{"id":37808,"date":"2019-09-18T17:51:09","date_gmt":"2019-09-18T15:51:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=37808"},"modified":"2019-09-18T17:57:47","modified_gmt":"2019-09-18T15:57:47","slug":"mark-gillespies-kings-of-floyd-13-09-2019-musiktheater-piano-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2019\/09\/18\/mark-gillespies-kings-of-floyd-13-09-2019-musiktheater-piano-dortmund\/","title":{"rendered":"Mark Gillespie&#8217;s Kings Of Floyd \u2013 13.09.2019, Musiktheater Piano Dortmund"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-37811 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gill_haupt.jpg\" alt=\"Gill_haupt\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gill_haupt.jpg 800w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gill_haupt-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Gill_haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Schon vor 19:00 Uhr hatte sich eine l\u00e4ngere Menschenschlange vor dem Piano gebildet und nach dem Einlass begann sich der Konzertsaal des Piano sehr schnell zu f\u00fcllen, sodass dieser bereits um 19:30 pickepacke voll war. Schon beim Betreten konnten Ver\u00e4nderungen im normalen B\u00fchnenbereich festgestellt werden. Eine f\u00fcr Pink Floyd typische runde Leinwand war vor der hinteren Wand angebracht, zahlreiche zus\u00e4tzliche Lampen hingen an der eigentlichen Beleuchtungskonstruktion herunter. Zudem war auch die Lautsprecheranlage ausgetauscht.<\/p>\n<p>Auf der Leinwand war eine Gitarre abgebildet, die sich um sich selbst drehte und das f\u00fcr Pink Floyd typische Prisma abgebildet. Im Hintergrund verk\u00fcrzte Musik, u. a. von The Cure den Besuchern die Wartezeit.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 8:00 Uhr wurde es im Saal dunkel, man sah im sp\u00e4rlichen Licht Schatten \u00fcber die B\u00fchne huschen und stakkato-artige Lichtblitze wiesen darauf hin, dass es gleich losgehen w\u00fcrde. Basslastige T\u00f6ne erklungen im Intro, bis es auf der B\u00fchne hell wurde und Gillespie mit \u201eBreath\u201c startete. Schon hier war klar, dass ein besonderer Abend geboten wird: Eine bestens aufeinander abgestimmte Band, starker Sound und auch eine besondere Ausleuchtung des Piano.<\/p>\n<p>Stimmlich passte Gillespie sehr gut zu den Floyd-Songs, wobei nicht auf Biegen und Brechen versucht wurde, eine Eins-zu Eins-Kopie herzustellen, sondern vielfach das Original von den Musikern, leicht ver\u00e4ndert, interpretiert wurde.<\/p>\n<p>\u201eMit Learning To Fly\u201c wurde dann ein St\u00fcck der sp\u00e4ten Schaffensphase nachgelegt. Insgesamt lag aber der Schwerpunkt der Lieder in der Zeit von \u201eMeddle\u201c, \u201eDark Side Of The Moon\u201c, \u201eWish You Were Here\u201c und \u201eThe Wall\u201c.<\/p>\n<p>Richtig psychedelisch wurde es dann zum ersten Mal mit dem sph\u00e4rischen \u201eEchoes\u201c, das entsprechend von J\u00fcrgen Magdziak an den Keyboards eingeleitet wurde und mit dem typischen musikalischen Inferno endete, an dem insbesondre Maurus Fischer an der Lead-Gitarre und Magdziak den gr\u00f6\u00dften Anteil hatten.<\/p>\n<p>Die folgenden Tracks \u201eWelcome To The Machine\u201c und \u201eHave A Cigar\u201c, die von Pink Floyd in den letzten aktiven Jahren live eher wenig beachtet wurden, offerierten eindrucksvoll, welch starke Songs das Konzeptalbum \u201eWish You Were Here\u201c zu bieten hat.<\/p>\n<p>Zum \u201eDark Side Of The Moon\u201c Klassiker \u201eMoney\u201c, der auch heute vom Thema her aktuell wie damals war, wurden wie im Original auf der runden Leinwand Banknoten und Gl\u00fcckspiel eingeblendet. Danach wurde es mit \u201eUs And Them\u201c leicht melancholisch. Hier hatte auch Bernd Winterschladen am Saxophon seinen ersten gefeierten Auftritt. Die folgenden \u201eAny Colour You Like\u201c als instrumentales Intro, das eingebettete \u201eBrain Damage\u201c und \u201eEclipse\u201c als Outro bildeten praktisch eine Einheit.<\/p>\n<p>Insbesondere das sozialkritische \u201eBrain Damage\u201c traf den Zahn der Zeit, wurde doch der amerikanische Pr\u00e4sident, ich m\u00f6chte den Namen nicht in den Mund nehmen, neben anderen Politikern auf der Leinwand abgebildet, wodurch aufgezeigt wurde, was man mit dem Einsatz von Medien erreichen kann. Aber solch Gedankenzerst\u00f6rer in der Politik gibt es ja leider auch bei uns in Deutschland. Ohnehin lie\u00df Gillespie auch mehrfach erkennen, was er vom Bexit h\u00e4lt, und dass er auch deshalb seit kurzem die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit hat.<\/p>\n<p>Zum Ende des ersten Sets stand Hans Maahn im Vordergrund. Infernalisch leitete er am Bass \u201eOne Of This Days\u201c ein, bis dann Maurus Fischer, nun an der Steel Guitar einsetzte. Vermutlich in Anbetracht der hohen Temperaturen wurde der erste Part schon einen Song eher beendet als geplant und die Seitent\u00fcr wurde ge\u00f6ffnet, um die Zuschauer mit frischer k\u00fchlerer Luft zu versorgen. Gillespie sprach davon, dass dieses Konzert f\u00fcr ihn eine absolute Premiere war. Er w\u00e4re zuvor nie in einer finnischen Dampfsauna aufgetreten.<\/p>\n<p>Die knapp 20 Minuten Pause wurden von den Besuchern genutzt, um die Fl\u00fcssigkeitsspeicher wieder aufzuf\u00fcllen. Als es wieder dunkel im Piano wurde, erklang zun\u00e4chst nur das Keyboard und mit \u201eShine On You Crazy Diamond\u201c wurde das zweite Set eingel\u00e4utet. Passend war auf der Leinwand der gl\u00e4nzende Diamant in Anspielung auf Syd Barrett abgebildet, dem damals der Song gewidmet war.<\/p>\n<p>Auch hier wieder starkes Gitarrenspiel von Fischer und das Saxophonsolo von Winterschladen zum Ende hin. Neben dem musikalisch starken Auftritt spielte auch hier das Visuelle eine gro\u00dfe Rolle und es wurde wie bei vielen anderen St\u00fccken, regelrechte Laserstrahlteppiche \u00fcber die K\u00f6pfe der Besucher gelegt.<\/p>\n<p>Dass auch \u201eAnimals\u201c ein starkes Werk ist, wurde mit dem Antikriegssong \u201eDogs Of War\u201c angedeutet. Hier liefen im Hintergrund beklemmende Bilder von z\u00e4hnefletschenden Hunden, Kriegsszenen und zum Abschluss das Ergebnis des Ganzen, ein riesiger Friedhof.<\/p>\n<p>Sozialkritisch ging es mit dem fetzigen \u201eYoung Lust\u201c und \u201eMother\u201c von \u201eThe Wall\u201c weiter. Wundersch\u00f6n dabei, das vertr\u00e4umt vorgetragene \u201cMother\u201c, zu dessen Ende Gillespie vor der letzten Zeile innehielt, das Publikum jedoch applaudierte. Der Fronter merkte humorvoll an, dass es sich nicht geh\u00f6re, schon vor dem Ende des Songs zu applaudieren, und legte dann die letzte Zeile nach.<\/p>\n<p>Mit dem Instrumental \u201eTerminal Frost\u201c wurde es noch einmal sph\u00e4risch psychedelisch und das Publikum wurde mit Klangteppichen verzaubert. Glockenger\u00e4usche zu Beginn von \u201eTime\u201c und der starke Soloauftritt der Backgrounds\u00e4ngerin Lucy Wende bei \u201eThe Great Gig In The Sky\u201c lie\u00df das Publikum wieder hellwach werden.<\/p>\n<p>Nach einem Ausflug ins Album \u201eDivision Bell\u201c, mit \u201eTake It Back\u201c, bestimmte f\u00fcr den Rest des Konzerts vornehmlich \u201eThe Wall\u201c das Geschehen. Das fetzige \u201eRun Like Hell\u201c war dabei der Auftakt, gefolgt von den ineinander verwobenen \u201eHappiest Days\u201c und \u201eAnother Brick In The Wall\u201c, die das Auditorium zum Toben brachten.<\/p>\n<p>Die dann folgenden Rufe nach \u201eWish You Were\u201c Here\u201c konterte Gillespie damit, dass er einen Song spiele, der sehr \u00e4hnlich w\u00e4re. Es folgte das epische \u201eComfortably Numb\u201c. Passend zu diesem Supersong, mit dem entsprechenden Solo von Fischer zum Ende verwandelte sich da Piano in ein Lichtermeer.<\/p>\n<p>Die sich \u00fcber der B\u00fchne drehende Discokugel wurde mal mit wei\u00dfen aber auch gelben Scheinwerfern angestrahlt, die sich dann drehend in den ganzen Saal reflektierten. Es hatte den Anschein, eine Sonne w\u00e4re im Piano aufgegangen. Durchbrochen wurden die Strahlen dann noch von den Lasern, dass sich ein fast irreal anmutendes Lichtspiel vollzog.<\/p>\n<p>Eigentlich h\u00e4tte man gedacht, dass nun nichts mehr geht. Gillespie und Band wollten aber niemanden unzufrieden gehen lassen und legten nun noch \u201eWish You Were Here\u201c nach. Wurde hier der Wunsch gehegt, Pink Floyd noch einmal zu sehen?<\/p>\n<p>Dieser Wunsch wird vermutlich nie wieder erf\u00fcllt werden. Vielleicht ist es auch gut so. Zumindest hat es Gillespie mit seiner Band gelungen, die Zuschauer noch einmal mit knapp 2,5 Stunden Musik der Superband zu begeistern.<\/p>\n<p>Erfreulich war dabei, dass es nicht der Versuch einer reinen Nachahmung war, sondern vielen Songs ein eigener Anstrich verliehen wurde. Wer noch einmal visuell und klanglich die Musik von Pink Floyd erleben m\u00f6chte, kommt nicht umher, eine Show von Mark Gillespies Kings Of Floyd zu besuchen.<\/p>\n<p>Line-up:<br \/>\nMark Gillespie \u2013 Gitarre und Gesang<br \/>\nHans Maahn &#8211; Bass<br \/>\nMaurus Fischer \u2013 Gitarre<br \/>\nLucy Wende \u2013 Background Gesang<br \/>\nBernd Winterschladen \u2013 Saxophon<br \/>\nBerni Bovens \u2013 Drums<br \/>\nJ\u00fcrgen Magdziak &#8211; Keyboards<\/p>\n<p>Text und Bilder: Gernot Mangold<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kingsoffloyd.com\/\">Mark Gillespie&#8217;s Kings Of Floyd<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/MarkGillespiesKingsOfFloyd\">Mark Gillespie&#8217;s Kings Of Floyd bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.musiktheater-piano.de\">Musiktheater Piano<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/3dog-entertainment.com\">3Dog Entertainment<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon vor 19:00 Uhr hatte sich eine l\u00e4ngere Menschenschlange vor dem Piano gebildet und nach dem Einlass begann sich der Konzertsaal des Piano sehr schnell zu f\u00fcllen, sodass dieser bereits um 19:30 pickepacke voll war. 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