{"id":35248,"date":"2019-06-02T19:11:56","date_gmt":"2019-06-02T17:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/?p=35248"},"modified":"2019-06-05T08:17:41","modified_gmt":"2019-06-05T06:17:41","slug":"doyle-bramhall-ii-01-06-2019-musiktheater-piano-dortmund-konzertbericht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2019\/06\/02\/doyle-bramhall-ii-01-06-2019-musiktheater-piano-dortmund-konzertbericht\/","title":{"rendered":"Doyle Bramhall II, 01.06.2019, Musiktheater Piano, Dortmund &#8211; Konzertbericht"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-35251 size-full\" src=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/DB_Haupt.jpg\" alt=\"DB_Haupt\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/DB_Haupt.jpg 800w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/DB_Haupt-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/DB_Haupt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>P\u00fcnktlich zum meteorologischen Sommeranfang stiegen die Temperaturen im Ruhrgebiet auf\u00a0entsprechende Werte. Trotz des guten Wetters und der Konkurrenz durch das Champions League-Finale, f\u00fcllte sich das Piano ab 20:00 Uhr merklich, dass\u00a0die Besucher den Liveclub zu etwa zwei Drittel f\u00fcllten.<\/p>\n<p>Um 20:30 Uhr betrat Bramhall, im Gegensatz zum letzten <a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2017\/05\/08\/doyle-bramhall-ii-07-05-2017-musiktheater-piano-dortmund-konzertbericht\/\">Konzert<\/a> in Dortmund, wo er mit einer 5-Mann Band auftrat, diesmal in klassischer Dreierbesetzung auf. Im Publikum sah man auch das eine oder andere Eric Clapton-Shirt, auch als Hinweis auf die Qualit\u00e4t Bramhalls, der ja in verschiedensten Bands als Musiker mitwirkte, unter anderem auch bei Roger Waters und besagtem Mr. Slowhand, zu dessen Band er auch nach dem Dortmunder Konzert hinzusto\u00dfen wird, um ihn auf der anstehenden Europatour zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Entsprechend gro\u00df waren auch die Erwartungen der Fans. Soviel schon einmal vorweg genommen, sie sollten nicht entt\u00e4uscht werden. Doyle Bramhall II mit dunkler Jeans, schwarzem T-Shirt, Hut mit breiter Krempe und Federn und einer Sonnenbrille bekleidet, seine Mitstreiter im Look der 60er bis 80er Jahre, sollten in der Show den Anwesenden stilgerecht zeigen, dass Musik, die ihre Wurzeln in dieser Zeit hatte, etwas aufgepeppt, immer noch attraktiv sein kann.<\/p>\n<p>Mit \u201eProblem Child\u201c vom Album \u201eWelcome\u201c wurde das Publikum willkommen gehei\u00dfen. Schon hier zeigte sich, dass Bramhall und seine zwei Mitstreiter auch in kleiner Besetzung einen volumin\u00f6sen Sound auf die Bretter des schmucken Piano zaubern k\u00f6nnen. Man konnte der Band hier schon die Spielfreude anmerken.\u00a0Die stressige Anreise mit Staus und Soundscheck, der noch andauerte, als sich die Pforten des Piano schon ge\u00f6ffnet hatten und die Besucher noch in der Kneipe verweilen mussten, ehe der Saal etwas versp\u00e4tet dann ge\u00f6ffnet wurde, schien wie weggeflogen.<\/p>\n<p>Mit der southern-umhauchten Ballade \u201eSo You Want It To Rain\u201c zeigte Bramhall bereits seine Extraklasse an der halbakustischen Gibson, sp\u00e4ter an verschiedenen Fender-Modellen. Auch Adam Minkoff am Bass, feste Gr\u00f6\u00dfe als Bramhall-Mitstreiter und Chris St.Hilaire an den Drums, konnten schon hier die Anwesenden begeistern. Bramhall \u00fcberzeugte hier, aber auch in vielen anderen Songs, nicht durch Saitenhexerei, wo manche Gitarristen versuchen Geschwindigkeitsrekorde im Saitenanschlag aufzustellen, sondern durch ausgefeilte Spieltechnik und absolut gef\u00fchlvolles, auf den Punkt gebrachtes Spiel.<\/p>\n<p>Dies zeichnete auch die beiden Begleiter aus, wo das Schlagzeug nicht als Trommelbude zweckentfremdet wurde, sondern St. Hilaire seine Drumsticks mit Bedacht einsetzte, um in schnelleren Phasen, auch eine gro\u00dfe Dynamik zu entwickeln. Adam Minkoff mit ganz starken Bassplel rundete den Sound gekonnt ab.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n waren auch die Harmonieges\u00e4nge der drei, die als belebendes Stilelement, gekonnt eingesetzt wurden. Dies kam auch beim Paradest\u00fcck, dem bluesigen \u201eNovember\u201c vom \u201eRich Man\u201c Album zum tragen, wo Adam Minkoff den Bass bei Seite legte und\u00a0sich den Keyboards widmete.<\/p>\n<p>Danach folgten mit \u201eLove And Pain&#8220;, \u201eEverything You Need\u201c und \u201eSearchin&#8216; For Love\u201c, drei Songs des aktuellen Albums \u201e<a href=\"http:\/\/www.sounds-of-south.de\/wordpress\/2018\/10\/01\/doyle-bramhall-ii-shades-cd-review\/\">Shades<\/a>\u201c, von dem Bramhall selbst sagt, dass ihm damit das Werk\u00a0gelungen ist, in dem er alles verkn\u00fcpft wurde, was f\u00fcr ihn bedeutsam ist. Alles drei sehr gef\u00fchlvolle blues-soulig-emotionale Songs.<\/p>\n<p>Dabei\u00a0offerierte der slow gespielte Blues \u201eSearching For Love\u201c eindrucksvoll, warum Bramhall seit 2000 festes Bestandteil der Clapton Band ist und auch einen Anteil am Songwriting und der Produktion hat. Diese &#8218;Liebe&#8216; zu Doyles Musikstil ging sogar soweit, dass Clapton, Bramhall-Songs auf seinen Studioalben coverte.<\/p>\n<p>Nachdem er in diesem St\u00fcck\u00a0sprichw\u00f6rtlich nach Liebe gesucht hatte, fand er diese im folgenden \u201eIzabella\u201c, einem Hendrix-Cover (es muss ja nicht immer \u201eHey Joe\u201c oder \u201ePurple Haze\u201c sein). Jimmy,\u00a0 der bildlich neben der B\u00fchne auf einem gro\u00dfen Bild an der Wand h\u00e4ngt, schaute Doyle Bramhall in Hochform gen\u00fcsslich zu, wie er mit Band seine Musik wieder zum Leben erweckte.<\/p>\n<p>Mit \u201eThe Veil\u201c einer ruhigen Ballade, dem bluesigen \u201eMama Can&#8217;t You Help Me\u201c,\u00a0 von &#8222;Rich Man&#8220;,\u00a0deutete\u00a0Bramhall an, dass er zumindest in musikalischer Hinsicht, ein reicher Mann ist. Einmal mehr starkes Songwiting, \u00fcber die meist filigranen spielerischen F\u00e4higkeiten braucht nichts mehr erw\u00e4hnt zu werden, aber auch gesanglich mit differenzierenden Stimmlagen war sein K\u00f6nnen omnipr\u00e4sent. Interessant war, wie in einer Zwischenpassage von allen Dreien die Melodie von \u201eWalk On The Wildside\u201c gesanglich intoniert wurde. Einfach passend zu einem von guter Laune gepr\u00e4gten Konzert.<\/p>\n<p>Mit \u201eAngel\u201c einem der sch\u00f6nsten Hendrix-Songs, war der emotionale H\u00f6hepunkt des Abends erreicht. Nach diesem sehr gef\u00fchlvollen\u00a0Track, wurde es mit \u201eHands Up\u201c rauher, eingel\u00e4utet von Minkhoff mit einem starken Basssolo, w\u00e4hrend Bramhall und St. Hilaire dem Spiel nebeneinander sitzend lauschten, was zum Ende hin psychedelisch, fast Doors-\u00e4hnlich ausuferte und das Finale Grande einl\u00e4utete.<\/p>\n<p>Doyle k\u00fcndigte einen Lovesong an und mancher der Besucher rieb sich zun\u00e4chst verwundert die Augen. Schon beim ersten Anschlag der Gitarre fand ich mich ein paar Jahrzehnte zur\u00fcckversetzt. Nachdem Matthias Johannson das Trio an den Keyboards zum Quartett erweitert hatte, folgte eine starke, vom Punk der Stooges umwehte Version des Klassikers \u201eI Wanna Be Your Dog\u201c. Eine absolut positive \u00dcberraschung\u00a0im Set.<\/p>\n<p>Als Zugabe\u00a0gab es dann noch eine losgel\u00f6ste Version der Beatles-Nummer \u201eShe Said\u201c, die auch hart interpretiert wurde und das begeisterte Publikum nach 90 Minuten intensiver Livemusik in das restliche Wochenende schickte.<\/p>\n<p>Bramhall lie\u00df es sich trotz des engen Terminkalenders und der anstehenden Reise in Richtung Clapton nicht nehmen, am Merchandise-Stand nicht nur vorbei zu schauen. Er nahm sich alle Zeit, den zahlreichen Foto-und Autogrammw\u00fcnschen bestens gelaunt und auch humorvoll nachzukommen. So hatte der Abend einen runden Abschluss gefunden und die Fans konnten entweder zufrieden beschwingt den Heimweg antreten oder noch auf ein paar Absacker in der gem\u00fctlichen Kneipe des Pianos verweilen.<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank wieder an Jenny Dore und 3Dog Entertainment f\u00fcr die Akkreditierung, aber auch an das gesamte Team des Pianos,\u00a0das eine, wie immer, gastfreundliche Atmosph\u00e4re schaffte. Ein Freund von mir, der das erste Mal mit im Piano war, sagte auf der R\u00fcckfahrt, dass er selten einen Laden mit solch einem Flair und\u00a0 einem dem Gast so zugewendeten Personal gesehen hat. Er, wie auch Doyle Bramhall II, werden vermutlich\/hoffentlich nicht das letzte Mal dort gewesen sein, sodass Livemusik, dort wo sie urspr\u00fcnglich hingeh\u00f6rt, auch in Zukunft weiterleben wird.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Line-up:<\/span><\/strong><br \/>\nDoyle Bramhall II (Lead vocals, electric guitar, vocals)<br \/>\nChris St. Hilaire Cole\u00a0(Drums, vocals)<br \/>\nAdam Minkoff\u00a0(Bass, keys, vocals)<\/p>\n<p>Text und Bilder: Gernot Mangold<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.db2music.com\">Doyle Bramhall II<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/doylebramhalliimusic\">Doyle Bramhall II bei Facebook<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.musiktheater-piano.de\">Musiktheater Piano<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/3dog-entertainment.com\">3Dog Entertainment<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P\u00fcnktlich zum meteorologischen Sommeranfang stiegen die Temperaturen im Ruhrgebiet auf\u00a0entsprechende Werte. 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