{"id":35829,"date":"2019-06-21T16:52:09","date_gmt":"2019-06-21T14:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=35829"},"modified":"2019-07-31T06:01:59","modified_gmt":"2019-07-31T04:01:59","slug":"ufo-20-06-2019-kantine-koeln-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2019\/06\/21\/ufo-20-06-2019-kantine-koeln-konzertbericht\/","title":{"rendered":"UFO &#8211; 20.06.2019, Kantine, K\u00f6ln &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-35837 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/UFO_haupt.jpg\" alt=\"UFO_haupt\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/UFO_haupt.jpg 800w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/UFO_haupt-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/UFO_haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Im Rahmen der &#8218;Last Orders&#8216;-Tour kamen UFO an einem fr\u00fchsommerlichen Abend auch in die Kantine im K\u00f6lner Norden. Diese Tour zum 50-j\u00e4hrigen Bandjubil\u00e4um, bildet, wie der Name es schon suggeriert, vermutlich den Abschluss einer der erfolgreichsten englischen Hard Rock-Vertreter der ersten Stunden. Somit kam aus diesem Grund eine gewisse Wehmut auf, aber auch, weil <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?s=Paul+Raymond+Project\">Paul Raymond<\/a>, langj\u00e4hriger Keyboarder und Gitarrist der Band, kurz nach den ersten Auftritten \u00fcberraschend verstorben war und zun\u00e4chst nicht klar war, ob fortgesetzt werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In einem Statement vor einigen Wochen wurde dann aber mitgeteilt, dass es im Sinne Raymonds, einem absolut sympatischen Musiker und Menschen, weitergeht. An den Keyboards und der Gitarre sprang Neil Carter ein, der schon 1980 -1983 bei UFO spielte.<\/p>\n<p>Kurz nach 20:00 Uhr dunkelte sich die Halle ab und es erklangen die T\u00f6ne des Alex Harvey-Klassikers \u201eFaith Healer\u201c, um dann das Tourlogo hell anzustrahlen: Ein im Zentrum stilisierter Kronkorken samt Logo, dem Tourtitel und der Zeitspanne des Bestehens. Daneben strahlte ein Spot auf eine Glocke, die auf einem der Verst\u00e4rker platziert war und diese letzte &#8218;Bestellung&#8216; der Fans eingel\u00e4utet wurde.<\/p>\n<p>Nachdem das Quintett die B\u00fchne betreten hatte und Moog kurz die Fans begr\u00fc\u00dft hatte, ging es direkt hardrockend mit \u201eMother Mary\u201c los. Andy Parker an den Drums und Rob de Luca erzeugten einen h\u00e4mmernden Rhythmus in die Kantine, in der der Sound laut, aber differenziert ausgesteuert war. Moore legte furiose Soli hin und zeigte sich, wie die anderen Mitglieder, bestens gelaunt und spielfreudig.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt wurde er zun\u00e4chst von Neil Carter, der zumeist als Rhythmusgitarrist fungierte, sp\u00e4ter aber auch starke Keyboardpassagen beisteuerte. \u00dcber den mittlerweile 73-j\u00e4hrigen Phil Mogg kann man nur staunen. Drahtig und charismatisch zeigte der Fronter, dass man auch in seinem Alter noch die T\u00f6ne entsprechend treffen kann und man ihn, obwohl er sich demn\u00e4chst zur\u00fcckziehen wird, noch lange nicht zum alten Eisen z\u00e4hlen darf.<\/p>\n<p>Nach dem Klassiker \u201eMother Mary\u201c, der auch Bestandteil des legend\u00e4ren &#8222;Strangers In The Night&#8220;-Livealbums war, kamen mit \u201eWe Belong To The Night\u201c vom 82er Album \u201eMechanix\u201c und dem relativ neuen \u201eRun Boys Run\u201c von \u201eA Conspiracy Of Stars\u201c, zwei klassische Nummern, die f\u00fcr die entsprechende Stimmung in der recht gut gef\u00fcllten, aber nicht ausverkauften Kantine sorgten.<\/p>\n<p>Vor dem n\u00e4chsten Track stellte ein Crew-Mitglied eine Akustikgitarre an einem St\u00e4nder auf die linke Seite der B\u00fchne, auf der sich zuvor Moore an seiner elektrischen Gitarre ausgetobt hatte. Es folgte einer der vielen H\u00f6hepunkte des Konzertes. Bei lila Licht begann Vinnie das akustische Intro von \u201eVenus\u201c von \u201eWalk On Water\u201c aus dem Jahr 1995, sp\u00e4ter einsetzend mit gef\u00fchlvollen Gesangspassagen, um die Ruhe des Songs immer wieder dann mit seiner E-Gitarre infernalisch zu durchbrechen.<\/p>\n<p>Mit \u201eLights Out\u201c aus dem Jahr 1977, folgte ein absoluter Kracher, den viele auch wahrscheinlich als Rausschmei\u00dfer erwartet h\u00e4tten. H\u00e4mmernde Bassl\u00e4ufe von Rob de Luca und ein Gewitter vom sehr agilen Any Parker legten eine Basis, als g\u00e4be es kein Morgen mehr. Wenn man es so will, gingen nach dem Konzert in der K\u00f6lner Kantine, die UFO-Lichter vermutlich auch f\u00fcr immer aus.<\/p>\n<p>Moore und Carter bespielten auf dieser Grundlage im Highspeed ihre Gitarren und zeigten, warum UFO in der damaligen Zeit einer der besten Acts ihrer Sparte waren und auch bis heute geblieben sind. \u00dcber die gesanglichen St\u00e4rken Moogs, der seine F\u00e4higkeiten bis ins Jetzt transportiert hat, ist eingangs schon alles gesagt worden.<\/p>\n<p>Zwischen den St\u00fccken gab er den gut gelaunten Entertainer und nahm sich auch selbst mal auf die Schippe. Ich erinnere mich, als er vor einem Song etwas verwirrt tat, welcher Song denn folgen sollte und bemerkte, dass er ja zum Gl\u00fcck nur nach unten sauf die Tracklist am Boden schauen m\u00fcsste. Vielleicht auch eine Anspielung auf sein Alter und dass es besser sei aufzuh\u00f6ren, bevor es peinlich wird.<\/p>\n<p>Mit \u201eBaby Blue\u201c von \u201eYou Are Here\u201c aus 2004 wurde es wieder ruhiger. Akustische Kl\u00e4nge von Moore, Keyboardwolken Carters, gef\u00fchlvoller Gesang und eine zur\u00fcckhaltende Rhythmussektion zeichneten diesen Song in weiten Teilen aus, wobei er von Gitarrenpassagen mit balladeskem Solo von Moore durchbrochen wurde.<\/p>\n<p>Danach nahm das Konzert aber direkt wieder Fahrt auf. \u201eOnly You Can Rock Me\u201c aus dem Jahr 1978 von \u201eObsession\u201c, sp\u00e4ter auch in \u201eStrangers In The Night\u201c live eingespielt, brachte die Halle zum Kochen.<\/p>\n<p>Mit \u201eBurn Your House Down\u201c begab sich die Briten auf einen Zeitsprung ins Jahr 2012. Wenn man den Titel des Songs sprichw\u00f6rtlich nimmt, war die Band schon zu diesem Zeitpunkt auf dem besten Wege die H\u00fctte abzubrennen. Danach ging es bis zum Ende des Gigs in die ganz fr\u00fcheren Phasen der Bandgeschichte.<\/p>\n<p>Mit dem eher langsamen, aber trotzdem rockenden &#8222;Cherry&#8220; wurde \u201eLove To Love\u201c eingel\u00e4utet. Ich hatte hier den Eindruck, dass Carter mit seinen Blicken die Decke der Halle durchbrechen wollte, um Richtung Raymonds im Himmel zu schauen, da dieser bei diesem Song fr\u00fcher seine eindrucksvollsten Passagen hatte.<\/p>\n<p>Diese zum Teil tr\u00e4umerisch vorgetragene Ballade entwickelte sich im Laufe des Liedes in eine H\u00e4rte, die ich zuvor bisher so nicht wahrgenommen hatte. Absolute Spitzenklasse, mit welcher Dynamik die Band ihre Instrumente dabei bearbeitete. um immer wieder beim eigentlichen Grundrhythmus des Songs wieder anzukommen. \u201eMakin&#8216; Moves\u201c brachte die Besucher im Highspeed in Bewegung, und wenn es nur das Bewegen des Kopfes war.<\/p>\n<p>Mit dem Klassiker \u201eToo Hot To Handle\u201c, wurde das Ende des Konzertes eingel\u00e4utet. Die Band lie\u00df es sich aber nicht nehmen, dem Publikum, das den Auftritt bisher frenetisch gefeiert hatte, noch eine &#8218;Last Order&#8216; zu gew\u00e4hren, die mit einem galaktisch gespielten \u201eRock Bottom\u201c begann, wo sich scheinbar nicht endend, ein Gitarrensolo an das n\u00e4chste reihte und auch Moog seine gut ge\u00f6lte Stimme noch nicht verloren hatte.<\/p>\n<p>Moore bespielte seine Gitarre zum Teil \u00fcber und hinter dem Kopf, Carter und de Luca trafen sich immer wieder auf der B\u00fchne, um direkt gegen\u00fcberstehend, kurze Soli einzuwerfen oder auch zu posen. Auch Parker steuerte kurze Intermezzi bei, w\u00e4hrend Moog, der zu weiten Teilen &#8218;arbeitslos&#8217;war, mit seinem Mikrfonst\u00e4nder \u00fcber die B\u00fchne wirbelte. Topfit der &#8218;Alte Mann&#8216; des Hard Rocks!<\/p>\n<p>Kein UFO Konzert, ohne dass der Arzt kommt. Schon beim ersten Ton auf der rot ausgeleuchteten B\u00fchne, feierte das Publikum ein stark und hart vorgetragenes \u201eDoctor Doctor\u201c, dem zum Abschluss noch \u201eShoot Shoot\u201c folgte. Moore hatte sich zu diesem Song einen Cowboyhut auf seine wallende M\u00e4hne gesetzt und es folgte ein kr\u00e4ftig gespielter Rausschmei\u00dfer, in dem er zum Teil Soli spielte, die im Ansatz an klassische Sachen des Southern-Szene, Richtung Allman Brothers, erinnerten.<\/p>\n<p>Nach etwa 100 Minuten war dann der letzte Song gereicht und die Halle begann sich zu leeren. Man konnte in zufriedene Gesichter blicken, die noch einmal bei einem der letzten Auftritte einer der gr\u00f6\u00dften Hard Rock-Bands &#8218;ever&#8216;, zugegen gewesen sind. Wer die Chance hat, eines der noch folgenden Konzerte zu besuchen, sollte sich diese nicht entgehen lassen, in der eine alte Band zeigt, dass man auch mit zig Jahren auf dem Buckel, immer noch dynamisch und mit einer fast jugendlichen Spielfreude, ein Publikum begeistern kann.<\/p>\n<p>Hervorzuheben ist auch der gut abgemischte Sound und ein Lichttechniker, dem es gelungen ist, passend zu Dramaturgie des Konzertes, das B\u00fchnenbild entsprechend zu illuminieren.<\/p>\n<p>Ein Dank auch an Marcus Neu von der Kantine, der mit dem Veranstalter alles regelte, sodass wir \u00fcber dieses Konzert in Wort und Bild berichten konnten. In eigener Sache auch ein Dank an die Band, die nach der Show noch ein Bild von vor zwei Jahren, aufgenommen im Dortmunder Piano, zeichnete und dem Tourmanager, mit dem ich mich anschlie\u00dfend noch \u00fcber die Entstehung des Bildes unterhielt. In dem Sinne: Bis Ende Juli in Dortmund, wo ich vermutlich den &#8218;Last Orders&#8216; von UFO nochmals nachkommen werde.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Line-up:<\/span><\/strong><br \/>\nPhil Mogg (lead vocals)<br \/>\nVinnie Moore (electric and acoustic guitars)<br \/>\nRob de Luca (bass, vocals)<br \/>\nAndy Parker (drums)<br \/>\nNeil Carter (keys, guitar, vocals)<\/p>\n<p>Text und Bilder: Gernot Mangold<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.UFO-music.info\/\">UFO<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/UFOofficial\/\">UFO bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.kantine.com\">Kantine K\u00f6ln<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.noisenow.de\">E. L. Hartz Promotion GmbH<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der &#8218;Last Orders&#8216;-Tour kamen UFO an einem fr\u00fchsommerlichen Abend auch in die Kantine im K\u00f6lner Norden. Diese Tour zum 50-j\u00e4hrigen Bandjubil\u00e4um, bildet, wie der Name es schon suggeriert, vermutlich den Abschluss einer der erfolgreichsten englischen Hard Rock-Vertreter der ersten Stunden. 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