{"id":44175,"date":"2020-07-09T09:42:43","date_gmt":"2020-07-09T07:42:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=44175"},"modified":"2020-07-09T09:42:43","modified_gmt":"2020-07-09T07:42:43","slug":"matt-horan-tears-from-the-mountain-vinyl-review","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2020\/07\/09\/matt-horan-tears-from-the-mountain-vinyl-review\/","title":{"rendered":"Matt Horan \u2013 Tears From The Mountain \u2013 Vinyl-Review"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-44180 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MHor_300-1.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MHor_300-1.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MHor_300-1-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MHor_300-1-109x109.jpg 109w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/MHor_300-1-100x100.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Review: Michael Segets<\/p>\n<p>Auf dem Cover habe ich den Frontmann von <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Dead+Bronco\">Dead Bronco<\/a> nicht wiedererkannt: wei\u00dfes Hemd mit Krawatte, nahezu glatt rasiert, Seitenscheitel und Hornbrille. Einzig die T\u00e4towierungen brechen mit dem Bild eines Gentlemans in den 1950ern. Bei dem Auftritt seiner Cow-Punk-Band in der Kulturrampe trug Matt Horan noch eine wallende M\u00e4hne, Rauschebart und trat mit nacktem Oberk\u00f6rper auf.<\/p>\n<p>Die durch Corona erzwungene Isolation nutzte Horan f\u00fcr ein Solo-Projekt. Er verwandelte einen Van in ein Aufnahmestudio, schnappte sich Banjo beziehungsweise akustische Gitarre und spielte einen Mix aus eigenen und fremden Titeln ein. Auf \u201eTears From The Mountain\u201c erfindet Horan sich als American Folk Singer neu.<\/p>\n<p>In seiner Kindheit verbrachte Horan einige Zeit bei seinem Onkel in North Carolina und lernte die dortige Bergwelt und vor allem die traditionelle Musik der dort lebenden Einwohner lieben. Eine Reise durch die Appalachen im S\u00fcdosten der Vereinigten Staaten und ein Aufenthalt in Kentucky anl\u00e4sslich eines Filmprojekts weckten zus\u00e4tzliche Begeisterung f\u00fcr das Banjo. Mit dem Instrument lie\u00df er sich dann auch auf dem Cover des Albums verewigen. Bei vier Tracks begleitet es den ausdrucksstarken Gesang von Horan.<\/p>\n<p>Auf \u201eHigh On The Mountain\u201c dient das Banjo eher der Untermalung, auf \u201eSorry Pretty Shiori\u201d und \u201eSugar Baby\u201d treibt es die Songs in typischer Hillbilly-Manier voran. Das starke \u201eLed Me To The Wrong\u201d wird durch dezente Percussion unterst\u00fctzt und hat einen keltischen Einschlag.<\/p>\n<p>Bei allen Songs beweist Horan, dass er singen kann. Besonders beeindruckend ist der rein vokale Einstieg \u201eVillage Churchyard\u201c. Hier tr\u00e4gt allein seine Stimme den Song \u00fcber mehr als f\u00fcnf Minuten. Sehr sch\u00f6n spielt Horan mit seinem Organ auf \u201eDreamed About Mama\u201c. Da sind Kiekser, gebrochene Passagen und Jodeleinlagen zu h\u00f6ren. Gerade der Cowboy-Jodel ist nat\u00fcrliche sehr fragw\u00fcrdig, aber er passt in den Song und ist vielleicht auch ironisch gemeint.<\/p>\n<p>Allerdings sind die Texte insgesamt eher d\u00fcster, drehen sich meist um Tod und Verlust. So ist \u201eThe Funeral\u201c eine mit Orgelkl\u00e4ngen unterlegte Grabrede. Eine ebenfalls dunkle Atmosph\u00e4re verstr\u00f6mt der Titeltrack, den Horan mit akustischer Gitarre begleitet. Von der Anlage funktioniert die Eigenkomposition sicherlich auch als Rocksong mit Bandunterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Neben den progressiven Titeln finden sich \u201eFirst Fall Of Snow\u201c, eine Country-Ballade traditioneller Machart, sowie eine Interpretation des wundersch\u00f6nen \u201eMy Epitaph\u201c, das bereits auf Kelsey Waldons letzter CD zu den Highlights z\u00e4hlte. Mit dem kurzen instrumentalen \u201eFarewell Black Bear\u201d setzt Horan zum Abschluss einen Kontrapunkt zum vokalen Einstieg in seinen Longplayer.<\/p>\n<p>Corona hat die Musiker stark getroffen. Matt Horan macht das beste aus der Situation und zeigt sich von einer ungewohnten Seite. Als American Folk Singer pr\u00e4sentiert er ein Kontrastprogramm zum Punkrock seiner Band Dead Bronco. \u201eTears From The Mountain\u201d wurzelt in der Tradition amerikanischer Folkmusik, gewinnt dieser jedoch neue Facetten ab. Mit mutigen und kreativen Ideen f\u00e4ngt Horan den unmittelbaren Sound der rauen Bergwelt ein und gibt ihm frischen Wind.<\/p>\n<p>Eine Ver\u00f6ffentlichung des Albums als CD ist wohl nicht geplant. Stattdessen ist es digital oder als limitierte LP zu erhalten.<\/p>\n<p><strong> Roots Union Records (2020)<br \/>\nStil: Folk<\/strong><\/p>\n<p>Tracklist:<br \/>\n01. Village Churchyard<br \/>\n02. High On The Mountain<br \/>\n03. Sorry Pretty Shiori<br \/>\n04. My Epitaph<br \/>\n05. Dreamed About Mama<br \/>\n06. Led Me To The Wrong<br \/>\n07. First Fall Of Snow<br \/>\n08. Sugar Baby<br \/>\n09. Tears From The Mountain<br \/>\n10. The Funeral<br \/>\n11. Farewell Black Bear<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.matthoranmusic.com\/ \/\">Matt Horan<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Review: Michael Segets Auf dem Cover habe ich den Frontmann von Dead Bronco nicht wiedererkannt: wei\u00dfes Hemd mit Krawatte, nahezu glatt rasiert, Seitenscheitel und Hornbrille. Einzig die T\u00e4towierungen brechen mit dem Bild eines Gentlemans in den 1950ern. 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