Informationen, die man damals im noch intertfreien Zeitalter dazu erhaschen konnte.<\/p>\n<p>Was folgte, ist dem Southern Rock-Fan l\u00e4ngstens bekannt. Die Rossington Collins Band, <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Gary+Rossington\">Rosssington<\/a>, Allen Collins Band und schlie\u00dflich irgendwann der Neustart mit Johnny Van Zant als S\u00e4nger. Damit verbunden auch die recht z\u00fcgige Ausbotung von Allen Collins, Artimus Pyle, Ed King, diverse Umbesetzungen und schlie\u00dflich weitere Tode, sodass aus der eigentlichen Skynyrd-Zeit heute nur noch Pyle und Rossington \u00fcbrig sind.<\/p>\n<p>Im Bezug auf den hiesigen, von Artimus Pyle initierten Film &#8222;Street Survivors &#8211; The True Story Of The Lynyrd Skynyrd Plane Crash&#8220;, gab es eine jahrelange gerichtliche Schlammschlacht zwischen Van Zant-Witwe Judy, Rossington als musikalischer Skynyrd-Verwalter und Pyle, dem ein Gericht in New York letztendlich die Erlaubnis zum Film gew\u00e4hrte, allerdings ohne die\u00a0Einbindung\u00a0von Lynyrd Skynyrd-Musik.<\/p>\n<p>Wer hier letztendlich das moralische Recht und die Wahrheit f\u00fcr sich gepachtet, kann man als Au\u00dfenstehender nicht beurteilen, das wissen nur die Beteiligten selbst. Fest steht, dass sich Artimus Pyle f\u00fcr die Hilfe der \u00dcberlebenden verantwortlich zeichnete, als er, nachdem er sich zu einer Farm geschleppt hatte, die Rettung der schwer verletzten Leute (u. a. auch von Rossington) erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Der\u00a0kurzweilige Film skizziert die packenden Ereignisse von seiner Verpflichtung als Drummer bis hin zum Absturz und den Ereignissen kurz danach.\u00a0Pyle wird zwischenzeitlich immer wieder mit einigen Statements im Film eingeblendet.<\/p>\n<p>Regisseur Jared Cohn hat die Ereignisse mit viel Liebe zum Detail in\u00a0mitrei\u00dfende Bilder gebracht. Bei den Schauspielern wie u. a. Ian Shultis, Taylo Clift, Samuel Kay Forest und Rich Daly III wurde auf ein H\u00f6chstma\u00df an \u00e4hnlichem \u00e4u\u00dferlichem Erscheinungsbild und Authentizit\u00e4t Wert gelegt.<\/p>\n<p>Um nicht all zu viel an Spannung vorwegzunehmen, hier nur ein paar kurze Einblicke. Der Film beginnt mit der telefonischen Anfrage Ronnie Van Zants bei Pyle, ob er\u00a0seine K\u00fcnste beim Vorspielen zum Besten geben m\u00f6chte (er hat am vereinbarten Abend eine Autopanne\u00a0einige hundert Meter vor der Location, Pyle rennt mit seinen Drumkits in den H\u00e4nden zweimal hin und zur\u00fcck zum Spielort, um seine Chance zu wahren).<\/p>\n<p>Dann\u00a0wird das wilde Leben der Band bei Aftershowparties mit viel Koks, Whiskey, Groupies und Randale skizziert. Danach folgt ein kurzes Intermezzo des Aerosmith-Clans (herrlich die Darsteller von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Steven+Tyler\">Steven Tyler<\/a> und Joe Perry &#8211; auch hier geht es wild zu), der das Ungl\u00fccksflugzeug in weiser Voraussicht als Transportmittel rigoros ablehnt.<\/p>\n<p>Weiterhin erlebt man den ersten, schon mit Problemen behafteten Flug, dann die Geschehnisse am Ungl\u00fcckstag selbst, inklusive des Dramas im Flugzeug, sowie Pyles Suche nach Rettung im sumpfigen Waldgebiet ,\u00a0als auch die Geschehnisse ein paar Tage sp\u00e4ter in den Krankenh\u00e4usern und am Ungl\u00fccksort selbst.<\/p>\n<p>Fast noch interessanter ist der ebenfalls gut 90-min\u00fctige Dokumentarfilm zum Making Of, bei dem die 14-t\u00e4gigen Dreharbeiten sehr sch\u00f6n begleitet wurden. Klasse zu erfahren, wie manche Szenen entstanden sind. Toll vor allem die akribische Arbeit der Maskenbildner (besonders nach dem Crash &#8211; manche Anblicke sind nichts f\u00fcr schwache Nerven, z. B. als Artimus einem Verletzten nach mehrmaligen Versuchen, einen Baumstumpf aus dem K\u00f6rper zieht), der Standleute, aber auch der Schauspieler, zum Beispiel, als es um die dramatischen Szenen im Flugzeug geht. Auch hier gibt Artimus zwischendurch immer wieder kleine Details zum Besten.<\/p>\n<p>On top gibt es noch eine CD mit ganz guter Southern Rock-Musik Musik (&#8222;Wish&#8220;, &#8222;Black Creek&#8220;, das &#8222;Freebid&#8220; nachempfundene Instrumentalst\u00fcck &#8222;In Memory Of&#8220;) , gr\u00f6\u00dftenteils von der Artimus Pyle Band eingespielt, wobei &#8222;Call Me The Breeze&#8220; (performt von Pat Travers) als einziges St\u00fcck aus dem Skynynrd-Fundus enthalten ist, da es ja von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=J.J.+Cale\">J. J. Cale<\/a> komponiert wurde. Highlight sicherlich das von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Warren+Haynes\">Warren Haynes<\/a> mitgeschriebene &#8222;Street Survivors&#8220;, das im Film auch den Abspann begleitet.<\/p>\n<p>Insgesamt ein unterhaltsames Package, dass einen nochmals die damalige Zeit live-haftig Revue passieren l\u00e4sst, sicherlich auch mit ein paar effekthascherischen k\u00fcnstlerischen Freiheiten, so wird Pyle\u00a0beispielsweise beim Betreten des Gel\u00e4ndes vom Farmer angeschossen, kann danach aber sofort weiterlaufen, als w\u00e4re nix passiert. Der hatte aber in Wahrheit wohl nur einen Warnschuss in die Luft abgegeben.<\/p>\n<p>Das komplette Werk spielt sich nat\u00fcrlich in englischer Sprache ab, wobei Pyle bei seinen Statements sehr gut zu verstehen ist, manche Konversationen im Film und Making Of, einen aber allerdings an die Grenze seines Sprachk\u00f6nnens bringen. Im Groben und Ganzen wei\u00df man aber worum es geht.<\/p>\n<p>Danke an Artimus Pyle, uns an seinen Erlebnissen aus seiner Sicht teilhaben zu lassen. Eine tolle Unterhaltung mit traurigem Hintergrund, aber der gro\u00dfartigen Erkenntnis: Southern Rock will never die!<\/p>\n<p><strong>Cleopatra Entertainment (2020)<\/strong><br \/>\n<strong> Stil: Southern Jam Rock<\/strong><\/p>\n<p>Blue Ray \/ DVD:<br \/>\nFilm<br \/>\nBonus Features<br \/>\n&#8211; Surviving Street Survivors (Making Of)<br \/>\n&#8211; Slideshow<br \/>\n&#8211; Trailer<\/p>\n<p>Soundtrack-CD:<br \/>\n01. Southern Feeling (Last Day)<br \/>\n02. Wish<br \/>\n03. Black Creek<br \/>\n04. Curse<br \/>\n05. Rattlesnack<br \/>\n06. In Memory Of<br \/>\n07. Street Survivors<br \/>\n08. 6 Souls<br \/>\n09. Call Me The Breeze<br \/>\n10. Last Flight<br \/>\n11. A Remembrance<br \/>\n12. Rescue<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.artimuspyleband\">Artimus Pyle Band<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/artimuspyleband\">Artimus Pyle Band bei Facebook<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lang, lang ist es her. Trotzdem erinnere ich mich noch genau, wie ich damals als 14-j\u00e4hriger Bursche von meinem Vater\u00a0an einem \u00a0sp\u00e4ten Nachmittag im Oktober 1977 in die Nachbarstadt Kamp-Lintfort gefahren wurde, um das gerade neue erschienene Album &#8222;Street Survivors&#8220; im dortigen Plattenladen zu erwerben. 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